15.04.2019 12:29 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

"Den Sieg wohl etwas mehr gewollt": Neckarsulmer Sport-Union mit Big Points im Abstiegskampf

6 Tore von Isabelle Jongenelen reichten nicht6 Tore von Isabelle Jongenelen reichten nicht
Quelle: Thorsten Helmerichs, VfL
Für Handball-Ästheten war das Spiel zwischen dem VfL Oldenburg und der Neckarsulmer Sport-Union am heutigen Sonntagnachmittag in der EWE Arena wahrlich nichts. Von Beginn an war das Spiel von zahlreichen technischen Fehlern geprägt und erinnerte eher an Abstiegskampf pur als an das Spiel eines Teams aus dem gesicherten Mittelfeld gegen den Drittletzten. Das Team von Trainer Niels Bötel wirkte stark verunsichert und konnte niemals seiner Favoritenrolle gerecht werden, so dass am Ende ein verdienter 28:26-Sieg der tapfer kämpfenden Gäste stand. "Mein Team hat den Sieg wohl etwas mehr gewollt", befand dann auch NSU-Trainer Pascal Morgant nach dem Spiel.

Das Spiel war noch keine sieben Minuten alt, da lag der VfL schon mit 1:4 hinten. Es sollte bis zur 14. Minute dauern bevor der VfL durch Cara Hartstock erstmals zum 7:7 ausgleichen konnte. Zuvor hatten Isabelle Jongenelen und Myrthe Schoenaker ihr Team mit zwei bzw. drei Treffern wieder herangebracht. Meist waren es allerdings Einzelaktionen. Überhaupt glänzten die Gastgeberinnen an diesem Tag eher mit Einzelaktionen, als das sie als Mannschaft auftraten.

Es sollte aber noch zehn weitere Minuten dauern bevor die Gastgeberinnen kurz vor Ende der Halbzeit durch Hartstock mit 12:11 erstmals in Führung gehen konnten. Keine halbe Minute später hatte Jongenelen sogar auf 13:11 erhöht. Zwei Minuten vor der Pause brachte Kim Birke mit einem sehenswerten Treffer zum 15:12 ihr Team sogar mit drei Toren in Front. Nun sah es ganz danach aus, als ob der VfL trotz bisher wenig überzeugender Leistung seiner Favoritenrolle gerecht werden könnte. Mit einer 16:14 Führung ging es dann in die Kabinen.

Neckarsulm insgesamt aggressiver in der Abwehrarbeit




Die Gäste kamen deutlich aggressiver aus den Kabinen, was dem VfL sichtlich gar nicht schmeckte. Fünf Minuten nach Wiederanpfiff hat Neckarsulm aus dem Rückstand eine 18:16 Führung gemacht. Immer wieder war es Nele Reimer die für die Gäste traf. Zwar konnte der VfL durch Jongenelen noch einmal zum 19:19 ausgleichen, aber für eine erneute Führung sollte es nicht mehr reichen. Zwar produzierten auch die Gäste zahlreiche technische Fehler, agierten aber insgesamt aggressiver in der Abwehrarbeit.

Mit nur zwei Zeitstrafen gegen sein Team dürfte Bötel alles andere als zufrieden gewesen sein. Auffallend war auch das kaum ein langer Pass der Gastgeberinnen bei der eigenen Mitspielerin ankam. Den größten Teil der zweiten Halbzeit lief der VfL einem ein bis zwei Tore Rückstand hinterher. Allein dreimal traf in dieser Phase des Spiels eine gut aufgelegte Isabelle Jongenelen Latte oder Pfosten und war am Ende untröstlich über die verpassten Punkte. Als dreieinhalb Minuten vor dem Ende Neckarsulms Beste, Nele Reimer, zum 27:24 einwarf, war das Spiel entschieden. Die Gastgeberinnen nahmen Reimer daraufhin in Manndeckung, doch die Neckarsulmer Mannschaft spielt die Führung gekonnt über die Zeit. Am Ende stand ein verdienter 28:26-Sieg der Gäste aus Neckarsulm. Am kommenden Samstag ist der VfL zu Gast bei den Bad Wildungen Vipers.

"Mir fallen gerade 1000 Steine vom Herzen und ich bin einfach brutal glücklich, dass wir heute hier gepunktet haben. Es war von beiden Mannschaften über 60 Minuten ein extremer Fight, in dem sie sich nichts geschenkt haben. Das hat man auch in den Abwehrreihen so gesehen. Heute hatten wir ein bisschen mehr Glück und ich glaube, dass wir letztlich den Sieg etwas mehr gewollt und ihn uns dadurch auch verdient erkämpft haben. Am Ende ging es hier nämlich nicht wirklich um Taktik, sonder darum 60 Minuten Vollgas durchzuhalten und weniger Fehler zu machen. Beide Mannschaften haben viele Fehler gemacht, aber wir hatten zwei, drei weniger auf dem Konto und sind somit auch zu den zwei Toren Unterschied gekommen", sagte NSU-Trainer Pascal Morgant nach Spielende.