23.02.2019 09:32 Uhr - 1. Bundesliga - Wolfgang Seitz - Südwestpresse

"Nur mit überragender Leistung bleibt man in der Verlosung": TuS Metzingen reist zur SG BBM Bietigheim

Julia BehnkeJulia Behnke
Quelle: TuS Metzingen
Es ist ein Erstligaderby und ein Spitzenspiel. Die TuS Metzingen tritt am Samstag (19 Uhr) bei der SG BBM Bietigheim an. Ein Blick in die Tabelle genügt, um das Aufeinandertreffen am Samstag zu klassifizieren. Es empfängt der Tabellenerste den Tabellendritten - ein Spitzenspiel also. Rutscht man im Zahlenwerk ganz nach hinten, steigt die Bedeutung noch ein bisschen.

Die SG BBM Bietigheim nimmt in dieser Saison bisher die Rolle des Dominators ein, hat makellose 28:0 Punkte in der Zwischenablage. Die TuS Metzingen handelte sich indes schon zwei Schrammen ein, wird mit 22:4 gelistet. "Es ist unsere letzte Chance, im Titelrennen dabei zu bleiben", sagt Metzingens Trainer André Fuhr. Der Druck lastet also eher auf den Pink Ladies - die selbigen in Motivation umwandeln wollen.

Manager Ferenc Rott freut sich auf das Spiel und hat ein durchaus gutes Gefühl - dahingehend, dass seine Mädels alles reinhauen, was aufzutreiben ist. "Nur mit einer überragenden Leistung können wir etwas holen. Durchschnitt reicht in Bietigheim definitiv nicht", sagt Rott.

Sein Trainer sieht es genauso. Der will sich gar nicht großartig mit der schwarzen Derbyserie seiner TUSSIES befassen. Sechs Mal in Folge hat man nun gegen den württembergischen Rivalen verloren. Das ist sowieso nicht mehr zu ändern. Es gilt, die Zukunft positiv zu gestalten - und die soll am Samstag beginnen. Ein Spiel auf Augenhöhe erwartet er, in dem seine Mädels den Augenkontakt freilich über 60 Minute halten müssen.

Alles ausblenden




Dabei muss man alles ausblenden, was sich dieser Tage abseits des Spielfelds abspielt. Hauptsächlich unklare Vertragssituationen. Zum Beispiel bei Torhüterin Isabell Roch, die sich eigentlich diese Woche schon erklären wollte. Was nun nicht passiert ist, wobei sich hartnäckig das Gerücht hält, dass sie im nächsten Jahr in Dortmund spielen wird. Samstag hält sie aber ganz sicher gegen Bietigheim für Metzingen - und nur das zählt momentan. Ihr gegenüber steht die Kollegin aus der Nationalmannschaft, Dinah Eckerle. Beide wollen sich von ihrer besten Seite präsentieren.

Nicht das einzige direkte Duell zweier Nationalspielerinnen. Am Kreis duellieren sich Julia Behnke und Luisa Schulze. "Die ist nicht einfach zu verteidigen", sagt Fuhr und meint in erster Linie Schulze. Da muss sich seine Abwehr beweisen, die zuletzt, auch am vergangenen Samstag im Derby gegen Neckarsulm, Probleme hatte mit dem gegnerischen Kreis, an den zu viel durchkam. Auch ansonsten sollte alles passen. 60 Minuten lang - am Anschlag.

Unangenehmer Gegner




"Bietigheim, da gibt es überhaupt keine Diskussion, ist Favorit. Wir wollen aber ein ?unangenehmer Gegner sein." André Fuhr hat wieder mehr Möglichkeiten im Angriff. Anika Niederwieser spielte vergangene Woche nach ihrem Kreuzbandriss zum ersten Mal für die TuS ?- braucht aber noch Zeit. Viel weiter ist Delaila Amega, die schon wieder für die überraschenden Momente im Metzinger Spiel sorgen kann. Sie darf sich im Übrigen auch auf ein Duell freuen. Bei den Gastgeberinnen steht Maura Visser am Regiepult.

"Ich weiß nicht, wie sie es macht, aber sie wird immer besser", bescheinigt Fuhr der routinierten Niederländerin. Flankiert wird sie von weiteren Ausnahmekönnerinnen. Karolina Kudlacz-Gloc und Laura van der Heijden sind derzeit erste Wahl. Dahinter wartet mit Anna Loerper und Charris Rozemalen eine phänomenal starke zweite Reihe. Zudem ist mit einem Comeback von Kim Naidzinavicius in Kürze zu rechnen. Kürze kann in diesem Fall sehr knapp bemessen sein.

"Es ist durchaus beeindruckend, was Bietigheim spielt. Ich schätze sie stärker ein als in der vergangenen Saison", lobt André Fuhr. Er hat sich gewissenhaft auf das Match vorbereitet, sein Gegenüber Martin Albertsen natürlich ebenfalls. "Wir haben eine sehr gute Leistung gezeigt, hatten das Spiel jederzeit unter Kontrolle. Das ist das Bietigheim, was wir sehen wollen." Das hat Albertsen vergangene Woche nach dem 32:25-Sieg in Leverkusen an. Es hört sich fast wie eine Drohung an.