26.02.2019 12:50 Uhr - 2. Bundesliga - PM Trier, red

Großer Kampfgeist nicht belohnt: Miezen kassieren Last-Minute-Niederlage gegen Herrenberg

Dóra Simon VargaDóra Simon Varga
Quelle: Stefan Haas - Blitzlichtkabinett
Die DJK/MJC Trier verlor ihr Heimspiel gegen die SG H2Ku Herrenberg denkbar knapp mit 23:24 (8:10).

"Gleich mehrere "übersehene" Offensivfouls und Schrittfehler und andere falsch bewertete Vergehen durch die Schiedsrichter-Zwillinge waren ursächlich verantwortlich für die knappe Niederlage der Gastgeberinnen, die um das sportliche Überleben in der Liga kämpfen", schrieben die Miezen in ihrer Pressemitteilung. Das wollten dann die Verantwortlichen - ebenfalls unüblich - nicht unkommentiert lassen. "Ich sage normalerweise nichts über die Schiedsrichter", begann Trainerin Elena Vereschako ihr Statement zum Spiel, "aber das war heute zu viel. Wir haben sehr viele Pfiffe nicht bekommen."

Vorstand Jürgen Brech musste sich sichtbar beherrschen: "Unabhängig von unserer Leistung: ich frage mich, ob diese Herren sich bewusst sind, dass es hier nicht nur um ein Spiel, sondern auch um Existenzen geht."

In einer zunächst hektischen und vor allem aus Miezen-Sicht sehr nervösen Anfangsphase stand es 1:2 - nach über zehn Minuten. Soeben hatte Gabriella Szabo den Anhang der Miezen erlöst. Zuvor hatte es viele Fehlversuche gegeben. Der ungewöhnliche Zwischenstand war auch den beiden Torfrauen zu verdanken.

Mieze Aleksandra Baranowska zeigte allein in der ersten Halbzeit zehn Paraden - ihr Gegenüber Monika Lide elf. Dass der Abschnitt torarm blieb lag aber auch an der Abschlussschwäche der Offensivkräfte. In der 17. Minute stand es 2:4, nachdem Baranowska einen Strafwurf von Lea Neubrander pariert hatte, gelang der MJC sogar die erste Führung (6:5/23.). Die Führung mit in die Halbzeitpause zu nehmen misslang, auch deswegen, weil allein Vesna Tolic vor dem Seitenwechsel acht Fahrkarten fabrizierte.

Hannah Braun und Viviane Steil überzeugen




Elena Vereschako hatte genug gesehen. Sie hatte den durch den Ausfall der erkrankten Dovile Ilciukaite dezimierten Kader mit Viviane Steil und Hannah Braun aufgefüllt, brachte jetzt auch zunächst Steil, später auch Braun - dafür blieben Tolic ("ich war mit ihrer Leistung und ihrer Einstellung nicht einverstanden") und Hannah Sattler auf der Bank. Die personellen Maßnahmen griffen. Steil und Braun überzeugten mit kämpferischem Einsatz und mutigen Offensivaktionen und rissen damit die gesamte Mannschaft mit, die sich nach dem zwischenzeitlichen 9:14-Rückstand (39.) sicht- und spürbar aufbäumte.

Dazwischen boten die Männer mit der Pfeife noch einmal eine Kostprobe ihrer Verfassung. Gabriella Szabo und Jurate Zilinskaite zeigten sich gegenseitig den "Scheibenwischer", bestraft wurde nur Szabo.

Davon unbeeindruckt begann die Aufholjagd der Miezen. In der Folge pendelte der Rückstand ständig zwischen ein und zwei Toren, wuchs bis zur 50. Minute aber nochmals auf drei Treffer an (17:20). Die Gastgeberinnen liefen weiter hinterher, ließen sich aber, lautstark von ihrem Publikum unterstützt, nicht entmutigen. 183 Sekunden vor Schluss war es endlich geschafft - Maja Zrnec gelang der Ausgleich zum 23:23.

Fast schon symptomatisch für die gesamte Saison folgten ein Trierer Ballverlust und das 23:24 durch Toptorjägerin Neubrander. Aber zumindest die Chance auf ein Remis bleibt. Bis vier Sekunden vor Schluss. Da wirft Gabriella Szabo am Tor vorbei und die unglückliche Niederlage ist perfekt.