04.03.2019 18:50 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, red

Waiblingen Tigers drehen das Spiel in Trier

Adrian MüllerAdrian Müller
Quelle: VfL
Lange zeit sah es für die Handballerinnen des VfL Waiblingen im Gastspiel bei den Trierer Miezen nach der vierte Niederlage in Folge aus. Nach zähen 45 Minuten drehten die Waiblingerinnen in der Schlussviertelstunde aber doch noch auf und einen zwischenzeitlichen Vier-Tore-Rückstand noch in den 25:22-Auswärtssieg um. Bei Trier indes vergrößeren sich damit die Abstiegssorgen.

"Wir haben wieder einmal schmerzhaft erfahren müssen, dass ein Spiel nicht 45 sondern 60 Minuten dauert", bilanzierte Trainerin Elena Vereschako. Den Grund für den zehnminütigen Blackout, der aus einer 13:9-Führung einen 15:19-Rückstand werden ließ, konnte sie unmittelbar nach Spielende nicht nennen. Lediglich, warum die Talfahrt nach dem 16:17 noch nicht zu Ende war. "Der Ausfall von Linsey Houben hat uns sehr geschadet." Die Holländerin, die in diesem Spiel vor allem in der Defensive geglänzt hatte, kassierte in der 48. Minute die dritte Zeitstrafe.

Der VfL reiste nicht mit den besten Voraussetzungen nach Trier. Krankheitsbedingt war unter der Woche kein optimales Training möglich und die drei Niederlagen in Folge zuvor steckten noch in den Köpfen. Waiblingens Kapitänin Caren Hammer erzielte nach 31 Sekunden den ersten Treffer der Partie. Doch schon bald zeichnete sich ab, dass die Begegnung kein Handballfeuerwerk bieten würde. Zu schwach blieben beiderseits die Angriffsbemühungen. So schleppte sich eine Halbzeit lang die Partie dahin, die robuste Trierer Abwehr schmeckte den Gästen nicht.

Der Tabellenletzte erkämpfte sich leichte Vorteile und ging nach dem anfänglichen 2:4-Rückstand nach knapp zehn Minuten erstmals selbst in Führung (5:4). Waiblingen mühte sich, doch vieles blieb im Ansatz stecken. So konnte sich die Heimmannschaft zum 10:7 absetzen (26. Minute), ehe Chiara Baur per Siebenmeter noch zum 8:10-Halbzeitstand aus Sicht der Gäste verkürzte.

Und es sah auch bis zur Mitte des zweiten Durchgangs nicht nach einer Besserung im Waiblinger Spiel aus. Simona Nikolovska gelang zwar der 9:10-Anschlusstreffer, doch fünf Minuten später setzte sich das Team von Triers Trainerin Elena Vereschako auf 13:9 ab. Parallelen zur Niederlage der Waiblingerinnen vor drei Wochen beim damaligen Tabellenletzten Gedern/Nidda taten sich auf, denn auch nach knapp 44 Minuten führten die Miezen noch immer mit 14:11.

Aber plötzlich erwachte doch noch der Waiblinger Kampfgeist. Angeführt von Sinah Hagen trat der VfL nun mit deutlich mehr Biss und Laufbereitschaft auf. Trier konnte dem Tempo der Gäste nicht mehr folgen. Mit einem 5:0-Tore-Lauf drehten die Waiblingen Tigers bis zwölf Minuten vor dem Ende den Drei-Tore-Rückstand in die 17:15-Führung. Weitere sechs Minuten später stellte Hagen mit ihrem Tor zum 21:17 die Weichen endgültig auf den VfL-Auswärtssieg, der bis zum 25:22-Endstand nicht mehr in Gefahr geriet.

"Wir haben lange Zeit überhaupt nicht ins Spiel gefunden", resümierte Waiblingens Co-Trainer Adrian Müller nach Spielende. "Die Voraussetzungen waren nicht die besten, daher sind wir unter dem Strich sehr zufrieden, dass die Mannschaft doch noch den Schalter umgelegt und sich mit dem Auswärtssieg belohnt hat".