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07.04.2019 10:23 Uhr - 1. Bundesliga - PM Oldenburg, Wolfgang Seitz - Südwestpresse

VfL Oldenburg will TuS Metzingen "möglichst lange ärgern"

Madita Kohorst spielte viele Jahre in OldenburgMadita Kohorst spielte viele Jahre in Oldenburg
Quelle: Tobias Baur, TuS
Zum bereits dritten Mal in dieser Saison trifft der VfL Oldenburg an diesem Sonntag (16.30 Uhr) auf die TuSsies aus Metzingen. Die konnten im vergangenen Herbst beide Begegnungen klar für sich entscheiden.

Auch, wenn die Gäste als hoher Favorit in die EWE Arena kommen will das Team von Niels Bötel diesmal das Spiel mit Hilfe seiner Fans deutlich enger gestalten. "Unser Ziel ist es Metzingen möglichst lange zu ärgern. Vielleicht gelingt uns ja auch eine Überraschung", will Rückraumspielerin Helena Mikkelsen keine Gastgeschenke verteilen und hofft auf einen ähnlichen Überraschungscoup, wie er vor einer Woche Leverkusen gelungen ist. Die besiegten in eigener Halle die ganz so erwartet die TuSsies mit 26:22. "Das macht die Sache für uns nicht einfacher. Die werden hoch motiviert nach Oldenburg kommen, um die Scharte von letzter Woche wiedergutzumachen", erwartet Niels Bötel ein extrem schweres Spiel gegen die aktuelle Nummer Drei im deutschen Frauenhandball.

Am Montag hat man sich bei den TuSsies ausgiebig unterhalten. Gegenstand der Konversation war das Spiel, das man am Tag zuvor in Leverkusen mit 22:26 verloren hat. Wobei weniger das Ergebnis als die dargebotene Leistung das Problem war. "Wir haben nach den Ursachen geforscht und sind alle der Meinung, dass so etwas einfach nicht passieren darf", sagte Trainer André Fuhr. Man habe nie einen Zugriff auf das Spiel bekommen und deshalb folgerichtig verloren. Fuhr stellt eines der Hauptprobleme heraus: "Bei Kreuzbewegungen im Angriff hat das Timing nicht gestimmt, deshalb gab es zu wenige Tore aus dem Rückraum." Nicht nur von dort, hinzu kam Pech mit dem Torgebälk. "Wir hätten trotz schlechter Leistung noch gewinnen können. Das spricht wiederum für die Qualität, die wir uns erarbeitet haben", sagt Fuhr. Unterm Strich steht trotzdem die Erkenntnis, dass man es einfach besser spielen muss.

Besondere Partien für Kohorst und Hartstock




Und das gilt es nun in Oldenburg umzusetzen. Ein Wiedersehen gibt es am Sonntag mit Madita Kohorst, die nach überstandenen Kreuzbandriss so langsam wieder an ihre alte Form anknüpft und sicherlich mit einer Extraportion Motivation nach Oldenburg reisen wird. "Darauf freue ich mich riesig. Viele Freunde aus meinem Heimatverein, meine Familie, meine Tante und mein Onkel - sie alle kommen zum Spiel. Aufgrund meiner Verletzung habe ich beim VfL gar nicht mehr spielen können, mich richtig verabschieden können. Jetzt kann ich auf dem Spielfeld noch einmal guten Tag sagen", so die 30-malige Junioren-Nationalspielerin in einem Gespräch mit der NWZ über ihre erste Rückkehr an ihre alte Wirkungsstätte. "Ob es für Madita oder uns ein Vorteil ist, dass sie so lange in Oldenburg gespielt hat, ist schwer zu sagen. Auf jeden Fall wird sie hoch motiviert sein in der EWE Arena ein gutes Spiel abzuliefern", rechnet Niels Bötel mit einer gut aufgelegten Madita Kohorst. Besonders ist es auch für VfL-Kreisläuferin Cara Hartstock, die zur kommenden Saison den Weg aus dem hohen Norden ins schöne Ermstal antritt. Eigentlich ist es für alle Spielerinnen besonders, weil es hüben wie drüben viel gutzumachen gilt.

Nichtsdestotrotz ist der VfL-Trainer weit davon entfernt das Spiel vorzeitig herzuschenken. "Wir müssen wieder mehr Stabilität in die Abwehr bekommen, so dass sich Metzingen jeden einzelnen Wurf und Chance hart erkämpfen muss. Im letzten Spiel ist der Gegner allzu oft ungehindert durch unsere Abwehr marschiert, weil wir viel zu lieb waren. Speziell im Mittelblock. Nur zwei Zeitstrafen in solch einem Spiel zu bekommen ist zu wenig", sieht Bötel den Schlüssel für ein erfolgreiches Spiel seines Teams in einer gesunden Aggressivität und Präsenz in der Abwehr.

"Wir können es ja, müssen es nur halt wieder zeigen. Es ist wichtig das sich die Mädels wieder selbst belohnen und das geht am besten, wenn wir zu möglichst vielen einfachen Würfen kommen. Damit uns das gelingt, müssen wir gut in der Abwehr stehen und unsere Fehlerquote im Angriff deutlich reduzieren." "Wir müssen unsere individuellen Fehler reduzieren", stimmt ihm Mikkelsen zu.

Fuhr: "Im Sinne der Spiel-Vorbereitung ist also alles perfekt"




Oldenburg sieht André Fuhr als launische Diva. Der amtierende Pokalsieger kann an guten Tagen einiges reißen, an weniger guten gar nichts. Daraus resultiert die bescheidene Zwischenbilanz von 15:23 Punkten. Nach dem fulminanten 27:20-Derbysieg in Buxtehude setzte es vier Niederlagen, die letzte am vergangenen Wochenende beim 30:33 in Blomberg. "Da waren sie fast noch schlechter als wir in Leverkusen", hat der TuS-Coach bei entsprechenden Recherchen festgestellt. Ausnahme war Myrthe Schoenaker, die auf der Mitte immer besser in Schuss kam, stolze 13 Tore auf dem Zettel hatte.

Die TuSsies traten bereits am Samstag die Reise nach Oldenburg an. Um 10 Uhr wurde noch trainiert, dann ging es in den Bus. "Im Sinne der Spiel-Vorbereitung ist also alles perfekt. Da wollen wir keine Ansätze für etwaige Erklärungen bieten", sagt André Fuhr. Übersetzt heißt das: Verlieren streng verboten. "Wir brauchen die Punkte, um nicht in Bedrängnis zu kommen", verweist Fuhr darauf, dass seine Mannschaft nach wie vor auf dem "europäischen" dritten Platz steht - und dort auch bleiben will.

Was der Trainer gar nicht will ist, dass irgendjemand aus dem pinken Tross zu viel an die Spiele denkt, die man in dieser Saison bereits gegen Oldenburg bestritten hat. An zwei aufeinanderfolgenden Tagen (3./4. November) landete man zwei Kantersiege: 34:21 im Pokal, 43:29 in der Bundesliga. Das ist aber Schnee aus dem vergangenen Jahr.

Hinter dem Einsatz von Katharina Beddies steht ein kleines Fragezeichen. Sie hat sich im Training an der Schulter verletzt, am Donnerstagmorgen wurde eine leichte Zerrung diagnostiziert, die einen Einsatz in Oldenburg nicht gänzlich ausschließt. Und bei Oldenburg? Während Jane Martens am Sonntag weiterhin fehlen wird, zeigt sich Bötel recht optimistisch das Ann Kristin Roller (Rücken) und Isabelle Jongenelen (Grippe), die beide während der Woche Trainingspausen einlegen mussten, am Sonntag wieder dabei sein werden.

Die Partie im Livestream








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