31.01.2019 09:21 Uhr - 1. Bundesliga - red, dpa, PM THC

"Alles abverlangt" - Thüringer HC kämpft sich zum Sieg gegen starke Bald Wildungen Vipers

Iveta Luzumova erzielte zehn Tore für den THC. Auf der anderen Seite war Romy Morf-Bachmann ebenfalls zehnmal erfolgreich.Iveta Luzumova erzielte zehn Tore für den THC. Auf der anderen Seite war Romy Morf-Bachmann ebenfalls zehnmal erfolgreich.
Quelle: Mario Gentzel
Eine Woche nach der ersten Saisonniederlage in der Bundesliga hat der Thüringer HC zurück in die Erfolgsspur gefunden und am Mittwochabend mit 31:28 (17:13) gegen die HSG Bad Wildungen gewonnen. Der Meister startete noch immer personell geschwächt in die Partie, konnte aber viel offensive Akzente setzen. Die Defensive zeigte sich im Vergleich zum Aufeinandertreffen mit Bietigheim wieder stabilisiert, ließ auch viel weniger zu. Großen Anteil am Sieg hatte Iveta Luzumova, die nach ihrer Verletzungspause mit 10 Toren zur besten Werferin für den THC avancierte. Ebenfalls mit 10 Treffern wurde Romy Morf-Bachmann beste Torschützin aufseiten der Gastgeberinnen.

Trotz der Vier-Tore-Führung zur Halbzeit ließ der THC seine Souveränität vermissen. Bad Wildungen zeigte sich kämpferisch, spielerisch stark und konnte immer wieder bis auf drei Tore verkürzen. Dementsprechend lobenswert war die Leistung des "Außenseiters". Das sah auch THC-Trainer Herbert Müller so: "Kompliment an Bad Wildungen, sie haben uns heute alles abverlangt, was man abverlangen kann."

Trotz der Niederlage war Vipers-Trainerin Tessa Bremmer mit der Leistung ihrer Mannschaft zufrieden: "Überragend war heute das Selbstbewusstsein und der Zug zum Tor nach der Niederlage in Buxtehude. Wir haben uns heute immer wieder zurückgekämpft und viele neue Sachen versucht. Nach dem Verlust von Laura (a. d. R.: Vasilescu) in der 15. Minute, hat es die Mannschaft trotzdem geschafft, das Spiel durchzuziehen. Ich bin stolz auf unsere Mannschaft, wie sie das Buxtehude-Spiel verarbeitet und gezeigt hat, was sie zu Leisten im Stande ist."

In der sechsten Minute führte der Thüringer HC mit 4:1. Die Vipers fanden aber zunehmend besser ins Spiel, sodass Annika Ingenpaß mit ihrem Treffer auf 4:5 verkürzen konnte. Die Thüringerinnen scheiterten wiederholt an der beweglichen Abwehr und einer starken Manuela Brütsch im Tor der Gastgeberinnen. Nach 14 Minuten gelang Nicoleta Laura Vasilescu der Ausgleich zum 7:7 per Strafwurf. Nachdem beide Mannschaften Zeitstrafen - Romy Morf-Bachmann und Emily Bölk mussten auf die Bank - hinnehmen mussten, konnten die Vipers die erste Führung zum 9:8 erzielen. Herbert Müller reagierte und nahm nach 16 Minuten sein erstes Team Timeout.

"Wir haben heute unfassbar lange gebraucht, um überhaupt eine Stabilität in die Deckung zu kriegen", analysierte Herbert Müller. Der THC-Trainer erklärte weiter: "Erst als Jana Krause ein paar Bälle herausgeholt hat und wir ins Tempospiel gekommen sind, konnten wir bis auf 17:13 weg." Gut zwei Minuten vor dem Halbzeitpfiff konnte Lydia Jakubisova mit zwei Toren in Folge die Führung zum 16:13 ausbauen. In der Endphase der ersten Halbzeit gelang es dem Thüringer HC, den Gastgeberinnen aus Bad Wildungen ihr Spiel aufzudrücken.

Herbert Müller bemängelt fehlende Stabilität: "Es zieht sich seit Monaten wie ein roter Faden durch unser Spiel"







Zu Beginn der zweiten Hälfte gab es auf beiden Seiten eine Vielzahl an Fehlern im Abschluss und Abwehr. Nach 40 gespielten Minuten gelang es den Thüringerinnen zwei Mal in Folge, eine Empty-Goal-Situation der Vipers auszunutzen und zum 21:17 zu erhöhen. Beim Stand von 24:18 nahm HSG-Trainerin Tessa Bremmer ihre nächste Auszeit. Nach dem Tor von Romy Morf-Bachmann zum 19:24 nahm Herbert Müller sein erstes Team Timeout in der zweiten Halbzeit.

Besonders die Torhüterinnen beider Mannschaften zeigten einige sehenswerte Paraden. So parierte Manuela Brütsch unter anderem einen Strafwurf von Josefine Huber in der 47. Minute und hielt ihre Mannschaft damit im Spiel. Jana Krause konnte einige freie Bälle und einen versuchten Heber herausfischen. Sina Ritter gelang kurz darauf der Anschlusstreffer zum 25:23 und in der 52. Minute waren die Vipers wieder auf ein Tor an den Gästen dran. Lydia Jakubisova konterte prompt zum 26:24. Fünfeinhalb Minuten vor Spielende netzte Jovana Sazdovska zum 29:26 ein.

In der Schlussphase konnten beide Teams Tore durch gescheiterte Aktionen mit dem zusätzlichen Feldspielers des jeweiligen Gegners erzielen, somit konnte sich auch Jana Krause in die Torschützenliste eintragen. Die HSG hielt das Spiel lange offen und für die 500 Zuschauer spannend. Vier Minuten vor dem Ende verkürzten sie auf 28:29. Das war für die Vipers das letzte Tor in der Begegnung. Nach einer Zeitstrafe gegen Maxi Mühlner mussten die Frauen aus Bad Wildungen zwei Gegentreffer in Folge hinnehmen. In der letzten Minute vor dem Schlusspfiff nahmen Tessa Bremmer und Herbert Müller ihr letztes Team Timeout. Gewohnt akribisch schwor er seine Mannschaft auf die letzten zwanzig Sekunden des Spiels ein. Der letzte Angriff dieser Partie blieb für die Gäste erfolglos und so stand ein 31:28 Auswärtssieg auf der Anzeigetafel und zwei weitere Punkte auf dem Haben-Konto.

Trotz des Sieges gibt es für den Thüringer HC noch einige Baustellen. "Es ärgert mich maßlos, dass wir nicht in der Lage waren diesen Vorsprung über die Zeit zu bringen", so Trainer Herbert Müller. "Es zieht sich seit Monaten wie ein roter Faden durch unser Spiel. Froh bin ich über die Rückkehr von Iveta, wobei auch Jovana lobend zu erwähnen ist. Sie hat in der Abwehr einige wichtige Bälle abgefangen und auch vorne die Tore gemacht."

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