22.06.2007 01:21 Uhr - 1. Bundesliga - PM HSG Blomberg-Lippe

Silvia Hofman entscheidet sich gegen die HSG Blomberg-Lippe

Silvia HofmanSilvia Hofman
Quelle: sportseye.de
Frauenbundesligist HSG Blomberg-Lippe muss in der nächsten Saison ohne Rückraumspielerin Silvia Hofman auskommen. Die niederländische Nationalspielerin erklärte gegenüber Manager Harald Wallbaum, dass sie ihren zum 30. Juni auslaufenden Vertrag nicht verlängern werde. Die HSG zeigt sich darüber enttäuscht, nach einer mündlichen Zusage im April hatte Hofman eine zentrale Rolle in den Planungen der Blomberger gespielt. Als neuer Verein ist DJK/MJC Trier im Gespräch, der Niederländerin sollen aber auch Angebote von anderen Erstligisten vorliegen.

Die 25-jährige Rechtshänderin war im August letzten Jahres vom Thüringer HC Erfurt-Bad Langensalza zur HSG Blomberg-Lippe zurückgekehrt, nachdem sie bereits in der Saison 2003/04 beim damaligen Zweitligisten unter Vertrag stand. In der abgelaufenen Serie, die der Aufsteiger mit einem hervorragenden achten Tabellenplatz abschloss, hatte Hofman auf der Königsposition im linken Rückraum erheblichen Anteil am Klassenerhalt. Blombergs Manager Harald Wallbaum stellte heraus, dass die Niederländerin sehr gute Akzente gesetzt und eine Führungsrolle auf dem Spielfeld eingenommen habe.

Umso enttäuschter zeigte sich Wallbaum, dass Hofman sich nunmehr entgegen der im April getroffenen Absprache, die angebotene Vertragsverlängerung zu deutlich verbesserten Bezügen anzunehmen, kurzfristig entschloss, der HSG Blomberg-Lippe den Rücken zu kehren. "Silvia hat mir wiederholt erklärt, dass sie sich in Blomberg sehr wohl fühlt. Das betraf sowohl die sportliche als auch die private Seite, wo sie in ihrem erlernten Beruf als Konditorin tätig ist", so Wallbaum.

"Einzige Bedingung für den Verbleib in Blomberg war die Verpflichtung einer zusätzlichen guten Rückraumspielerin, um sportlich nach der erfolgreichen Saison 2006/07 einen weiteren Schritt nach vorn zu machen. Silvias "Bedingung" deckte sich auch mit unseren eigenen Vorstellungen, so dass wir dies zusagen konnten und auch entsprechend gehandelt haben", deutete Wallbaum an, dass sich in den letzten Wochen zwei Spielerinnen aus dem osteuropäischen Raum im Probetraining vorgestellt haben, von denen zumindest eine vollauf überzeugt habe. Diese Spielerin soll rechtzeitig zum Trainingsstart am 18. Juli unter Vertrag genommen werden. Namen wollte Wallbaum wegen der schwebenden Verhandlungen noch nicht nennen.

Dass es für die HSG angesichts der zahlreichen Wechsel deutscher (National-) Spielerinnen Richtung Dänemark schwer werden würde, Hofman in Blomberg zu halten, war den Verantwortlichen von Beginn an klar. Umso enttäuschter ist man jetzt, dass Hofman ihre Zusage zurückgezogen hat und sich vermutlich für ein Angebot aus Trier entschieden hat. "Das will ich ausdrücklich nicht als Kritik an Trier verstanden wissen, das ja praktisch eine ganze Mannschaft verloren hat. An der Mosel hat man ganz andere finanzielle Möglichkeiten als in Blomberg. So ist nun einmal das Geschäft", weiß Blombergs Macher nur zu gut, dass ihm Hofman damit eine arbeitsintensive Sommerpause beschert hat.

Denn die Suche nach einem auch nur annähernd adäquaten Ersatz dürfte sich angesichts des "leergefegten Spielermarktes" (Wallbaum) mehr als schwierig gestalten. "Hätte Hofman ihre Entscheidung rechtzeitig getroffen, hätten wir ganz anders handeln können. Auch unsere Mannschaft ist vom Zeitpunkt der Entscheidung maßlos enttäuscht, zumal wir durch unsere bisherigen Personalentscheidungen deutlich gemacht haben, dass wir nach dem hervorragenden Abschneiden in der abgelaufenen Saison in der sportlichen Entwicklung noch weiter voran kommen wollten. Wir arbeiten nun intensiv daran, noch eine gute Spielerin aus dem Ärmel zu zaubern", hat der Manager seinen Optimismus aber noch nicht verloren.