03.02.2019 10:38 Uhr - Champions League - Andreas Hofmann/Roman Knabe, dpa, red

Weiterkommen rückt in Ferne: Thüringer HC verliert gegen Kristiansand in der Champions League

"Die Gegentore machen nicht die, das seid doch ihr!", haderte Herbert Müller"Die Gegentore machen nicht die, das seid doch ihr!", haderte Herbert Müller
Quelle: Jürgen Pfliegensdörfer
Auch das zweite Hauptrundenspiel ging verloren. Der Thüringer HC schaffte in Norwegen keine Überraschung und unterlag am Samstag den Vipers Kristiansand mit 24:31 (12:16). Im vierten Spiel innerhalb von elf Tagen mit einer Besetzung von nur acht Feldspielerinnen dominierten die Türingerinnen bis zur 20. Minute die Partie, mussten dann aber die routinierten Gastgeberinnen davon ziehen lassen. Katrin Lunde im Tor der Vipers war die überragende Spielerin der Partie - bei den Feldspielerinnen zeichnete sich Jeanett Kristiansen mit zehn Treffern aus. Für den Thüringer HC warfen Meike Schmelzer und Iveta Luzumova (je 6 Treffer) die meisten Tore.

Der THC startete verheißungsvoll in die Partie, führte durch zahlreiche erfolgreiche Offensivaktionen schnell mit 6:2. Doch die Gastgeberinnen holten auf. In der 13. Spielminute erhielt Josefine Huber eine Zeitstrafe und der Deutsche Meister agierte nun zu fünft in der Abwehr. In dieser Phase konnte Kristiansand durch Treffer von Kristiansen und Naes Andresen auf 6:8 verkürzen.

Nach dem Fehlwurf von Emily Bölk blieb auch der nächste Wurf der Norwegerinnen im Thüringer Block hängen. Marta Tomac traf und zwang Herbert Müller zu seiner ersten Auszeit. Die schlecht ausgespielten Angriffe der THC Mädels und unkonzentrierte Würfe ermöglichten Mathilde Kristensen und Marta Tomac weitere Treffer, während Katrin Lunde im Tor der Gastgeberinnen gleich mehrere Bälle entschärfte.

In der 21. Minute hatten die Norwegerinnen den ersten Ausgleich geschafft und blieben bis zum 14:10 (25. Minute) in der Erfolgsspur. Herbert Müller brachte jetzt Jana Krause für die jetzt etwas glücklose Ann Cathrin Giegerich ins Tor des Thüringer HC und setzte auf das taktische Mittel des Spiels mit dem "empty goal". Meike Schmelzer hatte Platz am Kreis und netzte nach schönem Anspiel zum 11:14 ein. Iveta Luzumova machte das 12. Tor für ihr Team, doch prompt antwortete Linn Jorum Sulland mit einem Tor zum 16:12. Damit ging es dann auch in die Kabinen.

Beide Torhüterinnen zeigten nach dem Seitenwechsel innerhalb kürzester Zeit mehrere starke Paraden und hielten nahezu alles, was aufs Tor kam. Es benötigte einige Minuten für die Offensivreihen, um sich in Szene zu setzen. Emily Bölk stieg im Rückraum hoch und netzte sehenswert ein. Nach 35 Spielminuten traf erneut Jeanett Kristiansen zum 18:14. Meike Schmelzer verkürzte nach starkem Bodenpass auf 18:15, doch kurz darauf musste Josefine Huber zum zweiten Mal eine Zeitstrafe hinnehmen.

Herbert Müller griff wieder zum zusätzlichen Feldspieler und ließ das Tor leer. Jeanett Kristiansen war aber für den THC kaum stoppen, zu stark war ihr Zug zum Tor. Und auch in der Verteidigung stand Kristiansand, selbst in doppelter Unterzahl. Nur vier Norwegerinnen verteidigten glänzend - Katrin Lunde pariert den Strafwurf von Emily Bölk. Die Unterzahlsituation brachte dem THC nichts, den Gastgeberinnen aber die 21:16 Führung. Da konnte Lydia Jakubisovas schöner Hüftwurf zum 21:17 zwar eine Verkürzung bringen - eine Wende im Spiel gelang jedoch nicht, auch wenn es Herbert Müller in den Auszeiten fast beschwörend fordert.

"Die Gegentore machen nicht die, das seid doch ihr!"







Der THC kämpfte um Anschluss, doch der Gegner hielt den deutschen Meister auf Distanz. Iveta Luzumova verwandelte einen Strafwurf in der 51. Minute zum 25:21. Daraufhin griff Vipers-Trainer Douglas Mcinery nach der grünen Karte. Während Jana Krause zwei Würfe nacheinander parierte, vertändelten ihre Mannschaftskameradinnen im sieben gegen sechs den Ball und mussten weitere Treffer ins leere Tor hinnehmen.

In seiner dritten Auszeit nach 52 Minuten brach es aus Herbert Müller heraus: "Die Gegentore machen nicht die, das seid doch ihr!" Wieder und wieder scheiterten seine Spielerinnen an einer glänzend aufgelegten Katrin Lunde oder verloren den Ball durch ungenaue Pässe.

Abzuwenden war die Niederlage nicht mehr. Alexandra Mazzuco war es, die zum 28:24 traf. Ein Lattentreffer verhinderte wenig später das Gegentor. Katrin Lunde parierte gegen Josefine Huber stark und Hanna Maria Yttereng traf im Gegenstoß. Linn Jorum Sulland setzte den Schlusspunkt. Mit dem 31:24 bleiben die wertvollen Punkte somit in Kristiansand.

Vipers Kristiansand: Eline Fagerheim, Linn Jorum Sulland 5, Katrine Lunde; Karoline Olsen, Emilie Hegh Arntzen 2, Tonje Refsnes, Karine Emilie Dahlum, Mathilde Kristensen 2, Silje Katrine Waade 3, Pernille Bjorseth Wibe, Jeanett Kristiansen 10, Marta Tomac 5, Hanna Maria Yttereng 1, Henny Ella Reistad 2, Sunniva Amalie Naes Andersen 1.

Thüringer HC: Jana Krause, Ann-Cathrin Giegerich; Jovana Sazdovska 2, Alexandra Mazzucco 2, Meike Schmelzer 6, Iveta Luzumova 6, Emily Bölk 4, Nina Christin Müller 1, Lydia Jakubisova 2, Josefine Huber 1.

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