14.04.2019 16:42 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, red

TSV Nord Harrislee macht gegen HC Rödertal das Dutzend voll

3 Tore: Linda Emely Zöge3 Tore: Linda Emely Zöge
Quelle: Stefan Michaelis, HCR
Wer hätte das vor Saisonbeginn gedacht? Die Handballerinnen des TSV Nord Harrislee feierten am 26. Spieltag ihren zwölften Sieg in der zweiten Bundesliga. Nach sechzig Minuten kämpften die Nordfrauen den HC Rödertal in der heimischen Holmberghalle mit 24:23 (14:12) förmlich nieder. Der HCR zeigte zwar eine kämpferische Leistung erlaubte sich aber schlicht zu viele einfache Fehler im Aufbauspiel.

Wie schon vergangenes Wochenende musste bei den Rödertalbienen Jasmin Eckart passen. Außerdem ging auch Rabea Pollakowski nicht mit auf Auswärtsfahrt. Dafür nahm HCR-Trainer Frank Mühlner alle drei Nachwuchsspielerinnen mit, die in der bisherigen Saison zum Einsatz kamen - Lara Tauchmann (1 Tor), Linda Emely Zöge (3 Tore) und Isabel Wolff.

"Es war kein Spiel auf hohem Nivau, Am Ende war es ein Sieg des Einsatzes. Wir haben auch etwas mehr Glück gehabt", zog Harrislees Co.-Trainer Peer Linde ein erleichtertes Fazit und pflichtete seinem Kollegen Frank Mühlner bei, der gesehen hatte, dass "zu viele Fehler im Spiel waren. Aber für die Zuschauer war es spannen."

Rote Karte gegen HCR-Torfrau




Dies zeigte auch der Beginn der Partie, als es Tor um Tor ging und nach elf Minuten ein 5:5 von der Anzeigentafel der Holmberghalle leuchtete. Allerdings erlaubten sich beide Seiten immer wieder technische Fehler. Die Schleswig-Holsteinerinnen minimierten diese Quote zuerst und setzten sich in der Folge auf 8:5 ab. Bienen-Coach Mühlner zog zum ersten Mal seine grüne Karte und brachte anschließend Tauchmann ins Spiel. Die Jugendspielerin fasste sich direkt ein Herz, ging durch eine Lücke im Mittelblock der Gastgeberinnen und netzte ein.

Die zuvor schon einmal aus ihrem Tor eilende HCR-Keeperin Yuko Minami, lief ein zweites Mal aus ihrem Gehäuse und stoppte regelwidrig Milena Natusch, die sie zu Fall brachte. Aufgrund des gefährlichen Spiels, erhielt Minami regelkonform die rote Karte (18.). Schon zuvor hatten sich die Nordfrauen Vorteile erspielt. Die angeschlagene Ann Rammer musste zwischen die Pfosten und feierte mit dem gehaltenen Siebenmeter ihren Einstand.

Angeführt von der wie entfesselt auftrumpfenden Merle Carstensen, die acht ihrer insgesamt elf Tore im ersten Durchgang erzielte, setzten sich die Nordfrauen in der bis dahin temporeichen und hochklassigen Begegnung in der 22. Minute auf 12:7 ab. Carolin Hauschild, die nach der Langzeitverletzung von Samiah Melfsen beim TSV Nord Harrislee als "Aushilfe" fungiert, belohnte sich mit einem Tor und sorgte mit einem Heber zum 13:9 für Jubelstürme in der Holmberghalle. Doch in den letzten Minuten vor der Pause, riss der Faden im Harrisleer Spiel und die Gäste stellten - nun mit einer 5:1-Abwehr agierend - beim 14:12 den Anschluss her.

"Den musste ich unbedingt holen": Woch rettet Heimsieg




In der zweiten Halbzeit sank dann das Nivau der Partie. Daran hatte aber auch das ohne Linie pfeifende Schiedsrichtergespann Susann Kruska und Sarah Lange aus Berlin ihren Anteil. Denn sie sorgten mit fragwürdigen Entscheidungen, allerdings auf beiden Seiten, für Zornesröte auf den Rängen und bei den Trainern. Beide Mannschaften brachte dies aus dem Konzept, so dass fortan mehr um den Sieg gerungen, denn gespielt wurde. Dabei hatten die Gäste den besseren Start in die zweite Halbzeit und drehten den Rückstand in eine knappe Führung (17:18, 39.).

Dass die Gastgeberinnen in Schieflage gerieten, lag auch an insgesamt vier verworfenen Siebenmeter während der Partie. Eine beinahe zu hohe Hypothek. Die Rödertalbienen konnten die Fehler ihrer Gegnerinnen nicht nutzen, um die Führung weiter auszubauen. Und gegen die mit dem von Peer Linde angesprochenen "Einsatz" leidenschaftlich gegenhaltenden Nordfrauen, sollte dies der einzige Vorsprung des HC Rödertal bleiben. So legten die Gastgeberinnen ab dem 19:18 immer ein Tor vor, die Gäste glichen aus.

Nachdem Franziska Peters zwei Minuten vor Schluss das 24:23 erzielte, sicherte Lotta Woch zwölf Sekunden vor dem Ende mit einem Hechtsprung den Ball. "Den musste ich unbedingt holen. Ich wusste, dann haben wir gewonnen", so Lotta Woch, die so den Sieg für ihre Mannschaft festhielt, die nach der Schlusssirene das Dutzend Saisonsiege auf dem Parkett der Holmberghalle tanzend feiern konnte.