23.02.2019 20:29 Uhr - 1. Bundesliga - fcb

Amega-Verletzung und Hallenrekord: Bietigheim zieht Metzingen mit Zwischenspurt den Zahn

Karolina Kudlacz-GlocKarolina Kudlacz-Gloc
Quelle: Michael Schmidt
2.412 Zuschauer, für die Bietigheimer Frauen eine Rekordkulisse in der MHP-Arena in Ludwigsburg, verfolgten zunächst einen herben Rückschlag für die TuS Metzingen. Die Partie hatte noch gar nicht richtig begonnen, als sich Delaila Amega beim Wurf das Knie verdrehte und ausschied. Die Gäste fanden zunächst nicht in die Partie und Bietigheim setzte sich über eine kompakte Abwehr ab. Zur Pause hieß es aber lediglich 13:9 für die SG BBM. Danach kam Metzingen auf zwei Tore heran, doch in dieser kritischen Situation drehte Bietigheim auf und fuhr noch einen souveränen 30:21-Sieg ein.

Nach 70 Sekunden musste das Spiel unterbrochen werden. Delaila Amega, die Metzinger Spielmacherin, lag nach einer unübersichtlichen Situation am Boden. Beim Versuch, das 0:1 zu erzielen, hatte sich die Niederländerin das Knie verdreht und musste rausgetragen werden. Shenia Minevskaja setzte zwar kurz darauf den Treffer, doch Missverständnisse im Aufbauspiel und Paraden von Eckerle im BBM-Tor folgten. Während Karolina Gudlacz-Gloc Bietigheim zum 2:2 heranführte, übernahm bei den Ermstälerinnen Patricia Kovacs die Regie. Behnke traf schließlich zum 2:3 (9.).

Beim 5:4, wieder Kudlacz-Gloc, lag Bietigheim erstmals vorne. Wegen einer Strafzeit gegen Behnke waren die Hausherrinnen außerdem in Überzahl. Metzingen erkämpfte dennoch einen Siebenmeter, aber Minevskaja scheiterte an der eingewechselten Salamakha. Van der Heijden vergoldete die Parade der Ukrainerin mit einem genialen Dreher und der 6:4-Vorlage. Schulze erhöhte auf 8:5 (15.). Behnke wurde frühzeitig zum zweiten Mal hinausgestellt. Während die TusSies den Aktivposten Amega zunehmend vermisste, blickte Martin Albertsen hinter sich und wechselte Anna Loerper ein.

Auf die erwartete Fuhr-Auszeit folgten ein Schrittfehler von Minevskaja, der erweiterte Gegenstoß von Loerper zum 9:6 und die vierte Eckerle-Parade. Die TuS konnte sich jedoch ebenfalls auf seine Torfrau verlassen, Isabell Roch verzeichnete alsbald ihren dritten Reflex und hielt die Fuhr-Sieben trotz diverser Fehler in Abwehr und Angriff im Spiel. Bietigheim spielte zwar über eine kompakte Abwehr gut auf, doch Metzingen fasste vor der Pause erstmals Vertrauen. Woller gelang mit einem Doppelschlag zwar das 12:8 (29.), die stark aufspielende Niederwieser antwortete für die Gäste.

Bietigheim startete mit neuer Energie in die zweite Halbzeit, van der Heijden, Kudlacz-Gloc und Loeper stellten auf 16:10 (35.), während bei Metzingen im Angriff weiterhin fast nur Niederwieser Gefahr ausstrahlte. Die SG BBM wog sich offenbar allzu sehr in Sicherheit, denn nun drehte bei den TusSies Maren Weigel auf und sorgte für das 16:13 (37.). Nach einer Albertsen-Auszeit traf Weigel zum 16:14 (39.). Metzingen spielte auf einmal energetisch und willensstark auf, doch Bietigheim brachte das Spiel mit Aktionen und Toren von Eckerle, Visser, Schulze und Woller wieder in den Griff.

Beim Stand von 20:15 (43.) unterbrach Andre Fuhr das Spiel. Anschließend sorgten Eckerle und Malestein mit ihrer 21:15-Kombination für ein Raunen in der MHP-Arena - ein weiteres Signal der Stärke der Gastgeberinnen an die Gäste. Loerper schickte das 22:15 hinterher. Der kurze Zwischenspurt in der Not, nach hinten sicherte die starke Eckerle immer wieder ab, hatte Bietigheim vorzeitig auf die Siegerstraße gebracht. Metzingen stellte die Abwehr um, strebte mit einer 5+1-Formation, mit Kelly Vollebregt an der Spitze, danach Maura Visser aus dem Spiel nehmen.

Der Zwischenspurt hatte die Bietigheim-Fans in der MHP-Arena auf den Plan gerufen, die ihr Team nun lautstark unterstützten. Metzingen zog sich alsbald wieder auf die gewohnte 6:0 zurück, musste aber auch weitere Gegentreffer hinnehmen. Die maßgeblichen Werferinnen Kudlacz-Gloc und Loerper sowie Woller besorgten das 27:18 (54.). Bietigheim steuerte auf einen deutlichen Erfolg zu, die Polin stellte dreieinhalb Minuten vor Schluss mit ihrem sechsten Torerfolg auf 29:20. Loerper hatte siebenmal getroffen. Bei Metzingen war niemand von diesem Format. Die SG gewann mit 30:21.