23.03.2019 18:15 Uhr - Länderspiele - chs

Deutschland zittert sich am Ende zum Sieg über die Niederlande

Emily Bölk setzte den letzten Treffer der Partie, Lea Rühter hielt den Sieg festEmily Bölk setzte den letzten Treffer der Partie, Lea Rühter hielt den Sieg fest
Quelle: Marco Wolf
Die deutsche Nationalmannschaft hat den zweiten Vergleich mit den Niederlanden für sich entschieden. Nach dem gestrigen 26:29 (10:14) in Groningen erkämpfte sich das DHB-Team in Oldenburg am Ende ein 29:28 (19:12). Über weite Strecken konnte das Team von Henk Groener überzeugen, im Schlussdrittel verlor man allerdings den Faden und konnte so in letzter Sekunde den Sieg durch eine sensationelle Parade von Torhüterin Lea Rühter sicherstellen.

Gegenüber dem Vortag setzten beide Teams auf leicht veränderte Anfangsformationen. Im DHB-Teams waren so Julia Behnke und Amelie Berger in der Startformation und die Kreisläuferin aus Metzingen konnte nach einer Parade von Dinah Eckerle gegen Lois Abbingh dann auch gleich den Auftakttreffer setzen. Die Niedrlande setzten hingegen in ihrer Startformation auf einen dem Oldenburger Publikum bestens beaknnten Rückraum mit Lois Abbingh, Inger Smits und Laura van der Heijden und im Tor war Tess Wester, die beim Stand von 4:3 (8.) einen Siebenmeter von Kim Naidzinavicius entschärfen konnte.

Dass Deutschland in der Anfangsphase vorlegen konnte hatte man vor allem den starken Paraden von Torhüterin Dinah Eckerle zu verdanken, die diesmal die kraftvollen Würfe aus dem Rückraum der Gäste entschärfen konnte. Zudem kam der deutsche Rückraum deutlich besser in Fahrt als noch am gestrigen Abend. Der niederländische Bondscoach Emmanuel Mayonnade musste nachd em 8:5 (11.) von Ina Großmann die erste Auszeit nehmen und seine Abwehr neu justieren.

Polmans Einwechselung bringt neuen Schwung




Doch vor allem Xenia Smits, die in Metz unter Mayonnade trainiert, war heute nicht zu bremsen - die Rückrarumspielerin konnte beim 10:5 bereits ihren vierten Treffer erzielen. Die Niederlande beorderten nun Topstar Estavana Polman und auch Abwehrchefin Kelly Dulfer auf das Parkett. Polman übernahm Verantwortung und konnte zumindest mit dem Anspiel auf Dione Visser zum 11:6 und ihren Toren zum 12:7 und 13:8 (19.) die Niederlande wieder auf Augenhöhe bringen. Grund genug für Bundestrainer Henk Groener nun eine Auszeit zu beantragen.

Deutschland zeigte im ersten Durchgang auch ein besseres Unterzahlspiel als noch am Vortag, einziger Kritikpunkt war die Chancenverwertung bei den Siebenmetern. Hier konnte nach Naidzinavicius und Geschke erst Alicia Stolle den dritten Wurf vom Strich zum 16:10 erfolgreich verwandeln.

Als Geschke und Berger dann wenig später mit Kontertoren dann jedoch zum 18:10 erhöhten, mussten die Gäste bereits ihre zweite Auszeit beantragen. Jasmina Jankovic, die im Sommer nach Göppingen zurückkehrt, rückte nun ins niederländische Tor. Deutschland nahm allerdings eine deutliche 19:12-Führung in die Pause.

Gleich nach dem Seitenwechsel konnte Maren Weigel im zweiten Anlauf dann den zwanzigsten Treffer für das DHB-Team setzen. Auf den Flügeln durfen nun wieder Jenny Behrend und Kim Braun agieren und ins Tor rückte nun Lea Rühter vom Buxtehuder SV. Die junge Torhüterin musste bei einem Siebenmeter von Polman zum 20:13 (34.) das erste Mal hinter sich greifen, in der Aktion zuvor hatte sich Kelly Dulfer beim Aufkommen im Torkreif am Ellenbogen verletzt.

Deutschland kommt außer Tritt




Es entwickelte sich in der Folgezeit eine temporeiche Partie, in der Jenny Behrend beim 24:16 (38.) ihr erstes Länderspieltor erzielen konnte. Deutschlands Spielfluss kam in der Folgezeit ins Stocken - vorne agierten Bölk, Geschke und Weigel gerne zu zögerlich und auch die Abwehr ließ die Aggressivität aus dem ersten Durchgang vermissen. Dies konnte vor allem Estavana Polman gnadenlos ausnutzen. Die Folge war ein 1:7-Lauf, den Polman zum 25:23 (47.) abschloss und die dritte Auszeit von Henk Groener.

Ein Manko blieb auch die Schwäche vom Strich - Wester hatte zu diesem Zeitpunkt schon vier von fünf Würfen aus der Distanz von sieben Metern entschärft. Pluspunkt war zumindest die Leistung von Rühter, die ein schnelles Abschmelzen des Polsters verhinderte. Doch auch die 21-Jährige konnte den 26:25-Anschlusstreffer von Polman sieben Minuten vor dem Ende nicht verhindern.

Richtig in Schwung kam Deutschland nicht, allerdings hatte man auch nicht das Glück auf seiner Seite wie beim Pfostenwurf von Smits, dem dann auf der Gegenseite das 28:28 (59.) von Martine Smeets folgte. Emily Bölk konnte Deutschland in der Vorlage halten, in der Schlussminute musste dann aber Lea Rühter nach einem unnötigen Fehlpass der THC-Spielerin dann mit einer Glanztat gegen Abbingh noch den möglichen Ausgleich verhindern.

Statistik zum Spiel




Deutschland - Niederlande 29:28 (19:12)

Deutschland: Eckerle, Rühter
Stolle 5, Smits 4, Bölk 3, Behnke 3, Naidzinavicius 2, Berger 2, Geschke 2, Weigel 2, Braun 2, Großmann 1, Schulze 1, Behrend 1, Reimer 1

Niederlande: Wester, Jankovic
Polman 10, Smeets 5, van der Heijden 4, Visser 3, Malestein 2, Abbingh 2, Vollebregt 1, Housheer 1

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