11.05.2019 20:16 Uhr - Champions League - wib

Rostow-Don legt Grundstein für Champions-League-Finaleinzug gegen Metz in Hälfte eins

Anna Vyakhireva steuerte einige Hochkaräter beiAnna Vyakhireva steuerte einige Hochkaräter bei
Quelle: sportseye.de
In der spannenden, aber über Strecken auch sehr zerfahrenen Begegnung sicherte sich das Team von Rostow mit 25:27 (8:15) den Einzug ins Finale. Das französische Team von Metz Handball vermochte den Pausenrückstand trotz vorhandener Chancen nicht mehr zu drehen. Vor 300 eigenen Fans verkürzten die Französinnen zwar bis zur 40. Spielminute auf zwei Tore. Der Anschlusstreffer gelang der Sieben von Emmanuel Mayonnade allerdings nicht mehr. Rostov verteidigte den bis zum Ende knappen Vorsprung verbissen und setzte dank der individuellen Klasse von Anna Vyakhireva in der Endphase die entscheidenden Treffer.

Nachdem der ungarische Lokalmador Györi ETO KC im ersten Halbfinale zu keiner Sekunde der Begegnung Zweifel über den erfolgreichen Ausgang gelassen hatten, stellte sich für das zweite Halbfinale die Frage, ob sich eine ähnlich einseitige Partie entwickeln würde wie im ersten Duell zwischen Györ und Kristiansand. Die Favoritenrollen hatte sich die Damen von Metz Handball durch einen beindruckenden 18:26 ? Auswärtssieg in der Gruppenphase erarbeitet. Die Russinnen hatten das Finale zum zweiten Mal in Folge erreicht. Im vergangenen Jahr waren sie jedoch recht deutlich im Halbfinale am Team von Vardar Skopje gescheitert.

Während Rostow zunächst eine sehr offensive Deckungsvariante wählte, empfing Metz den Gegner in einer defensiven Variante. Einzig Grace Zadi trat gegen Rostovs Superstar Anna Vyakhireva heraus. Rostow demonstrierte von Beginn an deutlich, dass das Team die Vorrundenbegegnungen vergessen machen wollte. Die bewegliche Abwehr zwang Metz zu schlecht vorbereiteten Abschlüssen. Insbesondere durch eine gut vorgetragene zweite Welle wurde nach 10 Minuten ein 6:3 Vorsprung herausgearbeitet. Anna Sedoykina hatte zudem bis dahin zweimal exzellent freie Würfe pariert.

Das 7:3 erzielte Anna Vyakhireva wunderschön per Kempatrick. Zuvor hatte Emmanuel Mayonnade durch eine Auszeit die Reihen seines Teams zu ordnen versucht. Die Französinnen deckten nun deutlich offensiver, der der Vier-Tore-Vorsprung hatte jedoch Bestand. Die deutsche Nationalspielerin und Haupttorschützin Xenia Smits machte nach 15 Minuten Platz für Orlane Kanor im linken Rückraum und kehrte kurze Zeit später auf die rechte Rückraumposition zurück.

Der Videobeweis wurde nach 19 Minuten zu Rate gezogen. Beim Versuch von Niombla hatte der Ball die Linie nicht überschritten, womit die Entscheidung der Schiedsrichter korrigiert wurde. Es blieb beim 6:10 aus französischer Sicht. Kurz darauf musste Anna Vyakhira am Spielfeldrand am Fuß behandelt werden, konnte jedoch noch vor der Halbzeitpause zurückkehren. In dieser Phase übernahm Lois Abbingh Verantwortung und erzielte nach 25 Minuten schon ihren fünften Treffer bei sechs Versuchen.

Doch taktischen Maßnahmen des Trainers von Metz erzielten keine spürbare Verbesserung. Beim Spielstand von 8:14 nach 26 Minuten nahm Mayonnade die zweite Auszeit für sein Team. Doch die Fehlerquote blieb hoch. Xenia Smits beging ein Offensivfoul und im Gegenstoß erzielte Vyakireva die erste Sieben-Tore-Führung zum 15:8 nach. Das französische Team war nun völlig von der Rolle und geriet im Angriff zudem unter Zeitdruck. Die Lothringerinnen konnten froh sein, dass der Spielstand bis zum Halbzeitpfiff Bestand hatte.

Das französische Tor hütete nach der Pause Ivana Kapitanovic, die für die in der ersten Halbzeit glanzlose Laura Glauser gekommen war. Kapitanovic führte sich mit einem gehaltenen Strafwurf gut ein. Anna Vyakireva wurde danach von Meline Nocandy in Manndeckung genommen. Vyakrive entzog sich dieser Deckung häufig durch die Besetzung der Kreis- oder Außenposition. Metz konnte jedoch mit Toren von Lippes, Niombla und Houette auf 11:16 verkürzen. Manon Houette agierte nun von außen sicher und erzielte die Tore 13 und 14 aus spitzem Winkel. Die französischen Anhänger witterten Morgenluft.

Die russischen Spielerinnen wirken im Angriff in dieser Phase konfus, so dass sich Ambrosio Martin nach 37. Minuten für eine Auszeit entschied. Metz zeigte sich unbeeindruckt. Zaadi verkürzte kurz darauf auf 15:17. Anna Sedosykina, die in der ersten Halbzeit mit zehn Paraden glänzend agiert hatte, hatte für Mayssa Pessoa Platz gemacht. Doch das Hauptproblem stellte die extrem hohe Fehlerzahl im eigenen Angriff dar, ein Spiegelbild der ersten Spielhälfte, in der Rostov Metz sein Spiel aufgezwungen hatte. Nun schien es umgekehrt zu sein. Doch die Französinnen verfielen zur Unzeit in Hektik

Nach 45. Minuten musste die russische Abwehrchefin Kseniya Makeeva nach der dritten Hinausstellung das Spielfeld endgültig verlassen. Doch Rostow verteidigte seinen Zwei-Tore-Vorsprung verbissen. Und nachdem Anna Vyakhireva mit einer herrlichen Einzelaktion auf 19:23 in der 52. Minute erhöht hatte, waren auch die zuvor so lautstarken französischen Anhänger kurzeitig wieder verstummt. Doch dann ließen zwei Tore in Folge von Manon Houette beim 22:24 fünf Minuten vor dem Ende noch einmal Spannung aufkommen.

In den letzten drei Minuten übernahm Xenia Smits die Einzeldeckung von Vyakhireva, welche auch in der entscheidenden Phase Dreh- Und Angelpunkt im Rostover Spiel war. In der 58 Minute erhielt Bobrovnikova zwar eine Zeitstrafe, zudem erhielt Metz einen Strafwurf. Doch der bis dahin so sicheren Zaadi versagten die Nerven. Pessoa lenkte den Ball um den Pfosten. Zaadi führte Metz mit dem Fernwurf zum 25:27 noch einmal auf zwei Tore heran, doch Houette vergab mit einem Stürmerfoul, wie es Metz oft passiert war, erneut eine Chance zum Anschlusstreffer. Es blieb am Ende beim 25:27.