25.12.2018 16:14 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

Metzingen muss gegen Nellingen "die Favoritenrolle annehmen"

Shenia Minevskaja: "Es ist doch ein tolles Gefühl, als Team wieder ein Spiel zu haben."Shenia Minevskaja: "Es ist doch ein tolles Gefühl, als Team wieder ein Spiel zu haben."
Quelle: Joachim Zühlke
Die TuS Metzingen empfängt am 2. Weihnachtstag im Bundesliga-Derby den TV Nellingen. Der Anwurf am Mittwoch erfolgt um 20 Uhr in der Paul-Horn-Arena Tübingen.

Es war einmal. André Fuhr gastierte als Trainer in der Paul-Horn-Arena. "Wir waren natürlich so anständig und wollten der Heimmannschaft die Party nicht versauen, haben deshalb verloren", blickte er bei der Pressekonferenz augenzwinkernd auf das Gastspiel mit der HSG Blomberg-Lippe in Tübingen zurück. Und was ist haften geblieben? "Die pinke Halle hat uns doch sehr überrascht." Jetzt schickt er dort am 2. Weihnachtstag seine Pink Ladies ins Derby-Rennen gegen Nellingen. Natürlich soll wieder die Heimmannschaft gewinnen.

Nach der EM-Pause ist vor dem EHF-Cup-Stress. Davon will man bei der TuS Metzingen aber nicht allzuviel wissen. Man verfährt nach dem Motto, das einst Sepp Herberger, legendärer Nationaltrainer der Fußballer, ausgegeben hat: Das nächste Spiel ist immer das schwerste. Das ist jetzt jenes gegen den TV Nellingen. Kurz darauf, am 29. Dezember, gastieren die TUSSIES dann bei der HSG BensheimAuerbach. Man muss sich also sicher noch nicht mit dem Europapokal befassen. Deshalb wollte Shenia Minevskaja auch gar nichts von einem Warm-up hören.

"Wir müssen in jedem Spiel Vollgas geben, dürfen uns nicht zurücknehmen oder schonen." Das Statement ist ganz im Sinne von André Fuhr. Gleichwohl kann er die Tabellensituation nicht gänzlich ausblenden. Die TuS, Tabellendritter (14:2 Punkte) trifft auf den Vorletzten (4:12). "Nellingen ist Außenseiter, wir müssen die Favoritenrolle annehmen, sind aber auf der Hut und machen uns auf einen Gegner gefasst, der bis zum letzten Ballwechsel kämpfen wird." Zumal auf den Fildern nach dem Trainerwechsel, Ralf Rascher kam für Carsten Schmidmeister, ein frischer Wind weht.

Die TuS Metzingen hat ihr Team erst am Freitag komplett zusammen. Dann nimmt Delaila Amega den Trainingsbetrieb wieder auf, die mit den Niederlanden EM-Bronze ergattert hat. Ihre deutschen Kolleginnen, Julia Behnke, Marlene Zapf, Maren Weigel und Isabell Roch, sind seit Mittwoch dabei. Einzig Monika Kobylinska, die mit Polen nach der Gruppenphase die EM verlassen musste, ist schon länger wieder an Bord. Der Frust, so berichtet ihr Trainer, habe sich aber zügig in positive Energie gewandelt.

Viel konnte man nicht zusammen üben. Auch in den nächsten Tagen sieht man sich aus nachvollziehbaren Gründen nicht so oft. Am 23. und 24. Dezember ist trainingsfrei. Die Mädels können zusammen mit der Familie zumindest ein bisschen Weihnachten feiern, ehe dann am Abend des ersten Weihnachtstages wieder gearbeitet wird. Selbst am Spieltag steht am Morgen noch eine Einheit an, in der es hauptsächlich darum geht, sich mit dem Gegner auseinanderzusetzen. Shenia Minevskaja kann es kaum erwarten. "Es ist doch ein tolles Gefühl, als Team wieder ein Spiel zu haben. Wir wollen den erfolgreichen Weg weiter beschreiten."


Während der EM-Pause hatte der Rest des Teams keineswegs eine solche. "Es gab einen athletischen Einschub, in der Halle wurde individuell gearbeitet. Viele Würfe waren dabei, die Visiere sind also eingestellt", verriet Shenia Minevskaja. Was es nun zu beweisen gilt. Die Spielerinnen sind fit - jene, die lange verletzt waren, noch nicht ganz. "Torhüterin Madita Kohorst macht erste Gehversuche, wird in Gröbenzell wieder bei der zweiten Mannschaft spielen. Es braucht einfach seine Zeit, bei Dorina Korsos ist das nicht anders. Wir haben mit ihnen alle Geduld. Auf Sicht werden sie uns sicher verstärken können. Wir haben ja noch genügend Spiele", blickt André Fuhr auf das pinke Personal, das bereit ist zu neuen Taten. Für die Partie gegen Metzingen hat sich Nellingen vorgenommen, so lange wie nur möglich mitzuhalten und mit gutem Umschaltspiel und einer kompakten Abwehr den Pink-Ladies das Leben so schwer wie nur möglich zu machen. "Was André Fuhr in den letzten Monaten aus dem Team herausgeholt hat ist schon richtig beeindruckend", sagt Geschäftsführer Bernd Aichele. "Die Mannschaft ist in der Lage, einen unheimlich schnellen Handball zu spielen und das über die gesamte Spielzeit. Wenn wir da nicht hellwach sind von der ersten Minute an, dann kommen wir mächtig unter die Räder."

Bernd Aichele weiß, was auf sein Team zukommt: "Auch wenn Geschäftsführer Ferenc Rott davon spricht, dass sich sein Team nach großen Turnieren immer schwer getan hat wieder in den Ligaalltag zurück zu finden, dann wiegt uns dies keinesfalls in dem Glauben, dass wir nicht auf ein intaktes Team treffen werden das uns in allen Belangen überlegen ist. Uns zeichnet der Kampgeist aus und den werden wir an den Tag legen. Was am Ende dabei herausspringt wird sich zeigen."

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