04.05.2019 11:31 Uhr - 1. Bundesliga - HaJo Steinbach, PM Vereine, red

Um Meisterschaft und internationalen Wettbewerb: Thüringer HC erwartet Werkselfen aus Leverkusen

Herbert MüllerHerbert Müller
Quelle: Jürgen Pfliegensdörfer
Im vorletzten Heimspiel der Saison, drei Spiele vor Saisonende, empfängt der Thüringer HC die Werkselfen des TSV Bayer 04 Leverkusen. Für den THC geht es im Fernduell mit der punktgleichen SG BBM Bietigheim im Meisterschaftskampf buchstäblich um jeden Treffer, mit einem heutigen Sieg könnte zudem der zweite Tabellenplatz und somit die Chance auf die erneute Teilnahme an der Champions League vorzeitig abgesichert werden. Für Bayer Leverkusen geht es unterdessen um die vermutlich letzte Chance den vierten Platz noch einmal angreifen zu können.

"Das wird für den THC alles andere als leicht", ist sich der Pressedienst des Thüringer HC sicher und führt aus. "Deshalb richtet Herbert Müller seinen Appell wieder an die Fans, recht zahlreich in die Nordhäuser Wiedigsburghalle zu kommen, um die Heimmannschaft mit Begeisterung zu unterstützen. Diese Unterstützung hat das Team wahrlich verdient. Mit 22 Siegen in 23 Partien spielt der Deutsche Meister bisher eine überragende Saison, umso mehr, weil uns in der Phase nach der Europameisterschaft mit Iveta Luzumova und Alicia Stolle ganz wichtige Spielerinnen gefehlt haben und Spiele gewonnen wurden, die man hätte gar nicht gewinnen können. Deshalb ist dieser zweite Tabellenplatz aller Ehren wert. Mit einem Sieg gegen Leverkusen soll dieser zweite Platz auf jeden Fall erst einmal abgesichert werden."

Das schwere Auswärtsspiel in Göppingen wurde vom Thüringer HC in der Vorwoche am Ende deutlich gewonnen. Herbert Müller ist voll des Lobes über diesen Auswärtssieg, zumal Göppingen dem THC das Siegen ungemein schwer gemacht hat. "Sie haben sich mit Händen und Füßen gegen eine Niederlage gewehrt, und erst in den letzten 20 Minuten wurde dieser 32:22 Sieg herausgespielt, bedenkt man nur, dass die Gastgeber beim 15:16 bis auf ein Tor wieder herangerückt waren", blickt der THC zurück.

"Deshalb kann ich mit den zehn Toren sehr gut leben", sagt Herbert Müller, um gleichzeitig festzustellen, dass Bietigheim am Sonntag souverän gekontert hat und die Tordifferenz mit einem Kantersieg zu seinen Gunsten auf 22 Tore verdoppelt hat. Über die Tordifferenz ist im Kampf um die Meisterschaft damit eine Vorentscheidung gefallen. "Bietigheim hat das super gemacht", stellt Herbert Müller neidlos fest, wenn er auch vom letztjährigen Pokalsieger mehr Gegenwehr erwartet hatte.

Auf Schützenhilfe im Meisterschaftskampf, Bietigheim trifft heute auf Dortmund, will sich Herbert Müller aber nicht verlassen. "Wir müssen aber auf uns selbst schauen", so der Trainer des Thüringer HC, der vor dem ehrgeizigen Gegner warnt: "Der kann uns durchaus noch gefährlich werden". Leverkusen hat mit der Heimniederlage gegen Buxtehude im Kampf um Platz vier entscheidend an Boden verloren, zuletzt aber unter andem mit dem Sieg gegen Metzingen seine Klasse gezeigt.

"Damit haben sie übrigens dem THC beim Kampf um Platz zwei und die Champions League Qualifikation den Rücken frei gemacht - Danke Leverkusen!", stellt Herbert Müller fest. "Mit Leverkusen kommt eine gute schnelle Mannschaft, die unter ihrem neuen Trainer (Robert Nijdam a.d.R.), das so erfolgreiche Spiel der Niederländerinnen immer besser verinnerlicht", sagt der THC-Trainer. "Sie haben eine Reihe deutscher Auswahlspielerinnen im Kader, mit Nele Kurzke eine sehr gute Torhüterin und ihr Rückraum ist immer gefährlich", stellt der THC den Gegner vor.

Für Leverkusen hat sich Platz vier mit der ebenso unglücklichen wie auch unnötigen 24:25-Heimniederlage gegen Buxtehude "nüchtern betrachtet erledigt", wie es der Pressedienst der Werkselfen formuliert. Es gibt aber noch Hoffnung: "Dennoch ist das Erreichen des Saisonziels immer noch möglich, denn gegebenenfalls würde nämlich auch der fünfte Platz zum Abschluss reichen, um in der nächsten Saison international spielen zu können", so Leverkusen, das auf Amelie Berger (Knochenhautentzündung am Schienbein) und Aimée von Pereira (Knieprobleme und starke Erkältung) verzichten muss.

"Dies ist allerdings von mehreren Faktoren abhängig. Zunächst einmal darf Union Halle-Neustadt nicht Pokalsieger werden. Jeder andere Top-4-Teilnehmer wäre den Elfen recht, da diese in der Liga die Plätze eins bis drei belegen und ihre internationalen Startplätze schon sicher haben. Andererseits muss man abwarten, ob auch alle Clubs bzw. die betreffenden nationalen Verbände für alle Startplätze melden. Das war nämlich in den letzten Jahren nie der Fall, weshalb man durchaus davon ausgehen kann, dass für Bayer Rang fünf tatsächlich reichen würde. Doch auch um diesen Rang ist längst ein harter Dreikampf entbrannt. Jedenfalls zählt jetzt jeder Punkt, egal wo, und egal gegen wen", schildern die Werkselfen die eigene Situation.

Der Thüringer HC will kompakt in der Deckung stehen, rechtzeitig gegen den Rückraum raustreten und selbst konsequent die Angriffe abschließen, um auch dieses Spiel zu gewinnen. "Wir wollen keinen Punkt liegen lassen und weiter unsere Chance nutzen", heißt die Ansage des Trainers. Jetzt will der THC in der Crunchtime noch einmal voll konzentriert Gas geben, um die Saison bestmöglich abzuschließen, schließlich gibt es ja nach der Bundesliga noch das Olymp FINAL4 um den DHB-Pokal.

Nach längerer Pause steht Kristy Zimmermann wieder im Training und hat am 1. Mai schon beim Thüringer HC II in der 3. Liga gespielt. Mit Unterstützung der unter 23-jährigen aus der Bundesliga konnte so die Nachwuchsmannschaft das entscheidende Spiel in Birkenau gewinnen und sich so den Klassenverbleib sichern. "Herbert Müller gratuliert den Mädels sehr herzlich, weiß er doch, wie wichtig es ist, dass junge Talente über die harte Wettkampfpraxis an das Niveau der Bundesliga herangeführt werden. Besonders bedankt er sich bei Julia Redder und seiner Lebenspartnerin Petra Popluharova, die die jungen Spielerinnen geführt haben und so entscheidend zum Klassenverbleib beigetragen haben", heißt es von Seiten des THC.

Auch die Juniorelfen aus Leverkusen haben ihre Drittligasaison beendet, sie allerdings mit einer 24:27 (12:16)-Niederlage und Platz sechs in der Endabrechnung beendet. Bekannt wurde nun auch, dass Merit Müller, Dana Gruner und Torfrau Lisa Fahnenbruck zum Zweitligaaufsteiger HSV Solingen-Gräfrath wechseln werden, der von der ehemaligen Leverkusenerin Kerstin Reckenthäler trainiert wird. "Wir sind mit der Entwicklung des Teams unter Coach Jörg Hermes sehr zufrieden, zumal ja der Ausbildungseffekt absolut im Vordergrund steht. Insofern ist es ja auch eine Bestätigung, dass nun drei Spielerinnen in die Zweite Bundesliga wechseln werden", erklärt Geschäftsführerin Renate Wolf, auch mit Blick darauf, dass sich die A-Jugend des Vereins erneut für das Final-4-Turnier um die Deutsche A-Juniorenmeisterschaft am 1./2. Juni qualifiziert hat.

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