10.03.2019 17:27 Uhr - 1. Bundesliga - Wolfgang Seitz - Südwestpresse, PM TuS Metzingen

"Arbeitssieg" bei Halle-Neustadt bringt TuS Metzingen die Punkte fünf und sechs in der englischen Woche

Viktoria Divak und Halle wurden von Metzingen gebremstViktoria Divak und Halle wurden von Metzingen gebremst
Quelle: A. Müller, Hallelife.de
Zum Abschluss der englischen Woche siegt die TuS Metzingen beim SV Union Halle-Neustadt mit 32:27 (14:11). Der Favorit tat sich gegen das Schlusslicht lange Zeit schwer, verbuchte am Ende einen Erfolg aus der Kategorie Arbeitssieg - angesichts des dritten Siegs in der englischen Woche, zuvor war jeweils ein 33:18 gegen Dortmund und Buxtehude gelungen, zeigte sich auch Andre Fuhr insgesamt zufrieden: "Wir haben aus den letzten drei Spielen sechs Punkte geholt und uns eine positive Tordifferenz von in Summe plus 35 erspielt. Auch wenn ich mit der Vorstellung in Halle nicht ganz glücklich bin, ist am Ende des Tages alles ok."

In der ersten Halbzeit war Andre Fuhr mehr als unglücklich. Da fand seine Mannschaft "keine Einstellung" zum Spiel. Es passte zunächst kaum etwas, wobei man sich streiten kann, wo die Probleme größer waren. "Die 3:2:1-Abwehr von Halle-Neustadt war eines - die eigene auch. Kein Vergleich zu den vorangegangenen Partien", so der Pressedienst der Gäste.

Die Gastgeberinnen, der zuletzt in Leverkusen mit dem ersten Saisonsieg aufgetrumpft hatte, unterstrich den Aufwärtstrend und nutzte die von Metzingen gewährten Freiheiten. Mariana Ferreira Lopes, die zum Thüringer HC wechselt, war zu Beginn besonders auffällig, traf alles.

Vorne taten sich die Fuhr-Schützlinge im Positionsangriff schwer, wandelten oft am Rande des Zeitspiels, wussten mit Überzahl-Situationen, selbst einer doppelten, nicht umzugehen. Doch sie blieben dennoch auf Augenhöhe und kamen nach dem 9:10 in der zwanzigsten Minuten dann auch besser ins Spiel.

Patricia Kovacs marschierte zwei Mal entschlossen durch den Korridor, den eine 3:2:1-Deckung manchmal eröffnet, Monika Kobylinska hatte auf den letzten Drücker in der doppelten Überzahl getroffen und zwei Siebenmeter versenkt. Das 14:10 entsprach dann schon eher den TuS-Vorstellungen, 14:11 stand es beim Gang in die Kabinen.


Und dann ging alles ganz schnell. Die beiden Protagonisten trafen weiter, Katharina Beddies mischte sich mit wertvollen Konter-Beiträgen ein. Beim 22:13 schien zehn Minuten vor dem Ende die Vorentscheidung gefallen. "Anfang der zweiten Hälfte haben wir richtig gut gespielt und uns innerhalb einer Viertelstunde einen Neun-Tore-Vorsprung herausgeworfen", so Fuhr.

Der Trainer der Gäste musste aber auch konstatieren: "Danach haben wir einen 0:5-Lauf kassiert, wobei der Sieg am Ende nicht gefährdet war", fasste Fuhr das Treiben bis zum 18:22 (45.) zusammen. Der Rest verlief relativ unspektakulär. Die TuS konnten Haller Annäherungsversuche abwehren, war in Unterzahl überraschenderweise wesentlich effektiver als mit einer Frau mehr auf dem Feld, so knallte zum Beispiel Shenia Minevskaja kurz vor Feierabend zwei pinke Geschosse unhaltbar in den Giebel.

"Man nennt so etwas wohl einen Arbeitssieg", resümierte André Fuhr nach dem 32:27. Die im zweiten Abschnitt starke Katharina Beddies meinte: "Wir haben das Spiel in den ersten 15 Minuten der zweiten Halbzeit gewonnen. Da sind wir mit viel Druck und Tempo gekommen und hatten einige Ballgewinne in der Abwehr, sodass wir uns absetzen konnten. Leider hatten wir auch einige unkonzentrierteMinuten, was uns schlussendlich nur einen Sieg mit fünf Toren Vorsprung einbrachte." Maren Weigel brachte noch einen weiteren wichtigen Aspekt ins Spiel: "Die mitgereisten Fans haben uns super unterstützt, sodass wir unseren Vorsprung über die Zeit tragen konnten."