14.04.2019 09:53 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

VfL Oldenburg ist auf Wiedergutmachung aus, Neckarsulmer SU will Reaktion und Punkte

Oldenburg muss auf Helena Mikkelsen verzichten, die sich gegen Metzingen einen "Pferdekuss" einfingOldenburg muss auf Helena Mikkelsen verzichten, die sich gegen Metzingen einen "Pferdekuss" einfing
Quelle: Thorsten Helmerichs, VfL
Sowohl der VfL Oldenburg wie auch die Neckarsulmer Sport Union warten nicht nur seit dem 23. Februar vergeblich auf einen weiteren Sieg, beide kassierten zuletzt auch schmerzhafte Niederlagen: Die Neckarsulmer SU unter lag der HSG Blomberg-Lippe mit 20:33, für Oldenburg gab es vor heimischer Kulisse beim 19:38 eine Lektion vom Tabellendritten Metzingen. Die weiterhin im Mittelfeld liegenden Gastgeberinnen sind auf Wiedergutmachung aus, für Neckarsulm hingegen geht es nicht nur um eine Reaktion sondern ab 16.30 Uhr auch um wichtige Punkte im Kampf um den Klassenverbleib.

Die 20:33-Niederlage bei der HSG Blomberg-Lippe war für alle Beteiligten der Neckarsulmer Sport-Union schmerzhaft und ein Rückschlag im Abstiegskampf der Handball Bundesliga Frauen, in dem auch die Tordifferenz noch entscheidende Bedeutung erlangen könnte. "Inzwischen blickt die Mannschaft um Trainer Pascal Morgant nach einer Aufarbeitung wieder nach vorne", so der Pressedienst der Neckarsulmerinnen vor der nächsten Aufgabe.

Am Vorabend erreichte die Neckarsulmerinnen allerdings noch die Nachricht vom Sieg der HSG Bensheim/Auerbach in Göppingen, der Tabellenelfte ist nun vier Punkte voraus. Neckarsulm steht unter Druck, mit einem Heimsieg gegen den Buxtehuder SV könnte der SV Union Halle-Neustadt vorbeiziehen und das Morgant-Team bei einer Niederlage auf einen Abstiegsplatz rutschen. Mut machen könnte das Hinspiel, nach dem ersten Saisonsieg in Blomberg bezwang Neckarsulm Mitte November im Anschluss auch gleich den VfL - dem mit Angie Geschke und Isabelle Jongenelen damals zwei wichtige Stützen fehlten - mit 38:27.

"Oldenburg hat eine starke Mannschaft und verfügt neben der Ausnahmespielerin Angie Geschke über einen breit besetzten Rückraum. Dazu haben sie mit Cara Hartstock eine groß gewachsene Kreisläuferin und haben zuletzt mit drei Spielerinnen am Kreis überrascht. Wir müssen nach dem Auftritt in Blomberg eine Reaktion zeigen, wissen aber auch, dass in der aktuellen Situation jeder Gegner schwer für uns ist", sagte NSU-Trainer Pascal Morgant vor der Partie.

"Nach dem letzten Wochenende haben wir allen nochmals bewusst gemacht, dass es fünf vor zwölf ist und wir jede Spielerin voll bei der Sache haben müssen. Im Hinspiel haben wir gewonnen, da jede einzelne Spielerin alles in den Ring geworfen hat. Genau diese Einstellung brauchen wir auch jetzt wieder", hofft Morgant. Einen Rückschlag mussten die Neckarsulmerinnen dennoch erneut verkraften. Nach einer Abwehraktion ist Kreisläuferin Sina Namat am Mittwochabend umgeknickt und droht mit starken Schmerzen für das kommende Wochenende auszufallen.

Fehlen wird auch Louisa Wolf, die mit sechs Treffern im Hinspiel ebenfalls großen Anteil am deutlichen Heimsieg der NSU hatte. Die Rückraumspielerin hatte sich im Februar einen Kreuzbandriss zugezogen. Deshalb mussten die Gäste noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv werden und bewiesen dabei ein überaus glückliches Händchen. Aus der dänischen Liga holten sie mit der Isländerin Birna Berg Haraldsdottir eine überaus treffsichere Rückraumspielerin, die in den letzten sieben Spielen 33 Tore erzielen konnte und vom Siebenmeterpunkt eine 100%ige Trefferquote vorzuweisen hat.

"Das wird kein Selbstläufer wie das Hinspiel gezeigt hat, aber Neckarsulm ist einer der Gegner, gegen die wir gewinnen müssen. Dafür müssen wir das aber deutlich besser machen als im Hinspiel", fordert unterdessen Oldenburgs Trainer Niels Bötel. "Wir müssen versuchen den Gegner von Anfang an zu beeindrucken. Damit uns dies gelingt müssen wir aber unsere Fehlerquote aus den letzten Spielen deutlich verringern, um so den Gegner ordentlich unter Druck zu setzen."

"Wichtig wird es sein die Rückraum-Kreis-Achse des Gegners in Griff zu bekommen um so zu Ballgewinnen zu kommen und den Ball dann schnell und fehlerfrei nach vorne zu bringen", führt der VfL-Trainer aus, der hier wohl vor allem an Neckarsulms Toptorschützin Nele Reimer (138 Treffer) sowie Kreisspielerin Seline Ineichen denkt, die dem VfL im Hinspiel zusammen 12 Treffer eingeschenkt hatten. "Das wird ein hartes Stück Arbeit", ist sich Bötel sicher, der weiterhin auf Jane Martens verzichten muss. "Jane ist zwar wieder ins Training eingestiegen, aber bisher noch ohne Körperkontakt. Außerdem müssen wir erneut auf Helena Mikkelsen verzichten, die im letzten Spiel einen Pferdekuss abbekommen hat und am Sonntag pausieren muss."

Livestream VfL Oldenburg - Neckarsulmer SU