13.04.2019 08:16 Uhr - 1. Bundesliga - Frank Höhmann, PM FAG und PM HSG

Göppingen gegen Bensheim/Auerbach: FA-Frauen wollen sich gegen die Flames nicht die Finger verbrennen

Petra AdamkovaPetra Adamkova
Quelle: Michael Schmidt
Wenn die Göppinger Bundesliga-Handballerinnen am heutigen Samstag um 19 Uhr in ihrem letzten von drei Heimspielen in Folge die "Flames" der HSG Bensheim/Auerbach erwarten, wollen sie sich am Gegner nicht die Finger verbrennen. Erst recht nicht soll dem noch abstiegsgefährdeten Kontrahenten aus Hessen die Möglichkeit gegeben werden, ein flammendes Inferno zu entfachen. Stattdessen will das Team von Trainer Aleksandar Knezevic selber ein Feuerwerk auf dem Spielfeld zünden und dem 34:27-Derbysieg gegen den TV Nellingen einen weiteren Heimsieg folgen lassen.

"Endlich ist es vorbei", atmet Petra Adamkova auf, denn zuvor hatte es sieben Niederlage in Serie gesetzt. "Aber eigentlich war es vergangene Woche ja gar kein Heimsieg", fährt die Göppinger Kreisläuferin fort und lacht. Die Frisch-Auf-Frauen bezwangen den Lokalrivalen von den Fildern in ihren Auswärtstrikots.

Eine angesichts der besonderen Umstände ergriffene Maßnahme des Göppinger Coaches. In welchem Dress seine Mannschaft am Samstag in der EWS-Arena auflaufen wird, das lässt Aleksandar Knezevic offen. "Unser Ziel ist es, den siebten Platz zu verteidigen. Dazu müssen wir etwas mehr Stabilität in die Abwehr bringen, als es gegen Nellingen gerade in den ersten 30 Minuten der Fall war", sagt der Coach der Frisch-Auf-Frauen.

Ob Lina Krhlikar eingesetzt werden kann, die im Heimspiel gegen die Schwaben Hornets sich beim Rückwärtslaufen mit Nellingens Stefanie Schoeneberg verhakt hatte und unglücklich auf die linke Hand gefallen war, wird sich kurzfristig entscheiden. "Ich hoffe, dass Lina dabei sein kann", sagt Knezevic, "sie war die Woche über krankgeschrieben". Es gibt aber auch Erfreuliches aus der medizinischen Abteilung der Göppingerinnen: Rückraumspielerin Annika Blanke dürfte am Samstag beim drittletzten Heimspiel der Saison in den Kader zurückkehren.

Um gegen Bensheim in eigener Halle einen Heimsieg zu landen, dazu will auch wieder Torhüterin Branka Zec ihren Anteil beitragen, die gegen Nellingen mit vielen tollen Paraden aufwartete, was die "Handballwoche" mit der Nominierung in die Mannschaft der Woche würdigte. Ein schöner Nebeneffekt, der Zec weiter anspornen dürfte. "Ich gebe immer alles. Manchmal klappt es eben mehr, manchmal nicht so. Es freut mich natürlich, wenn ich dem Team den nötigen Rückhalt geben kann."

Das Hinspiel verloren die Flames mit 28:29 (15:10). Dabei lag man kurz nach der Halbzeit noch mit sechs Toren in Führung. Doch Göppingen drehte noch das Spiel, führte zwischenzeitlich selbst mit drei Toren. Das Siebenmetertor zum 28:29 von Iris Gubernic zehn Sekunden vor dem Ende besiegelte dann die Niederlage. Letzte Saison gewannen die Grün-Weißen beide Begegnungen. In Göppingen verloren die Flames 27:19 und zu Hause unterlag man mit 25:27.

Bensheim kämpfe noch um wichtige Punkte für den Klassenerhalt. Der Tabellenelfte hat immer wieder mit guten Ergebnissen aufhorchen lassen: So mündete das aus dem jüngst erzielten 21:21 beim Europacupanwärter Borussia Dortmund gewonnene Selbstvertrauen der Mannschaft von Trainerin Heike Ahlgrimm in ein 31:18-Schützenfest im Kellerduell gegen Halle-Neustadt. Ein vorentscheidender Schritt zum Klassenerhalt für die "Flames", die drei Punkte Vorsprung auf den Gefahrenbereich haben.

"Im Moment sind wir positiv und haben Rückenwind. Aus den letzten vier Spielen haben wir fünf Punkte geholt und davor insgesamt nur sechs. Wir haben daher Selbstvertrauen und fahren natürlich nach Göppingen, um dort zwei Punkte zu holen und um einfach weiterzumachen, weil wir wissen, dass wir die Punkte brauchen. In Göppingen wollen wir ein gutes Spiel machen. Wir haben bereits im Hinspiel ein gutes Spiel gemacht und dann ganz unglücklich paar Sekunden vor Schluss mit einem Tor verloren. Vielleicht geht da ja was und uns gelingt eine Überraschung", so die Zielsetzung von Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm.

Heike Ahlgrimm hat die Grün-Weißen ausgiebig analysiert: "Wir müssen schauen, wer bei Göppingen aufläuft, denn sie haben immer nur ein kleiner Kader, der aber richtig gut ist. Das sieht man auch an den Toren. Sie haben schon einige richtige gute Spielerinnen, wie zum Beispiel Michaela Hrbková oder Prudence Kinlend. Göppingen spielt eine sehr aggressive 3-2-1-Abwehr und haben bisher super gepunktet. Sie haben eine sehr gute Hinrunde gespielt und wir haben dort nichts zu verlieren und können frei aufspielen. Wir haben keinen Druck und fahren von daher wieder dorthin, um zu überraschen. Das haben wir in Dortmund auch schon geschafft und vielleicht können wir den nächsten Großen ärgern", glaubt die Flames-Trainerin fest daran, dass man die nächsten Punkte sammeln könnte.

"Das wird keine leichte Aufgabe für uns", weiß Göppingens Torhüterin Branka Zec, die sich aber nicht zu sehr mit dem Gegner beschäftigen, sondern den Fokus auf ihr Team und dessen Stärken legen möchte, die es am Samstag wiederabzurufen gilt. "Dann werden wir dieses Spiel auch gewinnen. Wir wollen Blomberg nicht vorbeiziehen lassen", sagt Zec, die die Fans in den verbleibenden Spielen mit schönem, aber auch erfolgreichem Handball verwöhnen möchte. "Was dann noch möglich ist und ob wir uns in der Tabelle verbessern können, werden wir sehen. Wir schauen von Spiel zu Spiel." Jede Partie sei wichtig und müsse mit der entsprechenden Konzentration angegangen werden. Der ersehnte Heimsieg der Vorwoche habe befreiend gewirkt und gezeigt, "dass wir es in der eigenen Halle auch noch können."

Livestream zum Spiel: