19.01.2019 12:51 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, red

Kirchhof bei der TG Nürtingen vor schwerer Aufgabe

Lea SchuhknechtLea Schuhknecht
Quelle: TGN
Eine knifflige Aufgabe steht den Nürtinger Zweitligahandballerinnen am Samstagabend bevor. Zu Gast ist dann die SG 09 Kirchhof. Der aktuelle Tabellensiebte hat drei Punkte mehr als die TG Nürtingen auf dem Konto und die bisherigen Ergebnisse des heutigen Gegners spiegeln deren Bild der Tabelle sehr gut wider.

So gewann die SG ausschließlich gegen Mannschaften die hinter ihnen liegen, während in den Partien gegen die ersten sechs der Tabelle lediglich zwei Unentschieden bei vier Niederlagen auf dem Zettel stehen. Somit hinkt die ambitionierte Mannschaft aus dem Melsunger Stadtteil ein wenig hinter dem selbstgesteckten Ziel "unter die ersten Fünf" hinterher. Denn kadermäßig hat sich das Team von Trainer Christian Denk gegenüber letzter Saison verstärkt. So kamen vom Erstligaabsteiger Rödertal die beiden Rückraumspielerinnen Sandra Szary und Michelle Urbicht sowie aus den Niederlanden die ehemalige Juniorennationalspielerin Iva van der Linden, die allerdings mit einem Kreuzbandriss für den Rest der Saison ausfällt.

Herausragende Spielerin auch diese Saison ist Rückraumschützin Diana Sabljak, die mit einem Schnitt von über zehn Toren pro Spiel mit beträchtlichem Vorsprung die Spitze der Torschützenliste der 2. Bundesliga belegt. Ein Durchschnitt von knapp über 30 erzielten Toren pro Spiel bei 28 Gegentreffern zeugt von Tempohandball und Spielen mit vielen Toren. Kirchhof kommt mit Rückenwind an den Neckar gereist, zuletzt gelangen zwei klare Siege gegen Gedern/Nidda und Lintfort. Doch auch TGN-Trainer Stefan Eidt baut auf die Leistung des vergangenen Spiels.

Zwar verlor seine Mannschaft in Rödertal, doch die gezeigte Leistung war durchaus ansprechend. Man darf gespannt sein, wer als Sieger vom Platz geht. In der Vergangenheit mehrheitlich das Heimteam, wie auch beim letzten Aufeinandertreffen im März des vergangenen Jahres in der Nürtinger Eisenlohr-Sporthalle, als die TGN einen klaren Sieg feiern durften.

"Die TG ist bärenstark und ganz klar im Aufwind", so Kirchhofs Trainer Christian Denk. Und der trägt einen Namen: Lea Schuhknecht. Mit der Rückraumspielerin belegte die TG in ihrer bisher besten Zweitliga-Saison 2016/17 den vierten Platz, ohne die danach nach Göppingen abgewanderte Torjägerin mussten die Baden-Württembergerinnen in der Saison darauf (12.) sogar um den Klassenerhalt bangen.

"Sie war nicht zu ersetzen", weiß Stefan Eidt, mittlerweile im siebten Jahr bei der TG, um die Schlüsselrolle der 26-Jährigen. Umso erfreuter war der Trainer daher über ihre Rückkehr, auf die er allerdings, verletzungsbedingt, elf Spieltage warten musste. Die Folge: ein Fehlstart, auch zurück zu führen auf den Ausfall der weiteren "Neuen" Nadine Hofmann und Carmen Siller.


Seit drei Spielen ist Lea Schuhknecht wieder dabei. Und prompt läuft‘s (immer) besser. "Wir schauen nach vorn", strahlt der TG-Coach wieder Zuversicht aus. In dem Wissen, "dass wir nun über rechts und links aus dem Rückraum richtig Druck ausüben können und so viel schwerer auszurechnen sind."

Denn auf der rechten Seite wirbelt Es-Bundesliga-Spielerin Verena Breidert, mit 90 Treffern beste Torschützin (und über weite Strecken der Hinrunde Alleinunterhalterin) ihrer Mannschaft. Attestiert von Rechtsaußen Lisa Wieder (52 Treffer), die laut Christian Denk "einen großen Sprung nach vorn gemacht hat" und ebenfalls aus der zweiten Reihe gefährlich ist. Seine Schlussfolgerung: "Diese rechte Seite müssen wir zumachen." Das erfordert wie gegen Lintfort eine "hohe Risikobereitschaft" seiner Defensive, also trotz offensiver "Halbe" wenig Räume in der eigenen Nahwurfzone zuzulassen.

Ohne seine beiden etatmäßigen Rechtsaußen, dafür aber wieder mit Laura Nolte, die längst mehr als ein Ersatz für die verletzten Karolina Bijan und Iva van der Linden ist. Und sicherlich mit der Erkenntnis, dass 13 Treffer in Folge ohne Gegentor die absolute Ausnahme und keinesfalls die Regel sind.