27.02.2019 15:41 Uhr - 2. Bundesliga - PM Kurpfalz Bären, red

Katrin Schneider: "Bei uns läuft es ambitioniert, aber völlig unaufgeregt"

Katrin SchneiderKatrin Schneider
Quelle: Kurpfalz Bären
Seit Mai 2016 ist Katrin Schneider, damals noch 25 Jahre alt, Chef-Coach bei den Kurpfalz Bären: Nach einer Saison als Spielertrainerin musste sie ihre Karriere auf dem Spielfeld aufgrund gesundheitlicher Probleme beenden. In ihrer vierten Saison als verantwortliche Trainerin liegen die Bären auf einem hervorragenden zweiten Tabellenplatz, nur einen einzigen Punkt hinter Spitzenreiter Buchholz/Rosengarten.

Ganz gleich, ob der angestrebte Aufstieg in Liga Eins geschafft wird oder auch nicht, hat die Vereinsführung jetzt Nägel mit Köpfen gemacht. "Wir haben die Verträge für die neue Saison mit den Spielerinnen früh im Januar abgeschlossen und fast vergessen, Kate zu fragen, ob sie weiter machen will. Denn zu klar war allen Beteiligten, dass ein Wechsel auf der Trainerposition unvorstellbar sei. Eher beiläufig erklärte mir Kate, dass sie gerne weiterhin ´Bären-Dompteurin´ bleiben möchte. Da wir von ihrer sportlich-menschlichen Mannschaftsführung begeistert sind, wurde jetzt auch schriftlich vereinbart, dass sie mindestens bis 2021 Trainerin in Ketsch bleibt", so Dr. Robert Becker.

Auch Tom Löbich äußerte sich voller Begeisterung über die sehr besonnene Art und Weise, wie Kate Schneider die Bären-Ladies führt: "Sie schafft es hervorragend, auf der einen Seite Kumpel für die Spielerinnen zu sein, gleichzeitig aber keinen Zweifel aufkommen zu lassen, wer im Training und beim Spiel das Sagen hat. Im gesamten Führungs- und Trainerteam herrscht bei uns große Harmonie, und es gab in den letzten Jahren nicht einen einzigen kritischen Fall zu lösen."

Katrin Schneider arbeitet hauptberuflich als kaufmännische Mitarbeiterin in einem IT-Kommunikationsunternehmen. Das bedeutet für sie natürlich eine hohe Arbeitsdisziplin, um diese berufliche Anforderung mit den Aufgaben eines Zweitliga- oder vielleicht bald Erstligatrainers zu verknüpfen zu können. Der Pressedienst des Vereins fragte bei Kate Schneider nach, wie sie die Situation und die zukünftigen Entwicklungen der Kurpfalz Bären einschätzt.

Katrin Schneider im Interview




Du hast in deiner Karriere als Bundesliga-Spielerin viel erlebt und in deinen Vereinen auch manche Krise mitgemacht. Warum scheint denn in Ketsch alles Sonnenschein zu sein?

Katrin Schneider:
Natürlich herrscht auch bei uns nicht alle Tage Sonnenschein, dafür gibt es im Sport zu viele Aufs und Abs. Mal gewinnt man und spielt schlecht. Manchmal verliert man und hat gut gespielt. Nach unnötigen Niederlagen und schlechten Leistungen dauert es schon ein bis zwei Tage bis Enttäuschung und Ärger verdaut sind. Aber wir kommen in Ketsch damit gut klar, da keinerlei Druck ausgeübt wird und wir eine Vielzahl von handballkompetenten Persönlichkeiten im Verein haben.

Das Team der Bären-Ladies hat eine überragende Vorrunde gespielt und lediglich in Beyeröhde und gegen Buchholz/Rosengarten knapp verloren. Jetzt setzte es aber zwei eher unvorhergesehene Heimniederlagen, gleichzeitig wurden so schwere Auswärtsspiele wie in Kirchhof oder Waiblingen gewonnen.

Katrin Schneider:
Gegen Nürtingen haben wir einen ganz schwachen Tag erwischt und gegen Rödertal eine packende Partie erlebt, die wir unglücklich mit einem Tor verloren haben. Aber dass die Moral bei uns stimmt, hat die Mannschaft auswärts gegen hoch eingeschätzte Gegner bewiesen.

Was hat sich in Ketsch verändert, seitdem die Bärenführung erklärt hat, die Lizenz zur ersten Bundesliga zu beantragen?

Katrin Schneider:
Eigentlich sehr wenig. Nach dem Motto ´alles kann - nichts muss´ läuft es bei uns ambitioniert, aber völlig unaufgeregt. Nur im Umfeld herrscht viel Euphorie, aber wir versuchen, die Mannschaft davon fernzuhalten, so gut es geht. Das gelingt nicht immer, was sich gerade in den Heimspielen zeigt, wo die Ungeduld der Fans auch auf das Team überschwappt.

Plant ihr, auch personell noch aufzurüsten, wenn tatsächlich der Weg zur ersten Liga frei sein soll?

Katrin Schneider:
Wir bleiben komplett unserer Philosophie treu und sind nicht auf der Suche nach irgendwelchen Hochkarätern. Unsere Prioritäten sind darauf ausgerichtet, eine spielstarke und kompakte Mannschaft weiter zu entwickeln und unseren Fans einen attraktiven Handball zu bieten. Der Ausblick ist klar: In der ersten Liga werden wir nächste Saison entweder krasser Außenseiter sein oder in der zweiten Liga wieder in der Spitzengruppe spielen.