04.05.2019 10:54 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

Hessenderby zum Saisonendspurt: Flames empfangen die Vipers aus Bad Wildungen in Bensheim/Auerbach

Die Flames wollen Annika Ingenpaß und die Vipers stoppenDie Flames wollen Annika Ingenpaß und die Vipers stoppen
Quelle: malafo, Vipers
Die Saison 2018/19 in der Handball Bundesliga Frauen (HBF) biegt auf die Zielgerade ein. Am drittletzten Spieltag empfangen die Flames der HSG Bensheim/Auerbach am Samstag (17:30 Uhr, Weststadthalle) die HSG Bad Wildungen Vipers zum Hessenderby und gleichzeitig vorletzten Heimspiel. Beide Vereine konnten sich bereits vorzeitig den Klassenerhalt sichern. Dabei bieten sich durchaus auch weitere Parallelen, denn beide Teams sammelten vor allem in den letzten Spielen einige Punkte und gehen somit ohne Druck und mit Rückenwind in die Partie. Im Erfolgsfall könnten die Flames auf einen Punkt an die Vipers heranrücken.

Aus den letzten fünf Spielen holten die Vipers 8:2 Punkte durch Siege in Göppingen und Leverkusen sowie zu Hause gegen Oldenburg und Nellingen. Lediglich in Metzingen musste man sich mit 28:33 geschlagen geben, die Gäste reisen so mit einigem Selbstbewusstein zur HSG Bensheim/Auerbach. Auch aufgrund der erfolgreichen Aufholjagd in Nellingen vor einer Woche, als es neun Minuten vor dem Ende aus Sicht der Vipers 27:32 hieß, am Ende aber ein 33:32 auf der Anzeigetafel stand.

Vipers-Trainerin Tessa Bremmer sieht weitere Parallelen zwischen den beiden Teams: "Die Flames mussten im Laufe der Saison auch mit einem großen personellen Aderlass kämpfen. Ähnlich wie wir sind sie dadurch aber vor allem in den letzten Wochen noch enger zusammengerückt und konnten wichtige Punkte einfahren. Dadurch wird es ein sehr spannendes Spiel, welches wir unbedingt gewinnen wollen, um den einstelligen Tabellenplatz zu festigen."

Wie die Flames plagen allerdings auch die Vipers diese Saison Verletzungssorgen. Neben den Langzeitverletzten Annika Busch, Laura Vasilescu, Lisa-Marie Preis und Maxime Struijs musste Vipers-Trainerin Tessa Bremmer die letzten Wochen wegen Wadenproblemen auch auf die Schweizer Rückraumspielerin Romy Bachmann-Morf verzichten, die nach der Saison zum Ligakonkurrenten Göppingen wechselt und voraussichtlich gegen die Flames noch fehlen wird.

Schlimmer erging es den beiden Leistungsträgerinnen Laura Vasilescu und Annika Busch, die verletzungsbedingt während der Saison sogar ihre Karrieren beenden mussten. Vasilescu erzielte beim 26:19-Erfolg der Vipers im Hinspiel noch sechs Tore. Aus diesem Spiel haben die Flames auch noch etwas gut zu machen, denn in Bad Wildungen boten die Flames in der Schlussphase eine indiskutable Leistung. Zur Pause stand es 10:10 und nach 43 Minuten knapp 16:15 für die Vipers, die dann allerdings innerhalb von 13 Minuten auf 25:15 davonzogen, ohne dass die Flames ein Tor erzielen konnten.

Doch das ist Geschichte, die Flames haben seitdem die Trendwende geschafft. "Wir haben den Tabellennachbarn zu Gast und gehen natürlich in das Spiel, um zu gewinnen. Das ist ein Hessenderby und das ist immer interessant. Wir waren gegen Bad Wildungen immer dicht dran und jetzt wird es mal Zeit, dass wir uns mal belohnen und die Punkte holen. Mit Verletzungen sind wir beide arg gebeutelt. Wir haben nur noch neun Spielerinnen, die Vipers auch", so Flames Trainerin Heike Ahlgrimm.

"Trotzdem haben in den letzten Wochen beide Teams ihre Hausaufgaben gemacht und gute Ergebnisse erzielt. So haben wir uns auch diesmal wieder gut vorbereitet. Wir können beide ohne Druck und befreit in das Spiel gehen und ein richtig gutes Spiel machen. Wir freuen uns darauf in den letzten zwei Heimspielen vor unserem Publikum zu zeigen. Ja, wir haben die Möglichkeit auch zwei Punkte mit unserem Publikum zusammen zu holen", erklärt Ahlgrimm, wohl wissend, dass ihr Team mit dem Heimvorteil im Rücken noch zusätzliche Kräfte mobilisieren kann.

"Wir wissen, dass sie einen richtig guten Rückraum haben. Anouk Nieuwenweg ist gut, Sabine Heusdens ist gut und auch andere wie Romy Morf-Bachmann", weiß Heike Ahlgrimm um die Gefährlichkeit des Angriffes der Vipers. Mit Anouk Nieuwenweg (122/40 Tore) und Sabine Heusdens (117/30) finden sich gleich zwei Spielerinnen in den Top 10 der Scorer-Liste der HBF. Es gelte eine so starke Abwehrleistung wie in den letzten Heimspielen gegen Halle-Neustadt und Leverkusen zu liefern und neben dem Wirkungskreis der Rückraumschützinnen auch die Anspiele an den Kreis an Annika Ingenpaß zu verhindern.

Auch wenn beide mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben, so ist das Hessenderby trotzdem ein besonderes Spiel und für die Vipers sowas wie ein Endspiel. Mit einem Sieg bei den Flames würden sie am Ende der Saison vor den Flames bleiben, da dann der Abstand auf die Flames bereits fünf Punkte, bei noch zwei ausstehenden Spielen, beträgt. Die Flames wiederum würden mit einem Heimsieg auf einen Punkt an die Vipers herankommen und hätten noch Chancen auf den neunten Platz. "Es sind dann noch zwei Spiele und wir gucken von Spiel zu Spiel und wir gucken auf uns. Wir sind in den letzten Spielen von unserem Publikum auch getragen worden. Dies war gegen Halle so und gegen Leverkusen und warum soll das jetzt nicht wieder so sein. Jetzt gibt es zwei Punkte und die wollen wir bei uns behalten und so gehen wir auch ins Spiel", gibt sich Heike Ahlgrimm zuversichtlich.