19.01.2019 09:51 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

Werkselfen auch in Blomberg weiter ohne Mia Zschocke

Mia ZschockeMia Zschocke
Quelle: Marco Wolf
Im ersten Heimspiel des neuen Jahres empfängt Frauenhandball-Bundesligist HSG Blomberg-Lippe am kommenden Samstag, 19. Januar, Bayer 04 Leverkusen. Der Anpfiff in der Sporthalle an der Ulmenallee erfolgt um 16.30 Uhr. Nach dem Erfolg bei Frisch Auf Göppingen wollen die Schützlinge vor Trainer Steffen Birkner vor heimischer Kulisse an die tolle Leistung im Schwabenland anknüpfen und auch gegen die leicht favorisierten "Elfen" das Parkett als Gewinner verlassen.

Die Gastgeberinnen sind sich der Schwere der Aufgabe bewusst. "Unser Gegner verfügt über eine gute Mischung erfahrener und junger Spielerinnen. Leverkusen agiert mit viel Tempo, greift mutig an und verteidigt konsequent. Vor allen Dingen auf der rechten Seite verfügen sie mit Nationalspielerin Amelie Berger und der torgefährlichen Jennifer Rode über viel Qualität. Ebenfalls zu beachten sind die Rückraumspielerinnen Zivile Jurgutyte und Mia Zschocke", weiß Steffen Birkner zu berichten.

Für den 38-Jährigen liegt ein Schlüssel zum Erfolg darin, die Wege des Kontrahenten einzuschränken. "Wir müssen in der Deckung die Räume verdichten und die Zweikämpfe annehmen. Aufgrund der Schnelligkeit der Leverkusener Angreiferinnen ist ein konsequentes Rückzugsverhalten von großer Bedeutung. In der Offensive kommt es auf eine möglichst hohe Effektivität an", so Birkner.

Ein bekanntes Gesicht werden die Zuschauer auf der Gäste-Bank sicherlich vermissen. Trainerin Renate Wolf, die mit einer kurzen Unterbrechung (2012 bis 2014) seit 1996 die Zügel an der Seitenlinie fest in ihren Händen hielt, hat im Sommer vergangenen Jahres ihren Platz geräumt. Neuer Coach bei den "Elfen" ist der Niederländer Robert Nijdam. Der 47-Jährige ist in Deutschland und speziell in Ostwestfalen-Lippe kein Unbekannter, spielte er zwischen 1998 und 1999 zunächst für den Zweitligisten TSG Bielefeld, ehe er zum Bundesligisten TuS Nettelstedt wechselte. Als Trainer ist Nijdam seit 2003 tätig. In Leverkusen darf man mit dem bisherigen Saisonverlauf durchaus zufrieden sein. Die Rheinländerinnen reisen als fünftplatziertes Team nach Blomberg. Nach zuletzt zwei Niederlagen (24:29 in Buxtehude und 17:24 gegen Thüringen) sowie dem etwas überraschenden Ausscheiden aus dem DHB-Pokal am vergangenen Sonntag (31:35 bei SV Union Halle-Neustadt) strebt der zwölfmalige Deutsche Meister wieder ein Erfolgserlebnis an.


Bei der HSG wird Franziska Müller aufgrund einer Knieverletzung weiter pausieren müssen. Neu zum Kader gestoßen ist dafür Nachwuchs-Hoffnung Ndidi Agwunedu. Laut Steffen Birkner verfügt die A-Jugendliche, die auch für die zweite Frauenmannschaft aufläuft, über großes Potenzial. Agwunedu trainiert bereits seit 14 Tagen mit dem Team und darf sich Hoffnungen auf einen Einsatz machen.

"Natürlich waren alle drei Niederlagen vermeidbar. Wir wissen, dass wir gerade zuletzt beim Pokalspiel in Halle von Beginn an nicht so verteidigt haben, wie wir es können, was wir zuvor schon bewiesen haben. Aber die Mannschaft lässt definitiv nicht die Köpfe hängen, sondern arbeitet sehr konzentriert und motiviert weiter", erklärt Bayers Trainer Robert Nijdam, der im selben Atemzug darauf hinweist, dass man ja "bislang eine wirklich sehr gute Saison gespielt" habe und dass der Ausfall von Stammkräften wie Jenny Karolius, Anna Seidel und Mia Zschocke nur schwer zu kompensieren sei: "Bis zur Verletzung von Anna stand in der Abwehr der Mittelblock mit ihr und Mia wirklich gut." Beide werden auch am Samstag nicht spielen können.

Mia Zschocke ist weiterhin krankheitsbedingt zum Zuschauen verdammt, denn die schon als ausgeheilt vermutete Mandelentzündung kam in heftiger Form zurück. "Das Dumme ist, dass das Antibiotikum nicht angeschlagen hat. Ich wurde auch schon auf Pfeiffersches Drüsenfieber getestet, aber zum Glück negativ", berichtet die Nationalspielerin einigermaßen erleichtert, wohlwissend, dass diese Erkrankung wohl das Saisonende für sie bedeutet hätte. Es nervt die 20-Jährige, zur sportlichen Untätigkeit gezwungen zu sein: "Es ist furchtbar, draußen sitzen zu müssen und nicht mithelfen zu können, gerade dann, wenn es nicht so gut läuft fürs Team." Alleine schon um Mias Leiden in jeglicher Hinsicht zu lindern, wäre ein Erfolg im Lippe-Kreis natürlich eine tolle Sache.