05.05.2019 14:12 Uhr - 2. Bundesliga - PM Kurpfalz Bären, red

Kurpfalz Bären unterliegen im Topspiel bei Meenzer Dynamites

4 Tore: Verena Oßwald4 Tore: Verena Oßwald
Quelle: Kurpfalz Bären
Die Pressekonferenz war ein Spiegelbild der Leistungen auf dem Spielfeld: Kate Schneider von den Bären und Thomas Zeitz, der glückliche Trainer des Mainzer Teams, zollten dem Gegner viel Respekt für die überragenden Leistungen beider Mannschaften in dieser Saison. Sie bedankten sich nicht nur bei den jeweiligen Fangemeinden, die diesem hochklassigen Spiel einen würdigen Rahmen gaben. Sondern sie machten auch deutlich, was den Handballsport per se auszeichnet: Fairness, wechselseitige Wertschätzung und die Rolle, die ein glückliches Händchen für die Spielentwicklung und damit das Ergebnis - dem 34:27 (17:15) aus Sicht der Hausherrinnen - hat.

In einem von beiden Mannschaften offensiv geführten Spiel konnte sich lange Zeit kein Team absetzen, und die Zuschauer begeisterten sich an schnellen Kombinationen und kraftvollen Abschlüssen. Obwohl beide Torhüterinnen eine starke Leistung zeigten, ließen sich die Schützinnen wenig beeindrucken und setzten ihre Torejagd munter fort. Kurz vor der Pause schien sich Mainz etwas absetzen zu können, doch die Bären blieben dran. In dieser Phase überzeugte die Bärenspielmacherin Samira Brand mit überraschenden Aktionen und Würfen, während Carmen Moser und Saskia Fackel etwas unter ihren Möglichkeiten blieben. Dafür war Verena Oßwald erneut mit ihrer unbekümmerten Art ein steter Gefahrenherd für die Abwehr der Gäste.

Nach der Niederlage gegen Spitzenreiter Buchholz/Rosengarten wollten die Bären-Ladies unbedingt den Erfolg in Mainz. Für Kate Schneider vielleicht ein Grund dafür, dass ihre Mannschaft in der Entscheidungsphase nicht locker genug blieb: "Uns fehlt im Augenblick die nötige Souveränität und auch die Geduld, die Angriffe in Ruhe vorzubereiten." Auch Thomas Zeitz betonte, dass Handball bei aller Athletik häufig Kopfsache ist: "Meine Spielerinnen haben heute in den letzten 20 Minuten befreit aufgespielt und ihre Chancen konsequent genutzt." Auffällig war allerdings auch, dass die sonst so gefürchtete Bärenabwehr dem Gegner zu viele Lücken anbot, so dass auch Torhüterin Sabine Stockhorst oft allein gelassen wurde. Am Ende mussten die Gäste die wie entfesselt aufspielenden Mainzerinnen unaufholbar davonziehen lassen.

Schneider: "Jetzt geht es darum, unsere Stärken wieder besser auszuschöpfen"




"Ich bin so Stolz auf mein Team. Wie sie mit dem Druck umgegangen sind und wie sie auch nach dem 18:18 wieder zurück gekommen sind und es am Ende durchgezogen haben ist schon beeindruckend. Ketsch ist ein top Team und verlangt einem alles ab, aber wir waren heute da und wir waren zu jeder Zeit präsent. Das war der Schlüssel!", meinte Dynamites-Trainer Thomas Zeitz. "34 Tore gegen Ketsch und deren aggressive 3:2:1-Deckung musst du erst einmal werfen. Sicherlich gehört dazu auch das Quäntchen Glück, aber das hat auch nur der Tüchtige. Und meine Mädels waren nicht erst gestern ganz schön tüchtig. Für solche Spiele rackerst du die ganze Saison."

Nach den zwei bitteren Niederlagen ist Psychologie gefragt: "Wir haben erleben müssen, dass auch ein unbedingter Siegeswille nicht immer zum Erfolg führt. Wir werden diese Woche uns darauf konzentrieren, was uns im bisherigen Saisonverlauf ausgezeichnet hat. Jetzt geht es darum, unsere Stärken in der Abwehr und im geordneten Tempospiel wieder besser auszuschöpfen, als uns dies zuletzt gelungen ist. Aber ich bin sicher, dass wir das schaffen werden", so eine weiterhin zuversichtliche Kate Schneider.

"Eine beeindruckende Kulisse mit tollen Fan-Lagern - nochmal allerherzlichsten Dank für die fantastische Unterstützung an die Fans und die Mädels und Jungs vom Q-Block - der dem Spiel einen mehr als würdigen Rahmen gegeben hat", so Zeitz, der betont: "Jetzt wollen wir auch die letzten beiden Spiele für uns entscheiden und werden nach einem sicherlich angenehmen Sonntag ab Montag den Fokus auf Zwickau legen."