16.03.2019 13:56 Uhr - 1. Bundesliga - Wolfgang Seitz - Südwestpresse, PM Vereine

Derby: Metzingen erwartet Göppingen zum prestigeträchtigen Lokalduell

Michaela Hrbkova will sich mit Göppingen gegen Metzingen durchsetzenMichaela Hrbkova will sich mit Göppingen gegen Metzingen durchsetzen
Quelle: Marco Schultz
Im Erstliga-Derby empfängt die TuS Metzingen am heutigen Samstag Frisch Auf Göppingen. Um 20:00 Uhr laufen die Göppingerinnen in der Öschhalle zum prestigeträchtigen Lokalduell in Metzingen auf, die Vorzeichen des Derbys sind aus Sicht der Gäste klar skizziert: Die heimischen TuSsies gehen als klarer Favorit in den Vergleich mit den Frisch Auf Frauen. "Metzingen spielt eine ganz starke Saison", blickt Aleksandar Knezevic auf den Gegner, der mit 28:6 Punkten der härteste Verfolger des Spitzenduos aus Erfurt und Bietigheim ist.

Es gab, das hat TuS-Rechtsaußen Marlene Zapf bei der Pressekonferenz verraten, bei der TuS Metzingen zuletzt eine kleine Belohnung. "Am Dienstagnachmittag war kein Training, da haben wir uns im Thermalbad erholt." Das musste nach drei Siegen in einer Woche reichen. Schließlich gab es einiges zu tun im Vorfeld des Derbys gegen Frisch Auf Göppingen.

FA-Trainer Aleksandar Knezevic lässt seine Damen in einer 3:2:1-Formation verteidigen, die richtig offensiv ans Werk geht, manchmal gar in den Harakiri-Modus verfällt. "Wir trainierten viel 1:1-Situationen", verrät Marlene Zapf nicht zu viel. Da kam es durchaus zupass, dass der SV Union Halle-Neustadt, am vergangenen Samstag Gastgeber der TusSies, ebenfalls diese Art der Verteidigung präferiert. "Da haben wir Glück, dass wir diese beiden Teams unmittelbar hintereinander bekommen", sagte Trainer André Fuhr.

Der erste Versuch, dieser aus dem Männerhandball bekannten Variante beizukommen, hat nur unzureichend geklappt. Wobei der Trainer nicht unbedingt alles an der Haller Abwehr festmachen will, was zum Abschluss der englischen Woche nicht ganz so toll war. "Wir hatten dort Probleme mit uns selbst. Präzision und Sicherheit haben in unseren Aktionen gefehlt", so Fuhr. Und das soll sich ändern: "Wir haben die Qualität, aus den Fehlern zu lernen. Man braucht eine andere Einstellung, um erfolgreich zu sein, und die werden wir bringen."

Man sollte vielleicht erwähnen, dass die TuS beim Tabellenletzten mit 32:27 gewonnen hat. Andere Vereine haben sich dort noch schwerer getan. Gleichwohl ist Frisch Auf Göppingen ein anderes Kaliber. Da muss man schon noch einiges draufpacken. Das Hinspiel unter dem Hohenstaufen haben die Metzingerinnen mit 31:21 gewonnen. "Da haben wir sie mächtig geärgert", erinnert sich Fuhr.

Sein Kollege Knezevic wird deshalb auf Revanche sinnen. "Er holt aus einem gewohnt kleinen Kader immer das Optimale heraus", darf sich jener des Respekts des Metzinger Kommandogebers sicher sein. Michaela Hrbkova ist die Ausnahmespielerin in Reihen der Grün-Weißen. Vorbereitet ist man zudem auf das exzellente Kreisspiel. Mit Petra Adamkova und Lina Krhlikar tummeln sich zwei völlig unterschiedliche Spielerinnen in der Nahwurfdistanz.

"Metzingen verfügt über eine qualitativ starke und ausgeglichen besetzte Mannschaft, die bestens eingespielt ist", lobt unterdessen auch der Göppinger Coach den Rivalen, der betont: "Wir schauen auf uns und müssen mit unseren Kräften gut haushalten um bei dieser Spitzenmannschaft mithalten zu können." Wie zuletzt leider zu oft, muss Aleksandar Knezevic erneut auf Spielerinnen verzichten. Annika Blanke wird nach ihrem kurzen Comeback gegen Leverkusen definitiv nicht zum Einsatz kommen und ob Edit Lengyel spielen kann, entscheidet sich erst heute. Weitere Wehwehchen gehören für Knezevic indes schon zum Alltagsgeschehen. "Ich hoffe, dass mir für die sechzig Derbyminuten noch genügend Alternativen verbleiben."

Göppingen rangiert mit 18:16 Punkten auf Rang sieben, gehört in jene Kategorie, in der sich auch Borussia Dortmund und der Buxtehuder SV befinden. Beiden haben die TuSsies bekanntlich binnen weniger Tage jeweils eine 33:18-Abreibung verpasst. Ein weiterer Sieg und niemand könnte den Ermstälerinnen mehr Platz drei streitig machen. Ob man eventuell noch nach mehr schielt, wurde in der Pressekonferenz gefragt. "Herbert hat gesagt, dass er die letzten zehn Spiele gewinnen will. Dann kommen wir am Thüringer HC ja schon einmal nicht mehr vorbei", verweist Fuhr auf den Kollegen Müller.

Was er eigentlich damit sagen wollte: Seine Mannschaft konzentriert sich immer auf die unmittelbar anstehende Aufgabe - und schielt nirgendwo hin. Aktuell also auf Göppingen. Nicht dabei sein wird neben vden Langzeitverletzten Dorina Korsos, die am Mittwoch erfolgreich am Meniskus operiert wurde. In vier bis sechs Wochen ist sie wieder an Bord. Tamara Haggerty ist nach dem Muskelfaserriss noch nicht wieder ins Teamtraining eingestiegen. Mit ihr ist frühestens nach der internationalen Pause zu rechnen.

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