31.12.2018 16:00 Uhr - 1. Bundesliga - chs

HBF kompakt: Thüringer HC zum Jahreswechsel vorne, Nellingen verlässt Abstiegsplätze

Shenia MinevskajaShenia Minevskaja
Quelle: TuS Metzingen
Der Thüringer HC und die SG BBM Bietigheim haben ihre makellose Bilanz in der Handball Bundesliga Frauen bewahrt und den neunten Sieg im neunten Spiel geholt. Nach vorne arbeiten konnten sich am Doppelspieltag vor allem Borussia Dortmund, die HSG Bad Wildungen Vipers und der TV Nellingen.

Der Thüringer HC hat seine Tabellenführung ins neue Jahr gerettet. Dem 35:30 (17:15) über Schlusslicht SV Union Halle-Neustadt folgte drei Tage später ein 26:23 (11:12) gegen Frisch Auf Göppingen. "Wir hatten großen Respekt vor dem heutigen Gegner, wussten, dass wir die Zweikämpfe annehmen und gewinnen müssen. Die Angriffsleistung in der ersten Hälfte war unterirdisch, mit der Abwehrleistung kann ich aber gegenüber dem Halle Spiel zufrieden sein", kommentierte THC-Coach Herbert Müller, der ein Sonderlob an Rückkehrerin Kerstin Wohlbold verteilte: "Sie war heute da, als wäre sie nie weg gewesen." Göppingens Chefcoach Aleksandar Knezevic bilanzierte mit Blick auf den Spielverlauf: "Wir waren im Spiel 7 gegen 6 in der ersten Hälfte gut eingestellt, dann aber in der zweiten Halbzeit einen Schritt zu langsam."

Ebenfalls 18:0 Zähler auf dem Konto hat die SG BBM Bietigheim, die zunächst mit einem 33:25 (18:14) gegen die Neckarsulmer Sport-Union und dann mit einem 42:28 (25:14) über den VfL Oldenburg gut aus der EM-Pause gekommen ist. "Ich hätte nicht gedacht, dass wir heute 42 Tore erzielen - das ist einfach grandios", freute sich Bietigheims Chefcoach Martin Albertsen und VfL-Coach Niels Bötel resümierte: "Wir hatten uns vorgenommen unsere Angriffe geduldig auszuspielen bis passives Spiel angezeigt wird, um so unsere Chancen zu suchen. Das ist uns zeitweise sehr gut gelungen. Aber gegen ein Klasseteam wie Bietigheim reicht halt nicht nur zeitweise."

Nach Pluspunkten gleichauf, aber mit einer mehr absolvierten Partie als die beiden Topclubs derzeit Dritter ist die TuS Metzingen, die am zweiten Weihnachtstag zunächst den TV Nellingen mit 46:19 (24:8) in die Schranken wies und dann noch ein 34:21 (18:10) bei den HSG Bensheim/Auerbach Flames nachlegte. "Am Ende haben wir die spielerische Leichtigkeit vermissen lassen, aber wir gewinnen am Ende mit 13 Toren und das ist Jammern auf hohem Niveau", bilanzierte Metzingens Coach Andre Fuhr und Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm erklärte: "Ich glaube wir haben die erste Viertelstunde bis 20 Minuten wirklich gut gespielt, mitgehalten und Metzingen vor Herausforderungen gestellt. Dann machen wir einfach zu viele kleine Fehler, wir schließen zu überhastet ab und dann kommt natürlich Metzingen ins Rollen."

Mit zwei Siegen auf Rang vier vorgestürmt ist auch Borussia Dortmund, das nach einem 29:21 (17:10) über die HSG Blomberg-Lippe dann auch bei der Neckarsulmer Sport-Union mit 33:27 (20:14) gewinnen konnte. "Kompliment an meine Mannschaft, wie sie die ersten 40 Minuten aufgetreten ist. In den letzten 20 Minuten haben wir nachgelassen", kommentierte BVB-Coach Gino Smits den Auswärtserfolg und NSU-Coach Pascal Morgant resümierte: "Ich bin mit der Leistung trotzdem zufriedener als gegen Bietigheim. Dortmund musste das ganze Spiel über bis zum Anschlag gehen."

Punktgleich mit dem BVB ist auch Bayer Leverkusen, das nach dem 30:23 (17:9) über die HSG Bensheim/Auerbach Flames vor heimischer Kulisse dann beim Buxtehuder SV mit 24:29 (15:12) unterlag. Buxtehude glich mit dem Sieg sein Punktekonto aus, nachdem man zuvor schon bei Frisch Auf Göppingen mit 34:28 (16:12) beide Punkte mitnehmen konnte. Göppingen ist mit 12:8 Punkten Sechster, einen Platz vor dem BSV. "In der ersten Halbzeit war Leverkusen die bessere Mannschaft. Wir haben ohne Deckung gespielt und waren immer einen Schritt zu spät. In der Halbzeit haben wir gesagt, dass nichts passiert ist. Die Mädels haben dann mit Lea im Rücken gefightet. Wir sind den überzeugenden Weg aus Göppingen weitergegangen und hoffen, dass es jetzt eine Trendwende ist", freute sich Buxtehudes Trainer Dirk Leun, während Leverkusens Coach Robert Nijdam betonte: "Ich habe zwei verschiedene Halbzeiten gesehen. In der erste Halbzeit hatten wir Buxtehude im Griff. In der zweiten Halbzeit haben wir die Angriffe zu schnell abgeschlossen. Außerdem haben wir vermehrt nach innen als nach außen gespielt."


Die HSG Blomberg-Lippe folgt mit 8:12 Punkten auf Rang 8. Nach der Niederlage in Dortmund feierten die Lipperinnen gegen Schlusslicht Union Halle-Neustadt nach zwischenzeitlicher Sechs-Tore-Führung mit 27:26 (18:12). "Es war nicht alles Gold, was glänzte. Am Ende zählt nur der Sieg. Meine Mannschaft war gut auf den Gegner vorbereitet, trotzdem hat nicht alles so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt habe. Vor allen Dingen in der zweiten Hälfte hatten wir viele Schwachstellen", resümierte Blombergs Trainer Steffen Birkner im Nachgang.

Drei Teams sind nach zehn absolvierten Partien mit 6:14 Zählern gleichauf. Zum einen konnten die HSG Bad Wildungen Vipers zunächst mit einem 28:22 (12:9) beim VfL Oldenburg zum amtierenden Pokalsieger aufschließen. Die Nordhessinnen verloren dann jedoch beim TV Nellingen mit 31:32 (14:16), so dass die Schwaben Hornets ebenfalls gleichauf sind. "Der Sieg für die Hornets war verdient. Sie haben einfach mehr Power und Konzentration gezeigt, weniger Fehler gemacht, obwohl es heute nicht das beste Handballspiel war. Das was wir gegen Oldenburg gut gemacht haben, die Diszipliniertheit und das Umsetzen von taktischen Vorgaben, Aggressivität in der Abwehr und Zug zum Tor nach vorne, das hat heute gefehlt und da waren die Hornets einfach besser", analysierte Vipers-Trainerin Tessa Bremmer und Nellingens Trainer Ralf Rascher erklärte auch mit Blick auf die dramatische Schlussphase als Roxana-Alina Ioneac vier Sekunden vor dem Ende den Siegtreffer erzielte: "Wenn es öfter so abläuft wie heute, muss ich eine Zusatzversicherung abschließen, denn sonst sehe ich noch älter aus, als ich das ohnehin schon tue."

Die Schwaben Hornets verließen mit dem Sieg die Abstiegsplätze. Dort finden sich neben dem SV Union Halle-Neustadt (1:19) auch die HSG Bensheim/Auerbach Flames mit 4:16 Zählern wieder. Die Neckarsulmer Sport-Union ist mit 4:14 Punkten aktuell noch über dem Strich, allerdings müssen die Schwäbinnen im neuen Jahr noch ein Nachholspiel gegen Buxtehude absolvieren.