04.01.2019 10:56 Uhr - 2. Bundesliga - Sebastian Schmidt, Kirchhof

"Das Visier einstellen": SG Kirchhof 09 mit Rückkehrerin gegen die HSG Gedern/Nidda

Frederikke SiggaardFrederikke Siggaard
Quelle: Richard Kasiewicz, SG09
Die Handball-Pause ist beendet. Mit einem dreitägigen Trainingslager in der Melsunger Stadtsporthalle und zwei Einheiten täglich nimmt Zweitligist SG 09 Kirchhof Fahrt auf. "Das Visier einstellen, um wieder ein gutes Gefühl zu haben" nennt Trainer Christian Denk die Maßnahme. Vier Themen dominieren vor dem Hessen-Derby am Samstag (18 Uhr, Stadtsporthalle Melsungen) gegen die HSG Gedern/Nidda.

"Der fünfte Platz ist in Sichtweite. Wir gucken nach oben und wissen, dass es nicht so einfach in dieser ausgeglichenen Liga ist wie der eine oder andere erwartet hat", betont Denk. Wohlwissend, dass 10:12-Punkte nicht ganz den gestiegenen eigenen Erwartungen entsprechen.

Vor allem die Niederlagen gegen den HC Rödertal (28:29), gegen den VfL Waiblingen (26:29) und besonders zuletzt beim TSV Nord-Harrislee (27:28) verhinderten eine bessere Zwischenbilanz als den aktuell achten Rang. Ein Auf und Ab war es, weil die vielen jungen Leistungsträgerinnen (noch) nicht dauerhaft das hohe Niveau der vergangenen überragenden Rückrunde als bester Aufsteiger der eingleisigen 2. Liga halten können.

Seit 2016 trägt Frederikke Siggaard die Nummer eins auf dem Rücken, ist vertraglich sogar bis 2020 an die SG 09 gebunden. Vergangene Saison durfte allerdings Katarzyna Demianczuk in der Regel zwischen den Pfosten beginnen und hatte ihren Anteil am Aufschwung. In den bisherigen elf Partien hat sich an der Rangfolge im Tor jedoch etwas geändert. "Fred ist unsere Nummer eins", stellt nun Trainer Denk klar.

Neben löwenstarken Leistungen im Training schätzt der B-Lizenz-Inhaber an der 21-jährigen Dänin besonders die positiven Impulse, die sie ihrer Mannschaft gibt, und das Selbstvertrauen. Zudem sticht bei Siggaard ihre Handlungsschnelligkeit hervor, die es dem Team ermöglicht, mit einem gezielten Pass Tempo aufzunehmen.

Apropos Tempo: Schnelle Beine waren ein Pfund, mit dem die SG 09 jahrelang wuchern konnte. Jetzt ist Wirbelwind Laura Nolte fix zurück. "Laura verstärkt uns zumindest bis Saisonende", erklärt Denk. Im Sommer hatte die 25-Jährige eine Pause eingelegt, um nach ihrem ersten Staatsexamen als angehende Lehrerin ein Aufbaustudium in Gießen zu beginnen. Die Rechtsaußen lebt in Kassel, kann bis auf mittwochs immer trainieren und steht für fast alle Spiele zur Verfügung. Noltes Rückkehr ist eine Reaktion auf die schwere Verletzung von Iva van der Linden (Kreuzbandriss).

Vier Spiele stehen in der Hinrunde noch für die SG 09 an. Gegen vier Teams, die in der Tabelle hinter den Grün-Weißen stehen. "Wir müssen unsere Chancen wieder besser nutzen als zuletzt. Wir schauen nur auf uns", betont Christian Denk. Zumindest 700 Zuschauer erhoffen sich die Löwinnen am Samstag im ersten Hessen-Derby gegen Gedern/Nidda. Eine Woche später gibt mit dem TuS Lintfort der nächste Aufsteiger seine Visitenkarte in der Stadtsporthalle ab. Vier Punkte sind da Pflicht.