11.02.2019 15:41 Uhr - 2. Bundesliga - PM Waiblingen

"Einfach einsatzbereiter und willenstärker": Gedern/Nidda gibt Rote Laterne nach Sieg über Waiblingen ab

4 Tore: Sabine Eisenacher4 Tore: Sabine Eisenacher
Quelle: Kevin Krieg, Gedern/Nidda
Nach dem enttäuschenden Auftritt und der 20:25-Niederlage beim Tabellenletzten HSG Gedern/Nidda herrschte bei Team und Trainerstab des Handball-Zweitligisten VfL Waiblingen noch immer eine gewisse Ratlosigkeit. Während vor der Gymnasium-Sporthalle in Nidda Winterstürme tobten, entfachte der Waiblinger Angriff in der Halle lediglich ein laues Lüftchen. Zu wenig, um den hochmotivierten Gastgeber zu schlagen.

Waiblingens Co-Trainer Adrian Müller hatte unter der Woche nicht den Eindruck, dass die VfL-Frauen den Gegner angesichts dessen letzten Tabellenplatzes unterschätzen würde. Dazu hatte der starke Auftritt der HSG bei der knappen 29:30-Niederlage beim Tabellendritten TV Beyeröhde-Wuppertal am Wochenende zuvor genug aufhorchen lassen. So ging die Waiblinger Abwehr in Nidda auch zunächst sehr konzentriert zur Werke. Doch auch die HSG machte den Waiblinger Angreiferinnen das Leben durch eine kompakte Abwehrleistung schwer.

Der VfL konnte sein schnelles Gegenstoßspiel mit einfachen Toren nicht entfalten, aus dem Positionsspiel heraus entwickelte sich zu wenig Druck und Gefahr. Zudem ließen die Gäste noch viele Chancen liegen. So wurden auch die ersten drei Strafwürfe vom VfL versiebt. Obwohl der Knoten im Waiblinger Angriff nicht platzen wollte, schien sich der Favorit dennoch durchsetzen zu können. Nach ausgelichener Anfangsphase führte Waiblingen in der 20. Minute mit 7:5.

Doch dann lief im Waiblinger Sturm bis zur Halbzeit fast nichts mehr zusammen. Es fehlten einfach die entscheidende Prozente, um den Schalter umlegen zu können. Gedern/Nidda zeigte die höhere Einsatzbereitschaft und spürte mit zunehmender Spieldauer, dass der VfL an diesem Tag zu knacken ist. Bis zur Pause hatte der Gastgeber den Zwei-Tore-Rückstand durch einen 5:1-Lauf in die 10:8-Halbzeitführung gedreht.



Aus Waiblinger Sicht blieb die Hoffnung auf den zweiten Durchgang, in dem der VfL in dieser Saison schon mehrmals auch deutliche Rückstände noch in Siege umgewandelt hat. Nicht so jedoch in Nidda. Das Waiblinger Spiel kam weiterhin nicht in Fahrt, die sich breit machende Ratlosigkeit lähmte Kopf und Beine. Nidda/Gedern wurde mit jeder erfolglosen Aktion des VfL stärker, zeigte einfach mehr Biss und Siegeswillen. Bis zum 11:13 (36. Minute) blieb Waiblingen noch auf Schlagdistanz, doch dann zog die HSG auf und davon.

Der VfL versuchte nun, mit einer sehr offensiven Deckung zu mehr Ballgewinnen zu kommen. Doch auch das schlug ins Gegenteil aus. Der Gastgeber spielte sich nun in einen Rausch, zog über die Spielstände von 16:11 und 20:14 auf 23:15 davon. Gut acht Minuten vor dem Spielende war das natürlich die Entscheidung, der Rest war lediglich noch etwas Ergebniskorrektur für die Waiblingerinnen zum 20:25-Endstand.

"Das sind so Niederlagen, die man selbst am Tag danach noch nicht so richtig erklären kann", äußerte sich Waiblingens Co-Trainer Adrian Müller tags darauf. "Wir konnten unser Tempogegenstoßspiel nie entfalten. Gedern/Nidda war einfach einsatzbereiter und willenstärker und hat absolut verdient gewonnen."