09.02.2019 10:17 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine

Kirchhof rechnet sich im Spitzenspiel gegen die Kurpfalz Bären durchaus Chancen aus

Beide Teams erwarten ein umkämpftes DuellBeide Teams erwarten ein umkämpftes Duell
Quelle: Kurpfalz Bären Ketsch
Adrian Fuladdjusch hat einen Freizeittipp fürs Wochenende. "Ich würde zum Handball gehen", sagt der Geschäftsführer der Kurpfalz Bären. Gemeint ist das Spitzenspiel der 2. Handball-Bundesliga, in dem die SG 09 Kirchhof den Aufstiegsaspiranten herausfordert (Sa. 18 Uhr Stadtsporthalle Melsungen). Warum? Seine Antwort: "Weil da zwei dynamische Mannschaften auf Augenhöhe aufeinander treffen, die äußerst attraktiven Handball spielen."

In der Tat ähneln sich die Spielsysteme des Aufsteigers von 2017 und von 2016. Beide sind in der Abwehr auf den schnellen Ballgewinn aus, beide schalten blitzschnell um, beide haben die "Schnelle Mitte" genauso im Repertoire wie die erste und zweite Welle, um den Gegner durch leichte Tore zu demoralisieren, ja bisweilen zu überrennen.

Der einzige Unterschied: die SG deckt 6:0 mit offensiven Halben (Kim Mai, Christin Kühlborn), die Kurpfälzerinnen 3:2:1 mit der vorgezogenen Rebecca Engelhardt, Lena Einiler im Abwehrzentrum und Sabine Stockhorst im Tor. Die nicht nur Kirchhofs Trainer Denk für die beste ihrer Zunft im Unterhaus hält. Also gilt es im Abschluss ?cool zu bleiben? und auch nach spektakulären Paraden der langjährigen Bundesliga-Spielerin nicht zu verzagen.

Beide Mannschaften gehören zu den Torfabriken der 2. Liga. Kirchhof kommt auf 29,7 Treffer pro Partie. Durchschnittlich 31 Treffer pro Spiel lautete die Ausbeute der Schützlinge von Katrin Schneider bis zum letzten Spiel, ehe sie die Produktion beim sensationellen 17:20 gegen Nürtingen fast einstellten. "Der Gegner hat es geschafft, unser Tempo raus zu nehmen", lautet der Erklärungsversuch von Adrian Fuladdjusch gefolgt von einer Kampfansage: "Bei der SG werden wir ein anderes Gesicht zeigen."

Darauf ist Christian Denk vorbereitet, weiß um die Stärken des Gegners und um die eigenen Trümpfe. Nach zwei äußerst wichtigen Siegen in Folge kann die Mannschaft befreit und selbstbewusst aufspielen. "Wir sind gut drauf", freut sich der Übungsleiter über die wieder gewonnene Konstanz seiner Mannschaft, die auch die letzten vier Heimspiele gewann.

Nicht zuletzt ein Verdienst von zwei Spielerinnen im Aufwind: Katarzyna Demianczuk und Michelle Urbicht. Die polnische Torfrau, die fürs erste die aufstrebenden Frederikke Siggaard und Paula Küllmer überholt hat. Und die quirlige Rückraumspielerin, die spät, aber nicht zu spät ihren Wert als Neuzugang unter Beweis stellt. Der Ex-Rödertalerin dürfte das offensive Defensivsystem der Gäste dank ihrer Zweikampfstärke liegen. Ihre Aufgabe: Dynamisch in die Lücken stoßen. Zwecks eigenem Abschluss oder um Raum für Torjägerin Diana Sabljak zu schaffen. Die laut Denk nach ihrer Verletzung wieder "bei 100 Prozent" ist.

Für Bären-Coach Katrin Schneider war unterdessen diese Woche viel Sensibilität angesagt, um die Köpfe ihrer Spielerinnen nach dem 17:20 in Nürtingen wieder nach oben zu bekommen. "Niederschmetternd war nicht die Niederlage an sich, aber die Art und Weise, wie sich das Team präsentierte. Vom sonst so umjubelten Tempospiel war gegen Nürtingen nichts zu sehen. Im Gegenteil: In der Video-Auswertung wurde deutlich, dass die meisten Aktionen an Fahrlässigkeit bei Pässen und Torchancen nicht zu überbieten waren", so der Pressedienst der Gäste über die Aufarbeitung der Niederlage.

Dazu Dr. Robert Becker: "Man muss den Mädels auch einmal zugestehen, einen schlechten Tag zu erwischen. Alle Teams haben in dieser Saison schon für negative Überraschungen gesorgt. Jetzt waren wir halt mal dran." Trainerin Kate Schneider sieht die bevorstehende Partie allerdings als völlig offen an, da beide Mannschaften über viele Qualitäten verfügen und am Samstag die Tagesform die entscheidende Rolle spielen werde. Bei den Bären-Ladies hofft man, dass - wie in der Hinrunde, als das Duell mit 28:24 gewonnen werden konnte - Saskia Fackel, Carmen Moser und Rebbi Engelhardt zu ihrer alten Treffsicherheit zurückfinden.