21.04.2019 14:00 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

Bietigheim gewinnt deutlich in Neckarsulm

Angela MalesteinAngela Malestein
Quelle: Marco Wolf
Im Württemberg-Derby bei der Neckarsulmer Sport-Union gewann die SG BBM Bietigheim verdient mit 28:16 (16:8) und grüßt nach dem 22. Spieltag der Handball Bundesliga Frauen (HBF) nach wie vor von der Tabellenspitze. Geprägt war das Derby vor allem von zwei überragenden Torhüterleistungen von Nicole Roth und Dinah Eckerle.

Im württembergischen Derby in der Neckarsulmer Ballei musste SG BBM-Cheftrainer Martin Albertsen wie zuletzt beim Heimsieg gegen die HSG Blomberg-Lippe auf die verletzten Karolina Kudlacz-Gloc und Luisa Schulze verzichten. Erneut wurde dafür Nachwuchstalent Leonie Patorra aus dem Perspektivkader nominiert.

Bietigheim gab gegen die Audistädter von Beginn an mächtig Gas und führte nach sechs Minuten gleich mit 6:0. NSU-Trainer Pascal Morgant musste früh mit einer ersten Auszeit reagieren und wechselte mit Svenja Kaufmann auch direkt durch. Eben jene Spielerin erzielte schließlich auch nach neun langen Spielminuten den ersten Treffer für die Sport-Union und führte ihre Mannschaft im Angriff sicherer. Die Defensive der SG BBM, um Maura Visser und Torhüterin Dinah Eckerle stand über die kompletten 60 Minuten bombensicher.

Erst in der 9. Minute kamen die Gastgeberinnen durch Svenja Kaufmann zu ihrem ersten Torerfolg. Unbeeindruckt davon drückte die SG BBM weiter aufs Tempo - nach der Hälfte im ersten Durchgang lag der Tabellenführer verdient mit 10:2 vorne. Der Tabellenzwölfte kam nun etwas besser ins Spiel. Mit einer 16:8-Führung des Spitzenreiters ging es in die Halbzeitpause.


Zu Beginn des zweiten Abschnitts waren es die Niederländerinnen Michelle Goos auf NSU-Seite sowie Laura van der Heijden auf Seiten der SG BBM, die die ersten Treffer zum 17:9 markierten. Kim Naidzinavicius und Maura Visser stellten den Abstand auf zehn Tore, dem Antje Lauenroth Treffer Nummer 20 für Bietigheim folgen ließ - 20:9 lautete der Spielstand nach 40 gespielten Minuten. Als die Gastgeberinnen durch zwei Tore von Ljubica Pavolovic zum 21:12 erfolgreich waren, nahm SG BBM-Cheftrainer Martin Albertsen seine erste Auszeit, in deren Anschluss Fie Woller auf 22:12 stellte.

Mit diesem Vorsprung ging es auch in die letzten zehn Minuten, in der erneut die Dänin aufdrehte und drei Treffer, ergänzt durch einen von Laura van der Heijden, zum 27:15 beisteuerte. Routinier Anna Loerper setzte den 28:16-Endstand, der auch in dieser Höhe, aufgrund einer überdurchschnittlichen Defensivarbeit mit nur 16 Treffern in 60 Minuten, mehr als verdient war. Obwohl die Sport-Union mit gerade einmal 12 Gegentreffern in der zweiten Hälfte eine gute Leistung zeigte und das Ergebnis im Rahmen hielt, hätte das Ergebnis mit einem effektiveren Angriff auch knapper gehalten werden können.

Im spannenden Fernduell um die Deutsche Meisterschaft siegte zeitgleich der Thüringer HC erwartungsgemäß hoch mit 32:16 gegen SV Union Halle-Neustadt. Die Tordifferenz zwischen den beiden Titelkandidaten beträgt somit vier Spieltage vor Saisonende ein Plus von elf Treffern pro Bietigheim bei Punktgleichheit von 42:2.

SG BBM-Cheftrainer Martin Albertsen sagte nach dem deutlichen Sieg: "Ich bin heute zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft - besonders in der Defensive, in der wir heute sehr gut gestanden sind. Mit zwölf Toren das Derby auswärts zu gewinnen, ist heute absolut in Ordnung."

"Den Anfang möchte ich rausnehmen. Danach haben wir es ganz gut gemacht und uns mit allem was wir hatten, gegen die hohe Bietigheimer Qualität gestemmt. Deshalb möchte ich auch das Positive sehen und das ist, dass wir gegen Bietigheim unter 30 Gegentoren geblieben sind. Wenn wir den 0:6-Start und die vielen Gegenstöße abziehen, zeigt das eine gute Abwehrleistung meiner Mannschaft sowie die sehr starke Leistung von Nice Roth im Tor und darauf müssen wir die verbleibenden Spiele weiter aufbauen. So sind wir mit den 28 Toren mal zufrieden. Dazu hatte auch Bietigheim eine super Abwehr und mit Dinah Eckerle eine überragende Torhüterin. Wenn man sieht, dass wir dann noch einige freie Würfe vergeben, ist da auf jeden Fall ordentlich Potenzial vorhanden. Deshalb hätten wir das Spiel eigentlich auch etwas knapper gestalten können. Dafür, dass wir nicht den besten Tag hatten, ist es aber ein anständiges Ergebnis", sagte Pascal Morgant nach Spielende.