22.12.2018 12:09 Uhr - 1. Bundesliga - PM THC

EM-Fazit von Herbert Müller: DHB-Team eine "junge Mannschaft, die in vielerlei Hinsicht Spaß gemacht hat"

THC-Coach Herbert MüllerTHC-Coach Herbert Müller
Quelle: Mario Gentzel
Bevor Herbert Müller in seiner Pressekonferenz zur Bundesliga kam, die für den Thüringer HC am 27. Dezember den Neustart bei, SV Union Halle-Neustadt haben wird, gab er einen Rückblick auf die zurückliegende Europameisterschaft aus seiner Sicht: "Es war eine sehr spannende und sehr interessante EM, vom Eröffnungsspiel Russland gegen Frankreich bis zum gleichen Finale, womit sich der Kreis wieder schloss", so der Coach des Meisters, der für die deutsche Auswahl konstatierte: "Es ist eine sehr junge Mannschaft, die in vielerlei Hinsicht Spaß gemacht hat und darauf lässt sich aufbauen."

"Jede der teilnehmenden Mannschaften war in der Lage, jede Mannschaft zu schlagen. Das erste Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen den Titelverteidiger Norwegen hatte das Niveau, was die Nationalmannschaft konstant erreichen muss, dann kann sie auch um Titel mitspielen bzw. solch ein Turnier gewinnen. Das muss unser Anspruch sein", so Herbert Müller.

Für den Trainer des Thüringer HC hatte die EM ein gutes Niveau und war sehr ausgeglichen. Für ihn hat Russland den schönsten Handball gespielt und hatte mit Anna Vyakhireva auch die beste Spielerin dieses Turniers in ihren Reihen. "Da hat man mal gesehen, dass Handball nicht unbedingt etwas mit Körpergröße zu tun haben muss", lautete das Urteil von Herbert Müller und er kam hinsichtlich Tempo, Beweglichkeit, Geschmeidigkeit und Durchsetzungsvermögen im Eins gegen Eins bei der Russin von Rostow/Don regelrecht ins Schwärmen.

"Bei der deutschen Mannschaft gab es Höhen und Tiefen", so das Fazit von Herbert Müller. Dabei schätzt der THC-Coach aber die Leistung besser ein, als es der 10. Platz ausdrückt. "Sie sind insgesamt nicht wie ein Zehntplatzierter aufgetreten. Noch gab es zu große Schwankungen. Es ist eine sehr junge Mannschaft, die in vielerlei Hinsicht Spaß gemacht hat und darauf lässt sich aufbauen. Vielleicht hat ein wenig der Leader, die Führungspersönlichkeit gefehlt." Hinsichtlich der Play Offs zur WM-Qualifikation gegen Kroatien sieht Herbert Müller das deutsche Team als Favorit.

Lob für die eigenen Spielerinnen und ein Wehrmutstropfen




Sehr zufrieden zeigte sich Herbert Müller mit seinen vier THC-Spielerinnen, wobei er Meike Schmelzer noch heraushob. "Sie war die perfekte Kreisspielerin, eigentlich als Nummer drei hinter Julia Behnke und Luisa Schulze im Team, hat sie sowohl im Angriff und in der Deckung einen hervorragenden Job gemacht. Großartig, dass Alicia Stolle den Sprung ins All Star Team geschafft hat, das ist eine Riesenleistung. Auch Emily Bölk war nominiert und ist mit ihren erst 20 Jahren schon auf dem Weg zu einer Leistungsträgerin. Auch Ina Großmann wusste zu gefallen, wurde u.a. als `Player oft he Match` geehrt", berichtet der Pressedienst des Thüringer HC.

"Bei so viel Freude, gibt es auch einen ganz dicken Wermutstropfen zu vermelden", sagt der Trainer des Thüringer HC und meint die Verletzung von Iveta Luzumova im Spiel gegen Deutschland. "Für Herbert Müller ist das ein Desaster, was so richtig weh tut. Durch so eine einzige Verletzung einer Schlüsselspielerin, kann die Arbeit für ein ganzes Jahr infrage gestellt sein. Iveta ist Dreh- und Angelpunkt und Shooterin Nummer eins im THC-Team", so der Pressedienst des amtierenden deutschen Meisters.

Sieben Wochen muss sie eine Schiene tragen und damit ist der Heilungsprozess nicht abgeschlossen. "Es geht nicht um Wochen, sondern um Monate, bis sie in den Kader zurückkehren kann. Sie fehlt auf jeden Fall im Monat Januar und da stehen für den THC die Spiele gegen alle Spitzenteams der Bundesliga an. Das beginnt am 30. Dezember mit Göppingen, darauf folgt Bayer 04 Leverkusen, das Pokalspiel gegen den BVB und dann folgen binnen weniger Tage die Gipfeltreffen mit Metzingen und Bietigheim. Schlimmer geht es eigentlich nimmer", so der Thüringer HC.