11.03.2019 16:00 Uhr - 1. Bundesliga - HBF

HBF kompakt: Bensheim/Auerbach Flames verlassen Abstiegsplätze, Thüringer HC punktet international

Michelle Goos feierte ihr Comeback für NeckarsulmMichelle Goos feierte ihr Comeback für Neckarsulm
Quelle: Neckarsulmer Sport-Union
Zum Abschluss der Hauptrunde in der EHF Champions League konnte der Thüringer HC noch einmal ein Zeichen setzen und ein Remis beim ambitionierten CSM Bukarest erreichen. In der Liga steht der Deutsche Meister am Mittwoch im Nachholspiel gegen den VfL Oldenburg unter Druck, denn die Konkurrenz siegte. Im Tabellenkeller verließen die HSG Bensheim/Auerbach Flames die Abstiegsplätze.

Raus mit Applaus: der Thüringer HC erkämpfte sich in der Champions League ein 23:23-Unentschieden beim CSM Bukarest. Dabei sah es vor allem in der ersten Halbzeit gar nicht nach einem Punktgewinn aus, mit einem Sechs-Tore-Rückstand (14:8) wurden in der rumänischen Hauptstadt die Seiten gewechselt. Erst in der zweiten Hälfte fand Taktikfuchs Herbert Müller die richtigen Stellschrauben, seine Mannschaft glich zum 18:18 (44.) aus und führte zwei Minuten vor dem Ende beim 21:23 durch Emily Bölk sogar. Bukarest kam allerdings noch zum Ausgleich und die letzten Chancen auf den Siegtreffer konnten nicht genutzt werden. In der Liga ist der THC erst am Mittwoch gefordert, mit einem Sieg über den VfL Oldenburg würde man in Schlagdistanz zur Tabellenspitze bleiben.

Tabellenführer ist weiterhin die SG BBM Bietigheim, die mit einem deutlichen 37:27 (17:15) über den TV Nellingen weiterhin ohne Punktverlust und derzeit nun vier Pluspunkte vor dem Thüringer HC sind. "Nellingen hat es uns heute sehr schwer gemacht. In der Abwehr standen wir nicht so sicher wie gewohnt, haben aber in der Offensive immerhin 37 Tore erzielt. Es war ein attraktives Spiel für die Zuschauer mit vielen Treffern", kommentierte Bietigheims Trainer Martin Albertsen den Erfolg und Hornets-Coach Ralf Rascher bilanzierte: "Unser Ziel war es, so lange wie möglich mitzuspielen und das haben wir 40 Minuten lang geschafft. Insgesamt haben wir im Gegensatz zu Bietigheim viele Zeitstrafen hinnehmen müssen die Kraft gekostet haben und diese ist uns in der letzten Viertelstunde ausgegangen."

Zwei Pluspunkte hinter dem THC folgt die TuS Metzingen auf Rang drei, die Ermstälerinnen erkämpften sich beim SV Union Halle-Neustadt ein 32:27 (14:11). "Wir haben aus den letzten drei Spielen sechs Punkte geholt und uns eine positive Tordifferenz von in Summe plus 35 erspielt. Auch wenn ich mit der Vorstellung in Halle nicht ganz glücklich bin, ist am Ende des Tages alles ok", meinte Metzingens Trainer Andre Fuhr.

Auf Rang vier mit 20:14 Zählern und acht Punkten hinter Metzingen führt Borussia Dortmund nach einem 22:20 (12:11) über die HSG Bad Wildungen Vipers das obere Mittelfeld an. "Wir hatten am Anfang riesige Schwierigkeiten, hatten dann aber die richtige Tiefe in unseren Aktionen und haben auch hinten die Zweikämpfe gewonnen und jeder hat seine kämpferische Leistung gebracht. Dass unsere jungen Spielerinnen gut sind, wissen wir, dass sie in solchen Situationen dann auch die richtigen Akzente setzen ist beeindruckend", lobte BVB-Trainer Gino Smits und Vipers-Trainerin Tessa Bremmer erklärte: "Das ist eine ganz bittere Niederlage. Trotz der super Anfangsphase kam es zu einem Einbruch, den ich mir nicht erklären kann. Leider haben wir dann nicht mehr richtig ins Spiel gefunden und somit diese große Chance verpasst. Jetzt müssen wir den Fokus voll und ganz auf das nächste Heimspiel gegen Halle/Neustadt richten."


Zurück auf Rang fünf mit einem Punkt Rückstand auf den BVB ist Bayer Leverkusen, das bei Frisch Auf Göppingen mit 27:19 (13:7) triumphierte. "Ein großes Kompliment an die ganze Mannschaft, die von Beginn an und dann durchgehend über 60 Minuten sehr konzentriert und engagiert agiert hat. Das war große Klasse", so Leverkusens Trainer Robert Nijdam, der betonte: "So richtig sicher bin ich mir eigentlich selten, aber diesmal haben die Mädels sehr souverän gespielt. Beim 19:11 war eigentlich klar, dass nichts mehr anbrennen würde." "Wir sind nervös gestartet und haben vorne keine Lösungen gefunden. Sieben Tore zur Halbzeit sagen alles", erklärte Göppingens Chefcoach Aleksander Knezevic und ergänte: "Wir waren mental heute nicht da, die Ursache müssen wir klar analysieren."

Punktgleich mit Leverkusen und einen Punkt vor Göppingen ist der Buxtehuder SV, der bei der HSG Blomberg-Lippe hauchdünn mit 32:31 (13:16) gewinnen konnte. "Es war das erwartete Spiel auf Augenhöhe, in dem wir der glückliche Sieger sind. Wir haben uns von den Rückschlägen nicht unterkriegen lassen und uns den Sieg hart erkämpft", sagte BSV-Trainer Dirk Leun, dessen Team bereits das Hinspiel mit einem Treffer Unterschied für sich entschieden hatte. "Ich bin natürlich traurig, dass 31 Tore vor heimischer Kulisse nicht zu einem Sieg gereicht haben. Bei einem Spiel auf Augenhöhe haben wir am Ende des Tages zu viele einfache Fehler gemacht und Big Points liegen lassen", lautete das Fazit des HSG-Coaches Steffen Birkner. Blomberg belegt derzeit Rang 9 hinter dem VfL Oldenburg, doch bei einer Niederlage des Pokalsiegers in Thüringen würden aufgrund der Tordifferenz wieder die Plätze getauscht. Beide Teams haben derzeit drei Pluspunkte Rückstand auf Göppingen und fünf Punkte Polster auf Bad Wildungen.

Im Tabellenkeller konnten die HSG Bensheim/Auerbach Flames mit dem 31:25 (13:13) bei der Neckarsulmer Sport-Union wichtige Zähler im Kampf um den Klassenerhalt sammeln. Das Team von der Bergstraße zog an Nellingen vorbei und ist nun wieder einen Pluspunkt vor den Hornets. Auch Bad Wildungen und Neckarsulm sind mit zwei beziehungsweise einem Punkt Vorsprung schon in Schlagdistanz. "Ich glaube, jeder kann sich vorstellen, wie viele Steine uns heute vom Herzen gefallen sind. Ich bin absolut froh und auch stolz auf meine Mannschaft, dass sie dieses Auswärtsspiel hier in Neckarsulm so gemeistert hat. Wir standen mega unter Druck und wir haben dem Druck standgehalten", freute sich Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm und NSU-Chefcoach Pascal Morganz musste einräumen: "Ich denke schon, dass wir vor allem am Anfang ein ordentliches Spiel gemacht haben und hier alles selbst in der Hand hatten. Wir hatten vom Spiel her gute Möglichkeiten und Großchancen, die Jessica Kockler dann sehr gut gehalten hat in der 2. Halbzeit. Sie hat uns dann etwas den Zahn gezogen und dann kamen die Nerven."

10.03.2019 - Leistungssteigerung nach der Pause: Bietigheim verteidigt weiße Weste auch im Derby gegen Nellingen

10.03.2019 - Borussia Dortmund ringt Vipers nieder und verteidigt vierten Platz

11.03.2019 - "Das war große Klasse": Bayer Leverkusen nach Sieg bei Frisch Auf Göppingen wieder Fünfter

10.03.2019 - Jessica Oldenburg wirft Buxtehude in Blomberg zu glücklichem Sieg

10.03.2019 - Sieg in Neckarsulm beschert Bensheim/Auerbach zwei wichtige Punkte im Kampf um den Klassenverbleib