06.05.2019 15:27 Uhr - 2. Bundesliga - PM Handball-Luchse

Handball-Luchse nach Sieg über VfL Waiblingen vorzeitig Zweitligameister

Am 28. Spieltag der 2. Handball Bundesliga gelang den HL Buchholz 08- Rosengarten durch einen schwer erkämpften 35:29 Sieg gegen den VFL Waiblingen bereits das Meisterstück. Sie liegen mit 49:7 Punkten bei noch zwei ausstehenden Partien mit fünf Punkten vor Ihren unmittelbaren Konkurrenten 1. FSV Mainz 05 und Kurpfalz Bären Ketsch, die beide 44:12 Punkte auf ihrem Konto haben. Profitiert haben die Luchse durch den 34:27-Heimerfolg der "Meenzer Dynamites" über die "Bären-Ladies" aus Ketsch, die nach der Heimniederlage gegen die Luchse ihren zweiten Rückschlag in Folge hin nehmen mussten.

Mit dem VFL Waiblingen kam eine äußerst spielstarke Mannschaft in die Buchholzer NordHeideHalle, denn die "Tigers" hatten den Norddeutschen nach 12 Erfolgen hintereinander mit 28:27 die erste Niederlage zugefügt. Der Tabellenführer war also gewarnt und musste sich auf ein enges Spiel auf Augenhöhe einstellen. Die 1. Halbzeit im Luchsbau war ein "Déja-vu" des Hinspiels und zeigte den begeisterten Zuschauern ein mitreißendes Spiel, in dem alle Schönheiten des Handballs zu sehen waren.

Den Torreigen eröffnete Spielmacherin Kim Land, dem aber postwendend der Ausgleich durch Caren Hammer folgte. Bis zur 13. Minute konnte sich die Heimmannschaft mit drei Toren zum 8:5 absetzen als die groß aufspielende Lynn Schneider wieder einmal eine Lücke in der sehr offensiven 3:2:1-Deckung der Gäste entdeckte und gnadenlos ausnutzte. In der Folgezeit konnten die Luchse ihren Vorsprung bis zur 21. Minute auf sieben Treffer ausbauen und wieder war es Lynn Schneider, die einen Strafwurf zum 14:7 verwandelte. So wie das Spiel von beiden Mannschaften aufgezogen wurde, war es nur logisch, dass der Sieben-Tore-Vorsprung bis zur Halbzeit Bestand hatte und mit dem 20:13 in der Schlusssekunde durch Kim Land auch realisiert wurde.

Handball-Luchse mit Bruch im Spiel




Im ersten Durchgang der Partie gingen beide Teams ein unglaubliches Tempo und obwohl die angeschlagene Evelyn Schulz von den "Tigers" praktisch aus dem Spiel genommen wurde, ergaben sich in der offensiven 3-2-1 Deckung große Lücken, die vor allen Dingen von Lynn Schneider und Kim Land in direkten 1:1-Situationen erfolgreich abgeschlossen wurden. Die Gäste aus dem Süden überzeugten mit ihrem variablen Angriffsspiel, wurden aber auch von der Luchse-Abwehr zu Ballverlusten gezwungen, die aber nicht immer zu Toren führten, weil Mandy Hoogenboom mit großartigem Stellungsspiel und beeindruckenden Reflexen ihr Team vor einem größeren Rückstand bewahrte, auch Mareike Vogel zeigte mit ihren Paraden ihre tolle Form.

Eigentlich schien alles klar, denn Zeliha Puls erzielte im zweiten Abschnitt der Partie das 21:13, aber aus völlig unerklärlichen Gründen gab es einen Bruch im Spiel der HL Buchholz 08-Rosengarten. Es häuften sich technische Fehler, viel zu frühe, unüberlegte Abschlüsse und die Luchse-Abwehr bekam keinen Zugriff mehr auf den Gegner. Wie im Hinspiel verkürzten die "Tigers" mit einem 4:0-Lauf auf 21:17 und Erinnerungen zum Hinspiel wurden wach, so dass Dudo Prelcec sich gezwungen sah, die grüne Karte zu zücken, um in der Auszeit seine aufgeregte Mannschaft zu beruhigen.

Ungemein wichtig war das Tor von Julia Herbst zum 22:17 und dass der VFL Waiblingen in der Folgezeit nicht mehr entscheidend verkürzen konnte. Wenn der VFL ein Tor erzielte, kam postwendend die Antwort von den Luchsen - dennoch blieb ihr Spiel unruhig. Selbst als die "Tigers" in ihrer Abwehr auf 6:0 umgestellt hatten, gelang es dem sonst so treffsicheren Rückraum nur selten, Mandy Hoogenboom zu überwinden. Die Gäste kämpften unverdrossen und versuchten letzten Endes aber vergeblich den Torabstand zu minimieren, da es den Luchsen besser gelang den Vorsprung zu verwalten.

Prelcec: "Konnten die Mädels erfolgreich beruhigen"




Am Ende fiel der Sieg mit 35:19 ein wenig zu hoch aus, war aber verdient. Der Vergleich zum Hinspiel drängt sich auf, aber das Trainer-Team der HL Buchholz 08-Rosengarten benötigte in der NordHeideHalle viel weniger Zeit, um schneller zurückzuwechseln und die Verunsicherung bei etlichen Spielerinnen zu lösen. Der Lernerfolg der Heimmannschaft in dieser Hinsicht war evident, wenn es auch für alle eine hoch emotionale Nervenschlacht war.

Ein besonderes Lob gebührt dem jungen Gäste-Team, die mit unbändigem Kampfgeist und auch spielerischer Klasse stets an den eigenen Erfolg glaubten und sich erst mit dem Schlusspfiff geschlagen geben mussten. Die Zuschauer im Luchsbau erlebten ein schnelles und aufregendes Spiel, in dem sie mit ihrer großartigen Unterstützung die eigene Mannschaft zum Sieg trommelten. Der Lohn ist der verdiente Meistertitel einer jungen Mannschaft, die sich unglaublich entwickelt hat.

Dudo Prelcec der Meistertrainer der HL Buchholz 08-Rosengarten lobt den Gegner: "Es ist sehr schwer gegen Waiblingen zu spielen, weil sie niemals aufgeben und sie in einer Schwächephase des Gegners eiskalt zuschlagen - das ist eine wirkliche Stärke des Teams. Für mich war es das gleiche Szenario wie im Hinspiel als wir auch mit sieben Toren geführt haben, doch heute wussten wir nach dem 4:0-Lauf der "Tigers", dass wir schnell reagieren müssen und konnten die Mädels erfolgreich beruhigen. Sehr entscheidend für den Sieg waren die individuelle Klasse von Kim Land, Lynn Schneider, Zeliha Puls und Mareike Vogel."

Matthias Steinkamp vom Luchse Trainer-Team fasst noch einmal die Saison zusammen: "Nach der Meisterschaft 2017/18 haben sieben Spielerinnen den Verein verlassen und wir mussten ein ganz neues Team um die etablierten Spielerinnen aufbauen. Die Mannschaft hatte von Beginn an eine tolle Einstellung, denn sie wollen jedes Spiel gewinnen und geben in jedem Training Vollgas und versuchen auch alle Vorgaben umzusetzen. Sie sind so lernwillig, dass sie in der Zwischenzeit alle Abwehrformationen spielen können. Auch die drei Niederlagen im Januar, die durch viel Pech, Krankheiten und Verletzungen zustande gekommen sind, haben die Mädels weggesteckt und daraus gelernt. Die individuelle Entwicklung der einzelnen Spielerinnen und als Team sind sensationell. Inzwischen sind wir im gebundenen Spiel nicht mehr ausrechenbar und nicht nur über die zweite Welle erfolgreich."