22.02.2019 18:52 Uhr - Champions League - PM THC, red

Thüringer HC in Ungarn mit letzter Chance auf das CL-Viertelfinale

Kerstin Wohlbold fehlt in BudapestKerstin Wohlbold fehlt in Budapest
Quelle: Franziska Braun, THC
Die Chancen auf den Einzug in das Viertelfinale der EHF Champions League sind beim Thüringer HC derzeit noch ganz minimal vorhanden. Dafür müsste allerdings am morgigen Samstag (19.30) Uhr beim derzeitigen Vierten FTC Budapest doppelt gepunktet werden. Schon bei einem Remis wäre der Sprung unter die besten Acht in Europa auch rechnerisch nicht mehr machbar.

Nach zwei Pflichtspielen in der Handball Bundesliga Frauen und in der Halbzeitpause der EHF Champions League Hauptrunde zieht Herbert Müller eine zwiespältige Bilanz: "Mit dem Auswärtssieg in Nellingen bin ich sehr zufrieden, dagegen haben wir im Heimspiel gegen Bensheim/Auerbach eine schlechte Leistung geboten und einen klaren Sieg verpasst."

Der Trainer macht dabei keinen Hehl aus seinem Ärger und setzte in der Pressekonferenz nach dem Spiel noch einen drauf. "Das war die schlechteste Leistung in den letzten neun Jahren hier." Aus dieser Manöverkritik muss die Mannschaft nun die Schlussfolgerungen ziehen. Herbert Müller fordert deshalb mehr Konstanz, sowohl in der Abwehr als auch im Angriff. Dabei hat am Mittwoch die Defensive funktioniert, und trotz eines zähen Beginns, bei einem Halbzeitstand von 15:7 stimmte die Richtung.

Müller: "Konstanter auftreten in Abwehr und Angriff"




Nach Wiederbeginn stand nach 40 Minuten ein 22:10 auf der Anzeigetafel. Die Plustore hätten den Thüringern in der Tabelle gutgetan. Derzeit haben sie nach Metzingen und Bietigheim nur die drittbeste Tordifferenz. Deshalb sagt Herbert Müller: "Bei aller Unerfahrenheit der jungen Spielerinnen, damit müssen wir leben und das haben wir so gewollt, indem wir junge talentierte Spielerinnen beim THC entwickeln wollen, aber so einen Bruch wie in den letzten 20 Minuten darf es nicht geben."

Bei dieser Entwicklung wolle man Schritt für Schritt gehen, sagt der Trainer, "Eigenverantwortung ist dabei in starkem Maße gefragt." Herbert Müller fordert von den jüngeren Spielerinnen, souveräner aufzutreten. Allerdings ist die Belastung beim THC mit Liga, Pokal und Hauptrunde der Champions League entsprechend hoch. "Um im Rennen um die Meisterschaft zu bleiben müssen wir konstanter auftreten in Abwehr und Angriff", betont Herbert Müller.

Schon am heutigen Freitag ging es 04:45 Uhr mit dem Bus nach Berlin, dann mit dem Flieger nach Budapest. "In Budapest, das ist immer ein besonderes Spiel und wenn wir gegen Budapest spielen, treffen wir auf Freunde", sagt Herbert Müller. "Gabor Elek ist mein Freund und es gibt ein Wiedersehen mit der langjährigen THC-Spielerin (2010-16, Anm.) Danick Snelder. Nach ihrer Bandscheiben-Operation kann Danick noch nicht spielen. Ich freue mich aber auf das Treffen mit ihr."

Ohne Wohlbold und Redder in Ungarn




Budapest ist eine große Herausforderung, dieser will sich der THC stellen, auch wenn die Chancen ins Viertelfinale der Champions League einzuziehen, vorbei sind. "Beim Hinspiel hat uns Nerea Pena fast alleine erschossen, darauf müssen wir uns einstellen und ihre Kreise besser einschränken, ihr einfach nicht so viele Freiheiten erlauben", bringt Herbert Müller zum Ausdruck.

Einige andere Spielerinnen sind herausragende Handballerinnen. Die Außen sind alle eine Klasse für sich. Man kennt Nadine Schatzl genauso gut wie Viktoria Lucacs, auch Spielmacherin Aniko Kovacsics oder Blanka Biro im Tor. Der THC will dort ohne Druck mit Freude Handball spielen, frisch von der Seele weg und um ein gutes Resultat kämpfen. Herbert Müller wird allen Spielerinnen Einsatzzeiten geben und er erwartet eine Reaktion auf seine Kritik zum Spiel gegen Bensheim/Auerbach.

Kerstin Wohlbold steht erst einmal urlaubsbedingt nicht zur Verfügung. Julia Redder spielt in Zwickau, alle anderen, wie zuletzt, werden nach Angaben des THC mit von der Partie sein. Jana Krause, die trotz Ausbildung in Köln separat anreist und stößt noch zur Mannschaft.