13.04.2019 10:36 Uhr - 1. Bundesliga - Wolfgang Seitz - Südwestpresse, PM Vereine

"Wir sind Favorit" - TuS Metzingen vor dem Duell gegen ersatzgeschwächte Vipers aus Bad Wildungen

Isabell Roch: "Konzentriert sein und über die erste und zweite Welle in unseren Flow kommen."Isabell Roch: "Konzentriert sein und über die erste und zweite Welle in unseren Flow kommen."
Quelle: Marco Wolf
Bundesligist TuS Metzingen erwartet am heutigen Samstag (20 Uhr, Öschhalle) die HSG Bad Wildungen Vipers. "Bad Wildungen hat in Leverkusen gewonnen. Da muss ich eigentlich gar nichts weiteres mehr sagen", so Metzingens Trainer André Fuhr. Das fruchtet sicher, weil bei seinem Team die 22:26-Niederlage gegen eben diese Leverkusenerinnen noch nachhallt und nicht gänzlich vom fulminanten 38:19-Kantersieg in Oldenburg überstrahlt wird. "Wir sind Favorit", betont Fuhr allerdings und erwartet von seiner Mannschaft einen dementsprechenden Auftritt.

Die Gäste reisen unterdessen mit personellen Sorgen aus Bad Wildungen an. Aufgrund der anhaltenden Blessuren bei Romy Morf-Bachmann und Anna Franková werden Vipers-Trainerin Tessa Bremmer in Metzingen nur acht Feldspielerinnen zur Verfügung stehen: "Wir müssen Romy und Anna in diesem Spiel schonen, damit die beiden für die zwei wichtigen Heimspiele gegen Oldenburg und Nellingen hoffentlich wieder fit sind."

Dementsprechend wird die sowieso schon schwierige Aufgabe beim Tabellendritten noch herausfordernder. "Metzingen versucht über sein extrem schnelles Tempospiel viele Tore zu machen, daher müssen wir im Angriff sehr geduldig und diszipliniert spielen, um die TuSsies nicht zu einfachen Gegenstoßtoren einzuladen", ist sich Bremmer bewusst und fügt an: "Wir werden nach unseren momentanen Möglichkeiten alles geben, um so gut wie möglich in Metzingen zu bestehen. Das wird jedoch keine leichte Aufgabe."

Nicht mitmachen bei den Gastgeberinnen kann nach Lage der Dinge Katharina Beddies, der die Schulterverletzung aus dem Training zu schaffen macht. "Kaputt ist nichts", sagt André Fuhr, Schmerzen hat die Linksaußen der Metzingerinnen wegen einer Zerrung trotzdem. Tamara Haggerty, die in Oldenburg geschont wurde, weil sich ein leichtes Ziehen im Oberschenkel gemeldet hatte, wird gegen ihren Ex-Klub hingegen auflaufen. "Sie ist spielfähig", vermeldet ihr Trainer.

Dorina Korsos indes noch nicht. Zumindest läuft sie nach einem Meniskus-Eingriff schon wieder. Mit ihr ist frühestens nach Ostern zu rechnen. Isabell Roch, zuletzt mit Hüftproblemen behaftet, meldete sich bei der Pressekonferenz ebenfalls einsatzbereit. Die scheidende TuS-Keeperin erwartet einen kämpferischen Gegner. "Sie stecken auch nach Rückständen nie auf, sind immer hochmotiviert, stellen zudem eine unangenehme Abwehr", sagt Isabell Roch. Den Schlüssel zum Erfolg hat sie aber auch: "Konzentriert sein und über die erste und zweite Welle in unseren Flow kommen."

Das sieht Trainer André Fuhr genauso. Als Schablone könnte man das Spiel in Oldenburg nehmen. "Über eine stabile Abwehr ins Tempospiel kommen", umschreibt Fuhr die aus Sicht der Gastgeberinnen hoffentlich siegbringende Vorgehensweise. Wenn dann die Chancenverwertung auf einem ähnlichen Level wie in Oldenburg liegt, passt alles. Gespannt ist Fuhr darauf, wie seine Mannschaft ohne Druck agiert, ob sie auch vor eigenem Publikum befreit aufspielen kann.

Denn, es ist schon noch spannend in der Bundesliga. Oben duellieren sich die SG BBM Bietigheim und der Thüringer HC punktgleich um den Titel, unten wird in einem engen Rennen der zweite Absteiger neben Nellingen gesucht. Um Platz vier wird ebenfalls noch gerungen. "Davon sind wir nicht betroffen. Das ist aber doch kein schlechtes Gefühl", verweist der Kommandogeber auf den dritten Platz. Den haben die TusSies angesichts eines Vorsprungs von neun Punkten sicher und damit auch die Teilnahme am EHF-Cup in der kommenden Spielzeit.

Nach oben hingegen sind es sechs Punkte mehr auf das Spitzenduo Thüringer HC und SG BBM Bietigheim. Unwahrscheinlich, dass die Spitzenteams im Meisterschaftskampf noch so viele Punkte liegen lassen. Trotzdem ist für die TuS Metzingen die Saison noch nicht gelaufen. André Fuhr steckt die Eckpunkte ab. "Mit dem Final Four haben wir das absolute Highlight noch vor uns. Nicht nur im Hinblick darauf wollen wir uns Schritt für Schritt weiterentwickeln." Am Samstag kommt ein weiterer Aspekt hinzu: "Es ist ein Heimspiel. Da sind alle hochmotiviert."

Livestream vom Spiel: