14.03.2019 12:20 Uhr - 1. Bundesliga - Lapp, Teuber, PM Vereine

Thüringer HC weist Oldenburg deutlich in die Schranken

Iveta Luzumova und der THC waren nicht aufzuhaltenIveta Luzumova und der THC waren nicht aufzuhalten
Quelle: Alex Mühlbach, Thüringer HC
Mit einem Start-Ziel-Sieg bezwang der Thüringer HC den VfL Oldenburg mit 36:23 (18:7) und konnte damit seine Tordifferenz im Meisterschaftsgeschehen deutlich verbessern. In der zweiten Hälfte konnten sich die Gäste steigern und verhinderten damit ein Debakel - die meisten Treffer erzielten Iveta Luzumova (14/5) für die Thüringerinnen und Angie Geschke (8/4) für den VfL.

Der erste Treffer gelang Iveta Luzumova von der Strafwurflinie. In der vierten Minute konnte Meike Schmelzer vom Kreis auf 2:0 erhöhen. Die Thüringer Abwehr stand gut in der Anfangsphase. Das erste Tor für die Gäste erzielte Jenny Behrend in der sechsten Spielminute. "Wir haben zu Beginn keinen Zugriff auf den Gegner bekommen und der hat gezeigt was es heißt, wenn ein Team das um die Meisterschaft mitspielt voll Power gibt", so VfL-Coach Niels Bötel.

Nach einer starken Balleroberung von Meike Schmelzer netzte Iveta Luzumova zum 5:1 ein. Gästetrainer Niels Bötel nahm daraufhin seine erste Auszeit. "Es ist wichtig gleich von Anfang an mit dabei zu sein, aber da hat uns heute die Aggressivität gefehlt. Eine Zeitstrafe und die dann noch wegen Haltens ist einfach zu wenig", kritisierte der Oldenburger Coach, der anfügte: "In den Spielen die wir erfolgreich gestalten konnten, hatten wir immer mehr Strafen als der Gegner."

Emily Bölk musste unterdessen nach acht gespielten Minuten auf der Gegenseite die erste Zeitstrafe im Spiel hinnehmen. Der folgende Strafwurf wurde von Angie Geschke sicher im Tor untergebracht. Iveta Luzumova tat es ihr im Gegenzug gleich und erhöhte zum 6:2. Der THC blieb druckvoll und baute nach zwölf Minuten die Führung zum 8:2 aus, vor allem Iveta Luzumova zeigte sich dabei in Torlinier und sorgte mit ihren Treffern dafür, dass der Abstand zunächst bei sechs Toren blieb.

THC-Coach Herbert Müller nahm beim Stand von 12:6 sein Team-Timeout, seine Ansprache zeigte Wirkung: Mit Toren von Ina Großmann und Meike Schmelzer zogen die Thüringerinnen auf 14:6 davon. In der 25. Minuten gelang den Gastgeberinnen die erste Zehn-Tore-Führung, Iveta Luzumova verwandelte den vierten Strafwurf. Niels Bötel berief daraufhin seine zweite Auszeit für den VfL, doch der THC legte weiter vor: Emily Bölk erzielte drei Minuten vor Ende der ersten Hälfte das Tor zum 17:7. Die Gäste aus Oldenburg agierten oft glücklos im Angriff gegen eine kompakt stehende THC-Abwehr. Mit dem Spielstand von 18:7 verabschiedeten sich die Teams in die Kabinen.


"Die zweite Halbzeit hat mir da schon deutlich besser gefallen. Wir haben ja schon gezeigt, dass wir auch gegen solche Gegner ein Spiel eng gestalten können. Wenn wir denn mit der nötigen Aggressivität zu Werke gehen", sah Niels Bötel nach Wiederbeginn eine Leistungssteigerung bei seinem Team, dem mit Jane Martens (Rücken), Helena Mikkelsen (Hämatom Ausräumung am Oberschenkel) sowie Annamaria Ferenczi (krank) drei Stammkräfte fehlten. Dafür kamen mit Jolina Schallschmidt und Emma Neumann gleich zwei A-Jugendspielerinnen zu ihrem Bundesligadebüt. "Die haben beide ihre Sache ganz gut gemacht. Es ist schön zu sehen wie sich die Jungen reinhängen, wenn sie die Chance bekommen", lobte Bötel die beiden Debütantinnen.

Das Heft aber behielten weiterhin die Gastgeberinnen in der Hand. Nach einem Foul von Emma Neumann an Lydia Jakubisova, traf Iveta Luzumova von der Siebenmeterlinie. Drei Minuten nach dem Wiederanpfiff gelang Alicia Stolle nach einer starken Balleroberung der Treffer zum 20:7. Die Gäste scheiterten unterdessen mehrfach an Ann-Cathrin Giegerich und Emily Bölk stellte mit ihrem fünften Tor nach 36 Minuten die erste Fünfzehn-Tore-Führung her - die Frage nach dem Sieger war längst beantwortet, danach allerdings verflachte die Partie etwas, auch weil der THC in der Offensive nun mehrfach überhastet agierte.

Beim Stand von 28:17 berief Herbert Müller erneut eine Auszeit ein, um seine Mannschaft für die Schlussviertelstunde zur Konzentration aufzufordern - die Gäste allerdings schraubten danach ihren Lauf auf 8:3 und verkürzten auf 28:18. Die Antwort des THC aber folgte: Alicia Stolle fasste sich ein Herz aus dem Rückraum und verwandelte zum 30:18. In der 51. Minute musste Emily Bölk zum zweiten Mal mit einer Zeitstrafe auf der Bank Platz nehmen. Die Abwehr der Gäste stand jetzt besser und macht es der Thüringer Offensive schwer. Alicia Stolle war mit einem Wurf aus dem Rückraum zum 32:19 erfolgreich und erzielte damit ihren fünften Treffer. Ina Großmann verwandelte drei Minuten vor dem Schlusspfiff einen Tempogegenstoß zum 35:21. Im Gegenzug traf Kristina Logvin für den VfL. Am Ende stand ein souveräner 36:23-Heimsieg zu Buche.

"Wir wollten das Restprogramm gut angehen. Das hat man heute auch von der ersten Sekunde gespürt", zeigte sich Herbert Müller in seinem Fazit zufrieden. "Letzte Woche haben wir eine schlechte erste Halbzeit gespielt - heute war diese überragend. Das Abwehr- und Umschaltverhalten hat mir sehr gut gefallen. Hätte mir vor dem Spiel jemand erzählt, wir gewinnen mit 13 Toren, hätte ich sofort zugestimmt. Als wir dann in der zweiten Halbzeit mit 16 Toren geführt haben, wollte ich noch mehr. Dann konnte Oldenburg aber wieder ein wenig herankommen. Wir sind nochmal zurück gekommen und konnten von 10 wieder auf 13 Toren erhöhen. Am Ende bin ich zufrieden mit dem Ergebnis."