18.03.2019 10:36 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

Erneute Heimniederlage für den VfL Oldenburg gegen Werkselfen aus Leverkusen

Robert NijdamRobert Nijdam
Quelle: Marco Wolf
Viereinhalb Jahre ist es nun her, dass der VfL Oldenburg letztmalig ein Heimspiel gegen die Werkselfen aus Leverkusen gewinnen konnte. Auch am heutigen Sonntag zog das Team von Trainer Niels Bötel nach einem sehr intensiven und engen Spiel mit 24:27 (13:14) gegen den zwölfmaligen deutschen Meister den Kürzeren. Dabei war das Spiel zwischen den beiden Bundesliga-Dinos wahrlich nichts für Handball-Ästheten. In einem kampfbetonten Spiel in dem beide Teams sehr hektisch agierten und sich zahlreiche technische Fehler leisteten, ging es von Beginn an voll zur Sache. "Es war ein harter Fight, bei dem wir aber in den entscheidenden Phasen die Ruhe bewahrt und deshalb auch verdient gewonnen haben", konstatierte Nijdam zufrieden.

"Wir haben zuletzt viele Verletzungen und Krankheiten überstehen müssen", so Nijdam. "Deshalb ist es umso schöner, dass wir gewonnen haben."

Gleich die ersten drei Tore resultierten aus Strafwürfen. Zwei weitere sollten noch bis zur neunten Minute folgen. Während beide Teams hinten ordentlich zupackten und auch die Torhüterinnen einen guten Tag erwischten fehlten ihnen im Angriff oft die letzte Konsequenz. "Heute wäre deutlich mehr drin gewesen, wenn wir nicht so viele technische Fehler gemacht und so oft frei verworfen hätten. Das Spiel haben wir im Angriff verloren", so ein enttäuschter VfL-Trainer.

Nachdem die Gastgeberinnen zunächst mit 2:1 sowie 3:2 in Führung gelegen hatten liefen sie ab der 7. Minute immer einem Rückstand hinterher und schafften es einfach nicht die Hektik aus ihrem Spiel zu verbannen. Allzu oft wurde viel zu früh abgeschlossen, anstatt die Angriffe geduldig auszuspielen. Da es aber auch die Gäste nicht besser machten waren es im Endeffekt die zwei, drei Paraden mehr von Leverkusens Nele Kurzke, die dafür sorgten, dass die Werkselfen mit einer 14:13 Führung in die Pause gingen.


Die zweite Hälfte begann ähnlich wie die Erste. Nach fünf Minuten hatten die Schiedsrichter bereits dreimal auf den Punkt gezeigt. Auch am Spielverlauf änderte sich zunächst wenig. Die Gäste legten ein vor und der VfL glich wieder aus. In der 40. Minute war es dann Kim Birke die mit ihrem Tor zum 20:19 ihr Team erstmals seit der 4. Minute wieder in Führung bringen konnte. Diese sollte aber nicht lange halten, denn schon fünf Minuten später hatten die Elfen mit einem 4:0 Lauf zum 23:20 ihre bis dato höchste Führung herausgeworfen. Zunächst hatte Joanna Rode den Ausgleich erzielt, bevor Schwester Jennifer eine Minute später ihr Team erneut in Führung brachte. Das Küken der Familie, Elaine, baute dann den Vorsprung mit zwei Toren weiter aus.

Aber noch war der VfL nicht geschlagen. Zweimal Neu-Nationalspielerin Jenny Behrend sowie Myrthe Schoenaker per Siebenmeter sorgten wieder für den Ausgleich. Als die Gäste dann aber erneut einen 4:0 Lauf hinlegten hatte der VfL nichts mehr entgegenzusetzen und Kristina Logvin konnte mit ihrem Tor zum 24:27 Endstand nur noch für Ergebniskorrektur sorgen. Für den VfL geht es nun am 30.3. mit einem Auswärtsspiel beim Tabellennachbarn Blomberg-Lippe weiter, bevor eine Woche später TuS Metzingen seine Visitenkarte in der EWE Arena abgeben wird.

Ganz so lange müssen die heimischen Handballfans aber nicht auf Spitzenhandball verzichten. Denn bereits am kommenden Samstag empfängt die deutsche Nationalmannschaft in der großen EWE Arena die Niederlande. Mit dabei die VfLerinnen Angie Geschke und Jenny Behrend. "Alle Spielerinnen werden Spielzeit bekommen", hatte Nationaltrainer Henk Groener vor dem Spiel gute Nachrichten für Debütantin Jenny Behrend, die mit acht Treffern beste VfL-Torschützin an diesem Tag war.

Noch mehr VfL im Kader haben aber die Gäste aus den Niederlanden zu bieten. Mit Tess Wester, Lois Abbingh, Laura van der Heyden, Kelly Dulfer, Inger Smits und Myrthe Schoenaker haben gleich sechs Spielerinnen den VfL in ihrer sportlichen Vita stehen. Schon jetzt sind knapp 3000 Tickets verkauft worden. So viele wie seit 2016 nicht mehr bei einem Spiel der Frauen-Nationalmannschaft in Deutschland außerhalb der WM.