03.02.2019 13:11 Uhr - 1. Bundesliga - Leverkusen

Leverkusen kommt über den "Willen", Neckarsulm geschockt von Wolf-Verletzung

Jennifer Rode erzielte acht Tore für LeverkusenJennifer Rode erzielte acht Tore für Leverkusen
Quelle: SV Union Halle-Neustadt
Mit einem hart erarbeiteten 27:24 (11:11)-Erfolg bei der Neckarsulmer SU haben die Bundesliga-Handballdamen des TSV Bayer 04 Leverkusen ihre "Sieglos-Serie" beendet. Jennifer Rode (8 Tore) und Sally Potocki (6) waren dabei die besten Schützinnen. Für Neckarsulm trafen vor gut 800 Zuschauern Nele Reimer und Ana Pavkovic jeweils fünf Mal. Die Gastgeberinnen schockte im ersten Abschnitt eine schwere Verletzung von Spielmacherin Louisa Wolf.

Die Vorbereitung auf diese Partie stand bei den Werkselfen unter keinem guten Stern. "Unter der Woche war ein vernünftiger Trainingsbetrieb kaum möglich, da ständig erkrankte und verletzte Spielerinnen ausfielen. Zwischendurch schickte Trainer Robert Nijdam die wenigen verbliebenen Einsatzbereiten kurzerhand einfach mal zum Saunieren", berichtet der Pressedienst der Gäste.

In den ersten gut vier Minuten sah es nicht danach aus, als hätte diese Trainingswoche negative Nachwehen. Bayer führte schnell mit 2:0, und Vanessa Fehr, die für die angeschlagene Nele Kurzke zwischen den Pfosten begann und auch nahezu durchspielen sollte, hielt die erste Bälle. Dann aber kassierten die Elfen nach ersten Nachlässigkeiten die ersten beiden Kontertore und gerieten nach sieben Minuten erstmals in Rückstand (2:3).

Nach der Führung durch Nele Reimer legt die Sport-Union immer wieder vor, verpasst es in dieser Phase durch einige schlechte Abschlüsse aber, sich von den Gäste deutlich abzusetzen. Bis zum 5:5 (13. Minute) hielten sich die Fehler auf beiden Seiten die Waage, ehe die Gäste rund acht Minuten lang ohne Torerfolg blieben - die Sport-Union setzte sich beim 9:5 auf vier Tore ab und Gästecoach Robert Nijdam griff zur Auszeit.

Wolf-Verletzung schockt Neckarsulm




Die Gastgeberinnen und die 824 Zuschauer in der Ballei hatten unterdessen kurz zuvor einen Schock zu verdauen. Nach einem Zusammenprall sackte Louisa Wolf in der 18. Spielminute unter enormen Schmerzen im Knie zusammen und wurde nach langer Behandlung durch die Neckarsulmer Teamärzte in ein Krankenhaus gebracht. "Eine genaue Diagnose erfolgt mit der MRT-Untersuchung am Montag, die Co-Kapitänin der Sport-Union droht allerdings lange auszufallen", berichtet der Pressedienst der Sport-Union über die Verletzung der 24-Jährigen.

In der Folge tat sich Neckarsulm gegen die Leverkusener Deckung schwer, die Gäste kämpften sich zurück in die Partie. Fünf Mal hatten die Elfen zwischenzeitlich Pfosten oder Latte getroffen, leisteten sich bis zur Pause zehn Fehlwürfe und neun Ballverluste. Die Zwischenbilanz bei den Gastgeberinnen sah allerdings auch nicht viel besser aus, sodass man bei Gleichstand die Seiten wechselte.

"Wir wussten, dass der Gegner viel über den Kreis gehen würde. Allerdings standen wir lange Zeit nicht kompakt genug. Mit großem Kampf ist es uns dann gelungen, vor der Pause doch noch auszugleichen", meinte Nijdam mit Blick auf den 11:11-Pausenstand.

Kim Berndt, die im ersten Durchgang ohne Einsatzzeit geblieben war, startete mit einem Torerfolg für Leverkusen in den zweiten Durchgang. Doch Neckarsulm hielt mit, Stojkovska und Kaufmann sprangen im Rückraum für die verletzte Wolf ein. Durch Sally Potocki, die sich - wie die meisten Elfen - zusehends steigerte, ging Bayer dann nach 42 Minuten aber erstmals mit vier Treffern in Führung (19:15) und in der 48. Minute war es erneut die Australierin, die zum 23:19 traf.

Neckarsulm stemmte sich gegen die drohende Niederlage: Kaufmann und Stojkovska verkürzten zehn Minuten vor Ende der Partie und der Sport-Union gelang kurze Zeit später sogar der Ausgleich per Siebenmeter zum 23:23. Doch in eigener Überzahl wurde die Chance auf die Führung dann nicht genutzt und Jennifer Rode warf Leverkusen mit einem Doppelschlag zum 25:23 wieder in Vorlage.

Vanessa Fehr hielt weiterhin vorzüglich, die Leverkusener Abwehr stad wieder dichter und in der Offensive nutzten die Gäste nun ihre Chancen. Zwei Abspielfehler von Neckarsulm kamen hinzu, Bayer steuerte zum 27:24-Erfolg. "Wir haben in den zweiten 30 Minuten viel aggressiver verteidigt und konnten somit besser unser Tempospiel aufziehen. Zudem haben wir unsere Fehler schneller abgehakt und passende Antworten gefunden. Am Ende war es auch ein Erfolg des Willens", so Nijdam.

"Ich kann das alles ehrlich gesagt noch gar nicht richtig fassen. Was mit der Verletzung von Loui Wolf auf uns zu kommt und welche Folgen das für uns haben wird, dazu kann ich aktuell noch nichts sagen. Das Spiel haben wir meiner Meinung nach in der Hand, um es zu gewinnen. Es war ein rundum bitterer Abend für uns und trotzdem haben wir noch die Chance, zu gewinnen. Wenn wir am Ende konsequent genug sind und in die Lücken gehen, dann haben wir auch die Chancen. Aber wenn diese heraus gespielten Möglichkeiten dann eben vergeben werden, können wir nicht gewinnen", sagte NSU-Trainer Pascal Morgant nach Spielende.

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