13.01.2019 08:42 Uhr - DHB-Pokal - PM Vereine, red

"Es geht ums Final 4": Dortmund erwartet "besondere Partie" beim Thüringer HC

Im Ligapisle wurde hart gekämpft: Lydia Jakubisova und Hildigunnur EinarsdottirIm Ligapisle wurde hart gekämpft: Lydia Jakubisova und Hildigunnur Einarsdottir
Quelle: Wolfgang Stummbillig, BVB
Keine zwei Wochen ist das neue Jahr alt, da kommt es für die BVB Handball Damen am Sonntag beim Auswärtsspiel beim Thüringer HC (15 Uhr) schon zu einem vorläufigen Saisonhöhepunkt. Denn das Auswärtsspiel des BVB beim Deutschen Meister ist das Viertelfinale um den Einzug ins Final-Four-Turnier des DHB-Pokals. "Das ist ein besonderes Spiel, es geht ums Final Four. Daher ist es klar, dass sowohl Thüringen als auch wir alles geben werden. Ich spüre, dass meine Mannschaft mit jedem Tag, den die Partie näher rückt, mehr fokussiert sind", sagt BVB-Coach Gino Smits.

Die Teilnahme dort, ist eines der Saisonziele, wie sie THC-Coach Herbert Müller im September verkündet hat. Herbert Müller macht keinen Hehl daraus: "Ich bin ein großer Fan des Pokals, da haben die kleinen Vereine mal die Chance gegen die Großen, sogar gegen den Meister zu spielen. Und der Niederklassige hat dazu Heimvorteil. Das David gegen Goliath hat seine eigenen Gesetze und so einen ganz besonderen Reiz und eine nur dem Pokal eigene Brisanz."

Der Trainer weiß wovon er spricht, hat gerade der Thüringer HC trotz sieben Meistertiteln den Pokal erst zweimal gewonnen und ist schon drei Mal in heimischer Halle entweder im Achtel- oder im Viertelfinale ausgeschieden. Der Pokal ist der kürzeste Weg zu einem Titel und da hat man mit einer guten Tagesform, mit einer einmalig herausragenden Leistung seine Chance.

Anders in der Bundesliga: "Da soll der Meister werden, der sich über die gesamte Spielzeit in 26 Hin- und Rückspielen als der Beste erwiesen hat." Deshalb ist Herbert Müller sehr froh darüber, dass sich die Mehrzahl der Vereine gegen die Wiedereinführung der Play-off-Spiele entschieden hat und der jetzige Modus beibehalten wird. "Das ist die richtige Entscheidung, und entspricht der sportlichen Fairness, nicht ein einziges Spiel darf am Ende der Saison über die Meisterschaft entscheiden", sagt Herbert Müller.

Für den BVB wäre es seit dem Wiederaufstieg 2015 nach der Teilnahme 2016, als man denkbar knapp am HC Leipzig scheiterte, die zweite Teilnahme an der Finalrunde - ein Ziel, dass beim BVB alle Beteiligten unbedingt erreichen wollen. "Alle freuen sich riesig auf die Aufgabe", gibt sich Smits optimistisch.

Er und sein Team wissen, was sie beim THC erwartet: "Wir haben im November unsere Erfahrungen gesammelt. In Thüringen ist eine Top-Stimmung, das bringt Motivation, auch wenn du die Auswärtsmannschaft bist", erklärt Smits. Umso mehr freut es ihn, dass sich auch ein Fan-Bus aus Dortmund auf den Weg macht, um die Schwarzgelben zu unterstützen. "Das wird uns absolut helfen. Wir haben im Ligaspiel mit einem Tor verloren und hoffen, dass diese Unterstützung dazu beiträgt, dass wir dieses Mal das glücklichere Ende für uns haben", sagt er.

Nina Müller schon gut integriert




Der BVB-Coach spielt auf die denkbar knappe 23:24-Auswärtsniederlage im Ligaspiel vom 14. November an. Eine Schwächephase nach der Halbzeit kostete die Dortmunderinnen damals die Chance auf etwas Zählbares. Am Sonntag wollen sie es nun besser machen. Ihr Trainer erwartet "ein Spiel auf Augenhöhe, bei dem die Tagesform entscheidet. Wir werden jedenfalls kämpfen bis zum Ende."

"Im Bundesligaspiel hat Dortmund schon über 60 Minuten gefightet und ist am Ende nur mit einem Tor besiegt worden. Die sind bereit, ihre Chance zu nutzen", weiß Herbert Müller. Bei der Tabellensituation mit dem Dreikampf an der Spitze, ist nur der Pokal für den BVB die Möglichkeit auf einen Titel. Die Mannschaft ist in der Lage, jede Bundesligamannschaft zu schlagen. Trotzdem will Herbert Müller mit seinem Team den Fans ein gutes Spiel bieten.

"Es ist unser erklärtes Ziel, das OLYMP-FINAL4 zu erreichen, um dann mit zahlreichen Fans der Roten Wand nach Stuttgart zu fahren." Wie immer kommt es darauf an, das eigene Spiel durchzubringen. Herbert Müller zeigt sich besonders angetan, dass Nina Müller schon im Team angekommen ist. Sie beherrscht schon die Spielzüge und als erfahrene Lenkerin der Mannschaft bringt sie Stabilität in die Deckung und verleiht unserem Spiel Ruhe und Besonnenheit.

Smits muss verletzungsbedingt auf sechs Spielerinnen verzichten, auf der Gegenseite trifft den THC vor allen Dingen der Ausfall von Spielmacherin und Top-Torschützin Iveta Luzumova auf der Rückraum-Mitte. "Sie haben mit der Verpflichtung von Nina Müller und dem Comeback von Kerstin Wohlbold kurzfristig zwei sehr erfahrene Spielmacherinnen dazu geholt, ich bin gespannt, wie wir uns gegen sie verhalten", analysiert Smits. Er und sein Team sind optimistisch, die richtigen Lehren aus dem Liga-Spiel gezogen zu haben - es bahnt sich ein waschechter Pokalfight an.