11.03.2019 10:04 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, red

Ersatzgeschwächtes Team vom TuS Lintfort mit knapper Niederlage in Waiblingen

Inske KuikInske Kuik
Quelle: Roland Beyer, Lintfort
Waiblingens Zweitliga-Handballerinnen zeigten im Heimspiel gegen den TuS Lintfort sehenswerten Tempohandball im Angriff, aber auch große Lücken in der Abwehr. Heraus kam dabei nach spannendem Spielverlauf ein 32:29 (15:13)-Erfolg über den Aufsteiger vom Niederrhein. Wie eine Woche zuvor beim 25:22-Erfolg in Trier hatten die Tigers den besseren Schlussspurt.

Den Gastgeberinnen war anzumerken, dass sie die Anlaufschwierigkeiten aus den vergangenen Spielen nicht wiederholen wollen. Immer wieder gelang es den Tigers, nach Ballgewinnen ihr Tempogegenstoßspiel erfolgreich aufzuziehen. Doch was im Angrff über weite Strecken gut funktionierte, machten sich die Waiblingerinnen durch ihr zaghaftes Eingreifen in der Abwehr auch immer wieder zu nichte. Lintforts überragende Spielmacherin und 13-fache Torschützin Loes Vandewal konnte nach Belieben schalten und walten.

Nach dem anfänglichen 0:1-Rückstand legte Waiblingen bis zum 10:9-Zwischenstand (19. Minute) zwar immer wieder ein bis zwei Tore vor. Doch das zu lasche Waiblinger Abwehrverhalten ließ Lintfort dranbleiben, zumal die Gäste ihre drei Zeitstrafen im ersten Durchgang nahezu schadlos überstanden. Auch die erstmalige Drei-Tore-Führung des VfL (12:9) warf den TuS nicht aus der Bahn. In einer Partie auf Augenhöhe waren die Gäste beim 13:15-Halbzeitrückstand weiter in Schlagdistanz.

Rote Karte für Norup Isaksen





Doch wie eine Woche zuvor gehörte die Schlussviertelstunde den Waiblingerinnen. Das durch Simona Nikolovska mit einem weiteren blitzsauberen Treffer von Linksaußen erzielte 22:21 glich TuS-Spielerin Lisan Hulten nochmals aus. Dann setzte sich jedoch die bärenstarke Louisa De Bellis zwei Mal am Kreis energisch durch und warf die Tigers wieder mit zwei Toren nach vorne. Lea Gruber, die im zweiten Durchgang immer besser wurde, erhöhte nach 50 Minuten auf 24:21. Das folgende Timeout von Lintfort brachte keine Wende mehr, auch wenn die Waiblingerinnen in der Abwehr anfällig blieben. Spätestens beim Spielstand von 28:24 gut vier Minuten vor dem Ende war die Messe gelesen.

"Ich hätte der Mannschaft aufgrund ihrer tollen Leistung einen Punkt gegönnt. Doch gegen Ende waren wir in einigen Momenten zu unaufmerksam und hatten nicht das notwendige Glück", lobte TuS-Trainerin Bettina Grenz-Klein in der Pressekonferenz den großen Kampfgeist ihres Rumpfteams und betonte: "Wir mussten kurzfristig auf Becky van Nijf, Tatjana van den Broek und auch auf Annefleur Bruggeman verzichten, die für Leverkusen im Einsatz war. Als dann Mie Norup-Isaksen kurz nach der Pause die Rote Karten bekommen hat, war klar, dass wir das nicht durchhalten können."

Ihr Waiblinger Gegenüber Nicolaj Andersson zeigte sich mit der Angriffsleistung seiner Mannschaft zufrieden. "Wir haben viele erfolgreiche Tempogegenstöße gespielt und auf der linken Seite viel Druck gemacht, was auch den anderen Spielerinnen Raum verschafft hat", so der VfL-Coach. "Doch in der Abwehr waren wir nicht energisch genug", ergänzte der Däne, bereits mit Blick auf das anstehende Lokalderby bei der TG Nürtingen am kommenden Samstag.

"In der ersten Halbzeit haben wir ordentlich gespielt und hatten mit einem 13:15 Pausenrückstand noch Chancen, etwas Zählbares zu holen. Aber ohne Mie war das dann schwer", fand Grenz-Klein. "Ich bin sehr zufrieden mit der läuferischen Leistung. Obwohl am Ende alle Spielerinnen fix und fertig waren, haben wir noch auf das Tempo gedrückt. Das war gut für die Moral vor den anstehenden wichtigen Spielen."