27.12.2018 18:49 Uhr - 1. Bundesliga - Wolfgang Seitz - Südwestpresse

Eine herausragende Leistung: TuS Metzingen mit Kantersieg über den TV Nellingen

Shenia MinevskajaShenia Minevskaja
Quelle: TuS Metzingen
Die TuS Metzingen gewinnt in der Tübinger Paul-Horn-Arena das Erstliga-Derby gegen den TV Nellingen mit 46:19 (24:8).

Pudelwohl fühlten sich die Pink Ladies in der pinken Handballstube am Neckar. Von Beginn an brannten die Metzingerinnen ein richtiges Feuerwerk ab, der biedere Derbygegner aus OstfildernNellingen wurde sofort in die Statistenrolle gedrängt. Ihr Pech war, dass die TUSSIES richtig Bock auf Handball hatten und dabei auch noch fast alles richtig machten. Hinten und vorne - in den Zwischenräumen auch.

Das 4:2 nach acht Minuten war noch im Rahmen, danach sprengte die TuS Metzingen selbigen, schoss auf 15:2 (17.) davon. Shenia Minevskaja war in der Startphase voller Tatendrang, Nationalspielerin Marlene Zapf versenkte alles und EM-Bronzemedaillengewinnerin schoss aus der Hüfte, traf aber auch "normal". Alles lief wie geschmiert, erst als fleißig gewechselt wurde, gab es kleinere Nachlässigkeiten. Es ging nicht mehr alles rein, ein 24:8 zur Halbzeit ist aber aller Ehren wert.

Damit war das Derby durch und die TUSSIES hätten eigentlich in den Schaulauf-Modus schalten können, waren aber noch nicht ganz fertig. Schließlich standen auch noch die Comebacks der beiden Langzeitverletzten an.


Es stand 33:10 nach 43 Minuten, insoweit erwähnenswert, weil da Nationalkeeperin Isabell Roch ihre Arbeit beendete - nach 13 Paraden. Es war vorne nun Patricia Kovacs für die Spielsteuerung zuständig, zudem ließ sie beim Abschluss unfassbare Präzision walten. Das Publikum ging richtig steil in der 45. Minute. Dorina Korsos betrat nach langer Leidenszeit die Erstliga-Bühne, durfte eine Minute später schon jubeln.

Auf der Tribüne war dies längst zum Standard geworden. Eine weitere pinke Eruption dann in der 54. Minute, als Madita Kohorst das pinke Terrain betrat. Nach dem Kreuzbandriss war es auch für die Torhüterin das erste Spiel für die TuS. Gezaubert wurde freilich auch. So zum Beispiel beim 44:17 (57.), als Julia Harsfalvi mit Kelly Vollebregt einen der schönsten Kempas der Handball-Geschichte zur Aufführung brachte. Vollendet hat ihn Vollebregt, die im zweiten Abschnitt auf ihrer rechten Seite viel bewegte. Das hat auch Tamara Haggerty am Kreis, wobei es nicht legitim ist, Spielerinnen herauszuheben. Alle waren gut, wussten aber beim Abpfiff sofort, dass man den 46:19-Sieg nur kurz feiern und vor allem nicht überschätzen durfte. Zu harmlos agierten die Gäste aus OstfildernNellingen.

"Wir haben einen rabenschwarzen Tag erwischt, von der ersten Sekunde an nichts auf die Platte gebracht. Riesenkompliment aber an die Top-Mannschaft Metzingen", sagte TVN-Trainer Ralf Rascher.

Metzingens Coach André Fuhr nach der Partie: "Wenn wir da nicht zufrieden wären, wäre es schon seltsam. Wir haben alles getan, um gut zu unterhalten Mein Team kann ich für eine herausragende Leistung loben. Hut ab, das war wirklich gut. Aber wir müssen es schnell abhaken. Donnerstagmorgen ist wieder Training."

Auch die Spielerin des Spiels, Patricia Kovacs, kam zu Wort: "Wenn man da nicht motiviert ist, weiß ich auch nicht. Danke an die Zuschauer, die für eine schöne Atmosphäre gesorgt haben."

Shenia Minevskaja war glücklich nach dem Derbysieg: "Die Stimmung war sensationell. Wir haben unsere Leistung gebracht und waren von Anfang konzentriert sowie fokussiert. Alles in allem war es ein gutes Spiel von uns. Trotz der EM-Pause haben wir uns sofort gefunden. Wir sind gerüstet für weitere Aufgaben."