06.02.2019 22:04 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

SG BBM Bietigheim weiter ungeschlagen: Souveräner Auftritt bei Borussia Dortmund

Die Dortmunderin Caroline Müller im Kampf um den Ball gegen die Bietigheimerinnen Karolina Kudlacz-Gloc und Luisa SchulzDie Dortmunderin Caroline Müller im Kampf um den Ball gegen die Bietigheimerinnen Karolina Kudlacz-Gloc und Luisa Schulz
Quelle: Stummbillig, BVB
Die SG BBM Bietigheim wahrt weiterhin ihre weiße Weste und steht auch nach dem 29:23 (15:11)-Auswärtssieg am Abend bei Borussia Dortmund verlustpunktfrei an der Spitze der Handball Bundesliga Frauen (HBF). 13 Siege aus 13. Spielen lautet somit die makellose Bilanz des Tabellenführers nach der für sie mit diesem Spiel vollendeten Hinrunde. Dortmund verpasste unterdessen den Sprung auf den vierten Platz, der bei einem Sieg möglich gewesen wäre, und verbleibt trotz 11/4 Treffern von Alina Grijseels mit 15 Pluspunkten auf dem sechsten Platz.

So souverän wie die Bilanz nach der Hinrunde klingt, traten die Gäste auch beim am Mittwochabend in der Herdecker Bleichsteinhalle auf. Zunächst war es ein Messen beider Abwehrreihen vor rund 500 Zuschauern in Herdecke. Der BVB ging mit 1:0 in Führung. Nationalspielerin Luisa Schulze besorgte auf der anderen Seite den ersten Treffer der Partie für die Gäste.

Nach bereits sechs gespielten Minuten gelang den Gastgeberinnen die Führung zum 2:1, die von Karolina Kudlacz-Gloc egalisiert wurde. Laura van der Heijdens Treffer in der 9. und 10. Minute bedeutete die erste Führung für die SG BBM. Als Maura Visser das 6:4 für den Spitzenreiter erzielte, nahm BVB-Coach Gino Smits seine erste Auszeit. Dortmund hielt danach noch einige Minuten den Anschluss, nach einer Viertelstunde stand ein 8:6 auf der Anzeigetafel.

Die Bietigheimerinnen standen allerdings weiterhin konzentriert in der Defensive, boten dem Gegner keine Lücken zum Durchkommen und versenkten vorne konsequent ihre Torchancen gegen Dortmunds Ausnahmetorhüterin Clara Woltering - nach vier Treffern in Serie hieß es nach zwanzig Minuten 12:6 für den Spitzenreiter aus Bietigheim. Der BVB kam, befeuert durch seine Fans, wieder besser ins Spiel, Bietigheim ließ sich dadurch aber nicht aus dem Konzept bringen. Laura van der Heijden, Angela Malestein und Fie Woller netzten für die Gäste zum verdienten 15:11-Pausenstand ein.

Während es den Dortmunderinnen in der Anfangsphase noch gelang, die Offensive der Gäste durch engagierte und laufintensive Deckungsarbeit in Schach zu halten, fehlte ihnen in der zweiten Viertelstunde im Angriff der Zugriff, wodurch Bietigheim sich mit schnellem Umschalten nach Ballgewinnen hochkarätige Abschlusschancen erspielen konnte. "Wir wollten im Vergleich zum Spiel in Halle unsere kämpferische Leistung verbessern, das hat mir gefallen. Aber wir haben auch gesehen, was passiert, wenn wir das mal ein paar Minuten schleifen lassen", erklärte BVB-Coach Gino Smits mit Blick auf den ersten Abschnitt.


Dortmund stemmte sich auch im zweiten Abschnitt gegen die drohende Niederlage: Doch immer, wenn das Team von Smits die Partie noch einmal hätte eng gestalten können, schlug der Spitzenreiter im Stile einer Spitzenmannschaft eiskalt zu oder die Schwarzgelben machten den einen oder anderen Fehler zu viel. So auch nach dem Seitenwechsel: Bereits viereinhalb Minuten nach Wiederanpfiff lag die SG BBM mit sieben Treffern in Front (19:12).

Smits Schützlinge steckten nicht auf, vor allem Alina Grijseels zeigte sich immer wieder torgefährlich, verbuchte am Ende 11/4 Treffer. "Dortmund spielt immer mit Druck und wir mussten sie in der Abwehr immer offensiv annehmen, sonst wäre es zu spät", analysierte Martin Albertsen nach der Partie. Genau das machte sein Team angeführt von Abwehrchefin Maura Visser über weite Strecken der Partie sehr gut, der BVB fand dennoch Lösungen und hatte beim Stande von 19:23 (47.) und Ballbesitz in Überzahl abermals die Chance, entscheidend zu verkürzen. Doch abermals entschieden die Kleinigkeiten gegen die Gastgeberinnen: Unglücklicher Ballverlust, unglückliches Gegentor - da waren es wieder fünf.

Und irgendwann lief den Borussinnen dann auch die Zeit davon. Sieben Minuten vor Schluss ging Smits das letzte Mal Risiko und öffnete seine Deckung. Doch näher als auf fünf Treffer kamen seine Schützlinge im Anschluss nicht mehr heran - es gastierte eben eine Spitzenmannschaft beim BVB und die stand in der entscheidenden Phase auch wieder stark in der Deckung und konnte sich zudem auf Torfrau Dinah Eckerle verlassen. "Dass die Niederlage heute mit sechs Toren und nicht mit drei oder vier ausfällt, zeigt auch die Cleverness, die so ein Spitzenteam wie Bietigheim mitbringt", gratulierte Smits dem verdienten Sieger nach der Partie.

SG BBM-Cheftrainer Martin Albertsen freute sich nach dem Rückschlag im EHF-Pokal über den Sieg in der Liga: "Nach der Enttäuschung vom Wochenende war das die richtige Reaktion meiner Mannschaft. Wir haben sehr gut zusammen agiert, standen hervorragend in der Abwehr und haben mit viel Tempo nach vorne gespielt. Das war unsere bisher beste Leistung in Dortmund in meiner Amtszeit." Zum letzten Europapokalspiel in dieser Saison empfängt die SG BBM, die in der Liga weiterhin zwei Punkte vor dem Thüringer HC liegt, am Sonntag, den 10. Februar, Sports Club Magura Cisnadie aus Rumänien. Anwurf in der MHP Arena ist um 17 Uhr.

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