01.04.2019 09:11 Uhr - 1. Bundesliga - Doetsch, Müller, PM Vereine

Dortmund mit Ausgleich in letzter Sekunde: Bensheim/Auerbach belohnt sich für großen Kampf mit einem Punkt

Asuka Fujita jubelt nach dem Ausgleich zum 21:21 Asuka Fujita jubelt nach dem Ausgleich zum 21:21
Quelle: Stummbillig, BVB
Die Flames der HSG Bensheim/Auerbach haben beim Tabellenvierten Borussia Dortmund einen wichtigen Punkt im Kampf um den Klassenerhalt geholt. Das Team von Trainerin Heike Ahlgrimm erkämpfte sich beim Favoriten ein 21:21 (12:9) Unentschieden und hätte sich fast sogar mit einem doppelten Punktgewinn belohnt, doch die Handballfrauen des BVB konnten durch den zusätzlichen Feldspieler im letzten Angriff die Überzahl noch ausnutzen und drei Sekunden vor dem Ende durch Asuka Fujita ausgleichen. Für die Flames steht nun das Kellerduell gegen Union Halle-Neustadt bevor.

Dreimal standen sich beide Mannschaften seit dem Aufstieg der Flames gegenüber und dreimal verloren die Flames unglücklich gegen die Handballfrauen von Borussia Dortmund, so auch das Hinspiel wenige Sekunden vor dem Ende mit 27:28. Und auch das Spiel am Samstag vor 355 Zuschauern in der Sporthalle Bleichstein war wieder ein echter Krimi bis zum Schlusspfiff.

Dabei hatten die Flames beim 20:21 und eigenem Ballbesitz 40 Sekunden vor dem Ende die Möglichkeit alles klar zu machen, doch ein Ballverlust ermöglichte dem BVB noch die Chance zum Ausgleich, den dieser eiskalt nutzte und die Flames schockte. "Auch wenn sich alle im ersten Moment als Verlierer fühlten, so zählt dieser Punkt, der in Dortmund geholt wurde und am Ende vielleicht noch wichtig sein kann", so der Pressedienst der HSG.

"Wir haben einen Punkt und der Punkt ist wahnsinnig wichtig. Auch wenn mancher ein bisschen enttäuscht ist, für mich zählt dieser Punkt und sonst nichts anderes", zog daher auch Heike Ahlgrimm insgesamt ein positives Fazit nach dem Spiel. "Mit 21 Gegentoren gewinnst du normalerweise. Aber wir haben uns vorne über das gesamte Spiel schwergetan. Wir hatten zu viele technische Fehler und haben in der zweiten Halbzeit zu viele Gegentore über den Gegenstoß bekommen", analysierte unterdessen BVB-Coach Gino Smits.

Die Flames waren gut ins Spiel gekommen und von der ersten Minute an da und erkämpften sich auch immer wieder den Ball. Allerdings scheiterten sie zu oft an der erneut überragenden ehemaligen Nationaltorhüterin Clara Woltering, die ihre Mannschaft im Spiel hielt und bereits nach 12 Minuten nicht nur freie Bälle, sondern auch beide Siebenmeter der Flames parierte. Bis zum 8:8, doch dank Woltering gelang es dem BVB sich über 11:8 zum 12:9 Halbzeitstand abzusetzen.

Die zweite Halbzeit begann mit einem weiteren Tor für Dortmund, denn Johanna Stockschläder brachten den BVB beim 13:9 erstmals mit vier Toren in Führung. Doch wer dachte, das Spiel würde jetzt den normalen Lauf nehmen, den man aufgrund des Tabellenstandes erwarten könnte, sah sich getäuscht: Die Flames konnten durch Sarah van Gulik und drei Treffer von Julia Maidhof zum 13:13 (42.) ausgleichen. Caroline Müller gelang anschließend die 14:13 (42.) Führung für Dortmund - der erste Treffer für den BVB nach gut neun Minuten.

Lisa Friedberger per Siebenmeter und Rafika Ettaqi sorgten dafür, dass die Flames seit dem 7:6 in der 22. Minute erstmals wieder in Front lagen. Die Partie wogte hin und her. Die letzte Dortmunder Führung sollte dann aber Hannah Kriese eine Viertelstunde vor dem Ende erzielen - mit einer Vierer-Serie machten die Flames aus dem 15:16 ein 19:16 und schienen auf dem Weg zur Überraschung. Doch die Borussinnen kämpften sich wieder heran, weil Bensheim ähnlich wie in der ersten Halbzeit in der Abwehr ein wenig die Puste ausging. Ahlgrimm stellte auf eine offensivere Deckungsvariante um, konnte jedoch nicht verhindern, dass Fujita kurz vor Schluss die Chance auf den Ausgleich bekam - und diese eiskalt nutzte.

Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm zeigte sich dennoch nicht enttäuscht: "Wir haben in der ersten Halbzeit eigentlich ganz gut angefangen, haben dann aber auch viele Fehler gemacht und Dortmund sozusagen eingeladen. Wir haben nicht den richtigen Zug zum Tor gehabt und wir lagen verdient mit drei Toren hinten. In der Halbzeit haben wir uns gesagt, dass wir noch 30 Minuten Zeit haben und dass wir unsere Chancen nutzen müssen. Dann hatten wir diese starke Phase. Wir führen mit drei Toren und am Ende fehlte vielleicht das kleine Quäntchen Glück. Aber wir haben einen Punkt. Wir haben einen Punkt in Dortmund geholt, der im Abstiegskampf enorm wichtig sein kann. Das habe ich meinen Mädels auch gerade gesagt, dass sie hier auch erhobenen Hauptes nach Hause gehen können. Wie gesagt, der Punkt ist wichtig und nur das zählt."

BVB-Trainer Gino Smits war zwar zufrieden, dass es am Ende noch einen Punkt gab, nicht aber mit dem Spiel seiner Mannschaft. "Dass es ein schwieriges Spiel sein würde, war schon im Vorfeld bekannt. Wir haben uns vorne eigentlich über das ganze Spiel, bis auf das Ende der ersten Halbzeit, schwer getan. Wir hatten zu viele technische Fehler im Angriff und haben eigentlich nie den Rhythmus gefunden. Trotzdem muss ich sagen, mit 21 Gegentoren gewinnt man normalerweise ein Spiel. Aber unser Angriff war heute einfach nicht gut. Wir haben fünfzehn technische Fehler gemacht in der zweiten Halbzeit und haben fünf Tore im Gegenstoß bekommen. Das war schon schlecht. Wir müssen glücklich sein, dass wir das Spiel noch gedreht haben und in den letzten paar Sekunden das Unentschieden geworfen haben."