29.12.2018 09:13 Uhr - 1. Bundesliga - Wolfgang Seitz - Südwestpresse, PM TuS Metzingen, PM HSG

Metzingen will in Bensheim/Auerbach nachsetzen und erneut kurze an die Spitze vorstoßen

Shenia Minevskaja und die TuS Metzingen wollen nach dem 46:19 gegen Nellingen nun bei den Flames nachlegenShenia Minevskaja und die TuS Metzingen wollen nach dem 46:19 gegen Nellingen nun bei den Flames nachlegen
Quelle: TuS Metzingen
Manche Fans der TuS Metzingen haben sie sich vielleicht eingerahmt, die Tabelle der Handball-Bundesliga der Frauen. Dort wurde die TuS Metzingen am Donnerstag nach dem fulminanten 46:19-Sieg im Weihnachtsspiel gegen Nellingen als Primus gelistet. "Das war zwar nur der Tatsache geschuldet, dass die noch verlustpunktfreien Teams aus Thüringen und Bietigheim erst einen Tag später ran mussten - aber trotzdem schön", so der Club, der am heutigen Samstag in Südhessen bei der HSG Bensheim/Auerbach wieder für einige Stunden an die Spitze springen könnte. Die Konkurrenz aus Bietigheim spielt erst am späteren Abend, der Thüringer HC erst am Sonntag.

"Sicher kann man es auch als temporäre Belohnung für die famose Leistung sehen, die gegen den Nachbarn von den Fildern ausgepackt wurde", so der Rückblick des Pressedienstes der TuS Metzingen auf das vom Ergebnis her beeindruckende 46:19 und dessen Auswirkungen auf die Tabelle.

"Wir haben es nach dem Training am Donnerstagmorgen kurz erwähnt und ebenso kurz gefreut. Man muss sich aber auch nicht schämen, wenn man für 20 Stunden Tabellenführer ist", sagte TuS-Trainer André Fuhr. Nur ein paar Stunden nach dem Derby-Triumph bat er seine Mädels bereits wieder zum Training. Kraft und Laufen standen auf der Agenda. "Wir haben das kalte Wetter genossen", so Fuhr, der die Aussage dann aber ein bisschen relativieren musste: "Zumindest ich."

Das Spiel hat er auch genossen, ganz besonders die Tatsache, dass er wechseln konnte wie er wollte. Dies habe sich abgezeichnet: Die Trainingsarbeit zuvor wurde mit maximaler Konzentration und Begeisterung angegangen. "Da hatte nicht einmal ich mehr etwas zu beanstanden. Und das soll etwas heißen", lobte der TuS-Coach. Seine Schützlinge haben dann prompt auch alles auf die Platte gebracht.

Das blieb auch den TuS-Spielerinnen nicht verborgen, die sich nun am Samstag zur HSG Bensheim-Auerbach begeben. Die dortigen "Flames" wollen noch nicht so richtig zünden, haben erst 4:12 Punkte zu Buche stehen. "Der Kader ist nicht schlecht besetzt", sagt André Fuhr, der das bisherige Abschneiden der HSG deshalb nur bedingt nachvollziehen kann.

So weiß er, dass Carolin Schmele im linken und Julia Maidhof im rechten Rückraum einiges bewegen können. Das Spiel an den Kreis, wo Merel Freriks und Caroline Thomas die Anspiele zu verwerten wissen, funktioniert recht gut. Bogna Sobiech auf Linksaußen kann ein weiterer Faktor im Bensheimer Spiel werden. Kurzum: "Der Gegner wird sich mehr wehren", weiß Fuhr, der deshalb auch noch die unumstößliche Tatsache ins Feld führt, dass jedes Spiel bei 0:0 beginnt.

Mit vollem Kader geht die Reise am Samstag für die Metzingerinnen nach Südhessen an die Bergstraße. Am Mittwoch gaben Dorina Korsos und Madita Kohorst ihre Debüts nach den Kreuzbandverletzungen. "Dorina ist schon einen Schritt weiter. Wille und Ehrgeiz sind enorm, zudem ist sie sehr vielseitig, keineswegs nur auf Linksaußen einsetzbar. Beide werden uns auf Sicht weiterbringen, da bin ich mir ganz sicher", sagt der TuS-Coach. Das ist mit ein Grund dafür, dass nach der Obradovic-Verletzung nicht nachverpflichtet wurde. "Der Kader ist zwar nicht über die Maßen üppig, ich bin aber mit dem zufrieden, was ich habe."

Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm weiß, welches Kaliber auf ihre Mannschaft zukommt und dass ihre Mannschaft alles geben muss. "Mit Metzingen kommt ein absoluter Topfavorit. Sie haben am Mittwoch mit 27 Toren gegen Nellingen gewonnen. Sie sind eine super Truppe mit einem neuen Trainer. André gibt hier seine Philosophie weiter mit großem Tempohandball, mit einer guten Abwehr. Da kommt einiges auf uns zu. Für uns wird es so sein, dass wir in unserer eigenen Halle wirklich um jeden Zentimeter kämpfen, rackern und ackern müssen, damit wir ein ordentliches Spiel machen. Ich hoffe, dass wir eine volle Halle haben. Sie sind der Megatopfavorit und wollen noch um den Titel spielen und wir wollen halt versuchen sie zu ärgern und schauen, dass wir uns weiterentwickeln, dass wir unsere Arbeit machen und dass wir Spaß haben. Wir müssen gucken, dass wir ein schönes Handballevent daraus machen - auch für unsere Zuschauer. Wenn die Zuschauer sehen, dass wir Gas geben und alles versuchen, dann können wir am Ende auch zufrieden aus der Halle gehen", so die Trainerin mit Blick auf die Begegnung.