20.04.2019 09:37 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

Die Flames der HSG Bensheim/Auerbach erwarten Tabellenvierten aus Leverkusen

Heike AhlgrimmHeike Ahlgrimm
Quelle: Andrea Müller, Flames
Für die Flames der HSG Bensheim/Auerbach steht am heutigen Ostersamstag in der Handball Bundesliga Frauen (HBF) das drittletzte Heimspiel der Saison auf dem Programm. Die seit drei Spieltagen ungeschlagenen Schützlinge von Trainerin Heike Ahlgrimm empfangen eines der Top-Teams der Liga. Mit den Werkselfen des TSV Bayer 04 Leverkusen kommt der aktuelle Tabellenvierte in die Weststadthalle. Spielbeginn ist um 17.30 Uhr.

Die von Robert Nijdam trainierten Werkselfen wollen natürlich bei den Flames den 4. Platz verteidigen, denn dieser Platz würde zur Teilnahme am Europa-Cup berechtigen. Bei noch fünf ausstehenden Spielen bis zum Saisonende haben es die Werkselfen daher selbst in der Hand dies zu erreichen und sind nicht von den Ergebnissen der Mitkonkurrenten abhängig. Ein Sieg in Bensheim zählt für den Favoriten daher als Pflichtaufgabe.

Von einem im Vergleich zur Konkurrenz aus Buxtehude und Dortmund womöglich leichteren Schlussprogramm möchte Bayers Übungsleiter Robert Nijdam jedoch nichts wissen: "Zum Thema leicht erinnere ich nur an unsere Heimniederlagen gegen Halle und Bad Wildungen. Leichte Gegner gibt es in dieser Liga nicht, und das ist nicht nur eine Floskel oder womöglich eine Ausrede."

Auch und insbesondere vor dem anstehenden Gegner HSG Bensheim/Auerbach (Samstag, 17.30 Uhr, Weststadthalle) warnt Nijdam eindringlich: "Die haben zweimal in Folge gewonnen, gegen Halle und in Göppingen. Aber da sie noch nicht ganz gerettet sind, werden sie gegen uns um jeden Ball kämpfen. Und im Rücken haben sie ein tolles Publikum, die Halle dort ist immer voll. Das wird eines der schwersten Auswärtsspiele überhaupt."

Auch die Flames brauchen sich auf keinen Fall verstecken und sind auch hier nicht chancenlos. Immerhin sind sie seit drei Spielen ungeschlagen und haben in Dortmund einen Punkt entführt und die letzten beiden Spiele gegen Halle und in Göppingen gewonnen. Durch den Sieg gegen Göppingen konnten die Flames den Abstand zu den Abstiegsrängen auf fünf Punkte vergrößern und für sie gilt das Gleiche, wie für die Werkselfen mit dem Europa-Cup - sie haben es selbst in der Hand ihr Saisonziel Klassenerhalt zu erreichen.

Die Werkselfen haben einen interessanten Kader aus erfahrenen Spielerinnen wie die Rückraummitte Zivile Jurgutyte oder Sally Potocki, aber auch vielen jungen Spielerinnen, wie die Nationalspielerinnen Mia Zschoke, Anna Seidel und Amelie Berger, die für die nächste Saison bei der SG BBM Bietigheim angeheuert hat. Zum Kader der Deutschen Nationalmannschaft gehören auch Torfrau Nele Kurzke und die ehemalige Flamme Jennifer Rode, die mit 110/16 Toren auch erfolgreichste Torschützin der Werkselfen ist und sich in den Top10 der HBF wiederfindet.

Die Elfen derzeit mit 25:17 Punkten und 541:517 Toren den 4. Platz der Liga. Die Ergebnisse sind dabei völlig unterschiedlich. Auf der einen Seite Siege gegen Mannschaften, wie Dortmund oder Metzingen, dann aber wiederum Heimniederlagen gegen Halle (25:32) oder vor 2 Wochen gegen die Vipers aus Bad Wildungen (20:22). Letztes Wochenende besiegte man den Tabellenletzten TV Nellingen 28:22, lag zur Halbzeit aber noch 10:12 zurück.

Leverkusen ist daher schwer auszurechnen, wie auch Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm findet: "Leverkusen ist diese Saison eine absolute Wundertüte. Sie machen gute Spiele und machen schlechte Spiele. Sie verlieren gegen Bad Wildungen, gewinnen aber gegen die TusSies und lassen Punkte gegen Halle. Das geht immer auf und ab. Du weißt halt nie, wie sie drauf sind", beschreibt sie den Gegner.

Natürlich hat Heike Ahlgrimm, die von 2002-2010 als Spielerin selbst das Trikot der Elfen trug und von 2012-2014 als Trainerin auf der Kommandobrücke stand, ihre Mannschaft gut auf den Gegner vorbereitet. Wie bei den letzten Spielen aber auch, ist es am Wichtigsten, dass ihr Team an die eigenen Stärken glaubt und selbst seine notwendige Leistung abruft. "Wir haben die letzten Wochen damit gut getan, auf uns zu schauen. Wir sind gut drauf und motiviert und wir spielen vor eigenem Publikum. Natürlich wollen wir versuchen, die nächsten zwei Punkte zu holen."

"Die Mädels müssen sich das alles hart erarbeiten, das wissen wir. Wir haben uns gut darauf vorbereitet und vielleicht können wir ja nochmal überraschen. Leverkusen muss unbedingt gewinnen, sie wollen ja Vierter werden. Das ist ganz eng, wenn sie einen internationalen Platz haben wollen, denn da kämpfen mindestens drei darum. Deshalb müssen sie das Spiel gewinnen und das wissen sie. Sie haben aber anscheinend das leichtere Programm, als alle anderen. Da wäre es doch schön, wenn wir sie ärgern könnten", glaubt die Flames-Trainerin auch gegen den Tabellenvierten an eine realistische Chance ihres Teams.

Leverkusen wird jedoch hochmotiviert sein, denn sie behalten im Idealfall ihren Tabellenplatz, doch auch sie müssen erstmal in der Weststadthalle gewinnen. Die Flames hoffen dabei, trotz der sommerlichen Temperaturen und des langen Osterwochenendes, dass trotzdem viele Zuschauer sie unterstützen. Und aus dem Hinspiel haben die Flames auch noch was gutzumachen, denn bei der 23:30 Niederlage in Leverkusen boten die Flames die vielleicht schlechteste Saisonleistung und lagen nach 25 Minuten mit 10 Toren beim 17:7 im Rückstand. In der zweiten Halbzeit lief es dann besser. Von daher müssen die Flames wieder von Anfang an wach und 60 Minuten konzentriert zur Sache gehen.

"Wir müssen schauen, wer dort spielt, aber wie gesagt, wir gucken auf uns. Vor unserem eigenen Publikum haben wir die Möglichkeit sie zu ärgern und wir haben auch die Möglichkeit zwei Punkte zu holen. Wir wollen weiter an uns glauben und weiter unseren Job machen", ist daher auch gewohnt optimistisch. "Zwei unerwartete Punkte im Osternest wären dabei sicher eine schöne Osterüberraschung und würden den Klassenerhalt fast schon sichern", so der Pressedienst der Flames.

Bei der normalerweise zu erwartenden Niederlage des SV Union Halle-Neustadt beim Deutschen Meister Thüringer HC, müssten die Wildcats nämlich dann noch alle ausstehenden vier Saisonspiele (u.a. gegen Bietigheim) gewinnen, um noch an den Flames vorbeiziehen zu können und die Flames wiederum dürften selbst keine Punkte mehr aus den letzten vier Spielen holen. Mit einem weiteren Überraschungscoup könnte man somit das Osterfest und die trainingsfreien Tage umso mehr genießen.

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