21.04.2019 12:50 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

Werkselfen unterliegen deutlich in Bensheim/Auerbach

starker Rückhalt: Jessica Kocklerstarker Rückhalt: Jessica Kockler
Quelle: Andrea Müller, Flames
Im Kampf um Tabellenplatz vier müssen die Bundesliga-Handballdamen des TSV Bayer 04 Leverkusen einen Rückschlag verarbeiten. Sie verloren bei der HSG Bensheim/Auerbach deutlich mit 20:30 nach 7:16-Pausenrückstand. Zeitnah nach dem Spiel fehlten Leverkusens Coach Robert Nijdam noch die Worte: "Das muss ich nun erst einmal in aller Ruhe analysieren. Fakt ist, dass uns nichts gelingen wollte, egal was wir auch versucht haben." Kim Berndt, kommende Saison für Buchholz-Rosengarten aktiv, war Bayers beste Schützin mit sieben Treffern. Für die Gastgeberinnen traf Julia Maidhof sieben Mal; Merel Freriks und Lisa Friedberger waren jeweils sechs Mal erfolgreich. Bayer musste somit Buxtehude vorbeiziehen lassen und rutschte auf Rang fünf ab.

"Manchmal steht man da und es fehlen einem die Worte. Wir haben schon daran geglaubt, dass heute was geht und wir waren sehr positiv und sind mit Selbstbewusstsein aufgetreten. Dass es natürlich heute so läuft, ich glaube, damit hat niemand gerechnet. Und wenn ich das Spiel sehe, dann war es auch absolut verdient, weil wir nicht nachgelassen haben", kommentierte Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm die 2 Punkte im Osternest und den Sieg gegen den Verein, für den sie von 2002-2010 als Spielerin selbst das Trikot trug und von 2012-2014 als Trainerin tätig war nach der Partie.

Ein paar Zahlen liefern zumindest einmal Ansatzpunkte für Erklärungsversuche: Die Werkselfen erzielten im ersten Durchgang gerade mal sieben Tore und damit so wenig, wie in keiner anderen Halbzeit in dieser Saison. In der ersten Viertelstunde landete der Ball nur drei Mal im Netz der Bensheimerinnen, was auch daran lag, dass Joanna Rode, Jennifer Rode und Mia Zschocke in dieser Zeit drei Siebenmeter vergeben hatten - etwas, das in dieser Form in den vergangenen Jahren auch nicht all zu oft passiert sein dürfte.

Insgesamt leisteten sich die Gäste 25 Fehlwürfe aus allen Lagen heraus, davon allein 16 vor der Pause. Hinzu kommen 19 Ballverluste, die man sich freilich selbst gegen eine Mannschaft aus dem unteren Tabellenbereich nicht erlauben darf. Auch die Zahl von insgesamt sieben kassierten Kontertoren weist auf einen Schwachpunkt an diesem gebrauchten späten Nachmittag hin.

Dabei hatte es mit dem Führungstor durch Joanna Rode gut begonnen. Danach aber kassierte man direkt fünf Treffer in Folge, was spürbar für Verunsicherung sorgte. Die Flames-Abwehr um die erneut sehr starke Torhüterin Jessica Kockler kämpfte um jeden Ball und ermöglichte sich dadurch auch schnelle Konter. Schnell war Nijdam gezwungen, an etlichen Stellschrauben zu justieren. Schien die eine dann zu funktionieren, begann die nächste zu wackeln. "Es klappte einfach nichts", so Nijdam. Mit dem 6:15 nach 29 Minuten lagen die Elfen erstmals mit neun Toren im Hintertreffen.


Trotzdem war man bei den Flames immer noch gewarnt, denn man wusste ja, wie bereits erwähnt, um Leverkusens Stärke in der 2. Halbzeit. Nicht umsonst steht diese Mannschaft auf dem 4. Platz in der Liga. Von daher gingen die Flames auch hochkonzentriert in den 2. Abschnitt und bestimmten weiter das Geschehen. Die Werkselfen spielten jetzt zwar stärker, doch die Chancenverwertung war weiterhin nicht gut. Da die Flames sich mittlerweile in einen Rausch gespielt hatten, konnten sie den Gegner nicht nur auf Distanz halten. Statt einer Aufholjagd der Gäste bekam das diesmal nicht in üblicher personeller Stärke erschienene Publikum ein nahezu unverändertes Bild zu sehen.

Zwar mischte nun in Reihen der Elfen Zivile Jurgutyte mit, die eigentlich noch geschont werden sollte, doch auch sie konnte nur kurzfristig die Offensivaktionen ihres Teams ordnen. Spätestens nach dem 23:12 für die "Flames" in der 44. Minute gab es keinen Zweifel mehr daran, wer das Feld als Sieger verlassen würde. Daran änderte auch der nervenstarke Auftritt von Kim Berndt, die fünf Siebenmeter in Folge verwandelte, nichts mehr.

"Ich bin einfach nur unheimlich stolz auf die Mädels und auf uns, weil wir haben 2 ganz, ganz wichtige Punkte. Es macht halt im Moment auch absolut Spaß, weil wir uns für den harten Kampf und für die harte Arbeit belohnen", so Heike Ahlgrimm, die mit Blick auf den Ausfall der Dänin Simone Spur Petersen ergänzte: "Wir hatten diese Woche einen starken Rückschlag hinnehmen müssen mit dem Kreuzbandriss von Simone, die am Donnerstag schon operiert wurde und ich bin einfach nur stolz, dass die Mannschaft das heute so gut kompensiert hat und dass sie für Simone mitgespielt hat. Das macht es halt aus und das ist Handball. Von daher bin ich heute absolut glücklich."

Damit bleiben die Flames im 4. Spiel hintereinander ungeschlagen und holten 7:1 Punkte. Durch den Sieg verbesserten sie sich auf den 10. Tabellenplatz. Außerdem ist der Klassenerhalt bei noch vier ausstehenden Begegnungen so gut wie sicher. Der SV Union Halle-Neustadt liegt 7 Punkte hinter den Flames und müsste, um noch an den Flames vorbeizuziehen, alle vier Spiele (u.a. gegen Bietigheim) gewinnen und die Flames dürften selbst keinen Punkt mehr holen.