20.04.2019 13:18 Uhr - 1. Bundesliga - Wolfgang Seitz - Südwestpresse, PM Nellingen red

Nellingen will gegen Metzingen "Lange mithalten und mutig spielen"

Nellingen konnte Metzingen im Hinspiel nicht stoppenNellingen konnte Metzingen im Hinspiel nicht stoppen
Quelle: TuS Metzingen
In der Bundesliga gastiert eine ersatzgeschwächte TuS Metzingen am Samstag (19.30 Uhr) im Derby beim TV Nellingen. Wenn der Tabellendritte beim Schlusslicht gastiert sind die Vorzeichen klar und erst recht, wenn man das Hinspiel in Erinnerung ruft. Damals unterlagen die Filder-Handballerinnen am 2. Weihnachtsfeiertag bei den TusSies in der Tübinger Paul-Horn-Arena doch sehr deutlich. Ralf Rascher gab seinerzeit sein Debüt auf der Hornets-Bank und musste ratlos zuschauen, wie seine Mannschaft regelrecht überrannt wurde. Dies soll sich in der Partie am Samstag ändern.

Muskelfaserrisse beschäftigen dieser Tage die Sportnation. Die Wade von Bayern-Keeper Manuel Neuer ist Gegenstand diverser Spekulationen. Warum sind die Fasern gerissen, wann kann er wieder spielen? Das interessiert bei der TuS Metzingen nur am Rande, dort ist man auf jene von Maren Weigel fokussiert, bei der am Montag ebenfalls ein Muskelfaserriss diagnostiziert wurde. Am Samstag musste sie im Spiel gegen die Vipers aus Bad Wildungen raus. Spannende Frage auch hier: Wann kann sie wieder spielen?

"Man kann keinen Faserriss mit dem anderen vergleichen. Bei Maren hat sich herausgestellt, dass es auf alle Fälle kein schwerer ist. Deshalb ist es das Ziel, dass sie beim Final Four am 25./26. Mai wieder dabei sein kann. So ist es besprochen, darauf wird hingearbeitet", sagte Trainer André Fuhr. Ruhe und Geduld sei nun oberstes Gebot. Die Ausfalldauer kann mit dem besten Willen nicht prognostiziert werden. "Es ist natürlich nicht gut, dass sie am Ende der Saison total aus dem Rhythmus kommt, zumal sie zuletzt sehr gut drauf war", bedauert Fuhr den Ausfall seiner Rückraumspielerin sehr, die das Lazarett der TusSies weiter anwachsen lässt.

Metzingen mit Zugängen im Lazarett




Da gibt es seit dem Wochenende nämlich noch zwei weitere Zugänge. Monika Kobylinska plagen Achillessehnenprobleme. Ihr Trainer hofft sehr, dass sie am Samstag in Nellingen mitmachen kann, ansonsten hätte er nämlich gar keine Fachkraft mehr für halbrechts. Bei Isabell Roch hat sich die Hüftproblematik wieder gemeldet, mit der sie sich schon geraume Zeit herumschlägt. Trainieren konnte sie zu Beginn der Woche nicht. Die Schulterverletzung von Katharina Beddies ist nicht wesentlich besser geworden, ein Einsatz am Ostersamstag eher unwahrscheinlich. "Das sind zu viele Baustellen. Vielleicht müssen wir jetzt die Zeche zahlen für die vielen Spiele im Januar, die wir mit schmalem Kader bestreiten mussten." Trotz allem hat André Fuhr für das Oster-Spiel klare Vorstellungen: Die Punkte müssen ins pinke Nest.

Die Fahrt geht ganz in die Nähe, zum Nachbarn nach Nellingen. Der TVN hat Mitte März seinen Rückzug aus der Bundesliga bekanntgegeben. Wirtschaftliche Gründe ließen keine andere Wahl. "Für die Liga ist es immer bitter, wenn Vereine zurückziehen müssen. Für Nellingen tut es mir besonders leid, weil es ein familiär geführter Verein ist, bei dem die Struktur stimmt. Man kann nicht erahnen, wie viel Arbeit Geschäftsführer Bernd Aichele und seine Mitstreiter in dieses Projekt gesteckt haben", sagt Fuhr.

Nach dem angekündigten Rückzug haben sich die "Schwaben Hornets" keineswegs hängen lassen, sondern lieferten anständige Leistungen ab. "Sie haben zuletzt immer mitgehalten, ihre Spiele erst am Ende verloren. Sie spielen schnell nach vorne, verstecken sich nicht", weiß der TuS-Trainer.

Wohlwollend beobachtet er, dass Lena Degenhardt ein Aktivposten ist, die in der nächsten Saison ihre Schaffenskraft bekanntlich in den Dienst der TusSies stellt. Sie war am Samstag auch in der Öschhalle und hat ihr neues Team gegen die HSG Bad Wildungen beobachtet. Die zweite Halbzeit wird ihr besser gefallen haben als die erste. Damit war der Neuzugang aber bei weitem nicht alleine.

Rascher: "Wir haben keinen Druck auf unserer Seite"




Zwar waren standen Hornets-Coach Ralf Rascher unter der Woche oftmals nur acht Feldspielerinnen zur Verfügung dennoch blickt er auf eine positive Trainingswoche zurück: "Die Einheiten waren trotz der dünnen Personaldecke wirklich gut und wir konnten uns ordentlich auf die Partie vorbereiten. Wie Bietigheim und Thüringen ist Metzingen individuell einfach richtig stark und deshalb versuchen wir lange mitzuhalten und mutig zu spielen. Wir haben keinen Druck auf unserer Seite."

Tabellarisch sind die TusSies die klare Nummer drei der Beletage des deutschen Handballs. Auf das Spitzenduo hat die Mannschaft von Trainer Andre Fuhr jeweils sechs Zähler Rückstand, aber gleich deren neun auf die Verfolger Leverkusen und Buxtehude. Zudem war Metzingen im EHF-Cup vertreten und steht im Final4 des DHB-Pokals, wo der THC auf die Ermstälerinnen wartet.

Das Trainerteam möchte mit der Mannschaft den sicherlich zahlreichen Zuschauern beider Lager eine gute Partie zeigen. Das Ziel muss es sein, im Angriff geduldig zu sein und uns Chancen herauszuarbeiten damit die Hornets nicht reihenweise in Konter laufen wie beim Hinspiel. Im Rückzugsverhalten hat die Mannschaft einen großen Schritt gemacht und es haperte zuletzt lediglich an der Chancenverwertung.

Da es das vorerst letzte Duell auf diesem Niveau ist, macht es das Aufeinandertreffen zu etwas Besonderem. "Wir haben jetzt noch drei Heimspiele und da wollen wir jeweils guten Handballspielen und uns ordentlich präsentieren vor unseren Fans", so Rascher. Verzichten muss er auf jeden Fall auf Roxana Alina Ioneac, deren Knieprobleme einen Einsatz noch nicht zulassen ebenso wie auf die Langzeitverletzte Catherine Csebits.


Die Partie im Livestream