16.12.2018 15:28 Uhr - Europameisterschaft - fcb

Spannende Schlussphase im Bronzematch, Niederlande wahrt frühen Vorsprung

14 Paraden für Bronze: Tess Wester14 Paraden für Bronze: Tess Wester
Quelle: sportseye.de
Erst schienen sich die Niederlande und Rumänien mit ihren Fehlern übertrumpfen zu wollen. Nachdem Rumänien in der zwölften Spielminute am ersten Führungstreffer vorbeigeschrammt war, schien jedoch ein Ruck durch das Team von Helle Thomsen zu gehen. Ein 4:12-Lauf des amtierenden Vize-Europameisters brachte bis zum 7:15-Halbzeitstand bereits die vermeintliche Vorentscheidung. In einem Spiel mit 30 Ballverlusten lagen die Niederlande nach 45 Minuten mit 13:21 vorne, doch dann drehte Rumänien auf. In einem Endspurt-Thriller bewahrt Oranje beim 20:24 die Führung.

Die Niederländerinnen hatten für das Spiel um den dritten Platz Inger Smits (Team Tvis Holstebro) nachnominiert. Martine Smeets und Jessy Kramer mussten sich wegen Verletzungen abmelden, sodass bei Oranje 15 Spielerinnen im Kader waren. Dennoch gelang ihnen der bessere Start. Rumänien verbuchte in den ersten Fünf Spielminuten keinen Torerfolg und lag 0:2 zurück, ehe Laslo erfolgreich war. Die rumänische Spielmacherin hatte im vorherigen Angriff Tess Wester frontal an den Kopf geworfen, die Ex-Bietigheimerin, die inzwischen für Odense spielt, blieb auf dem Feld.

Der Kampf um Bronze war in der ersten Viertelstunde von vielen Fehlern beider Teams geprägt. Beide Mannschaften fielen im achten Spiel binnen 16 Tagen durch wellenförmige Leistungsverläufe auf. Dieses Auf und Ab sah nach 17 Minuten die Niederländerinnen mit 3:7 vorne. Dabei hatte Oranje zwischen der sechsten und der 13. Spielminute das Tor nicht getroffen und war beinahe in Rückstand geraten. Ein Stürmerfoul von Rumäniens Pintea und das erlösende 3:4 von Abbingh verhinderten dies. Auf einmal war das Team von Helle Thomsen wieder im Flow und diktierte das Spiel.

Die zweite Viertelstunde lieferte bereits die Vorentscheidung um Bronze. Rumänien produzierte trotz einer Auszeit weiterhin technische Fehler und Fehlwürfe am Fließband und brachte keine Struktur ins Angriffsspiel. Tess Wester parierte nach 20 Minuten den dritten von sieben Würfen auf ihr Tor, fünf Minuten traf Rumänien nicht. Dass sie in der Deckung offensiver wurden, eröffnete Oranje weitere leichte Wurfchancen. Die individuelle Klasse des Vize-Europameisters war beachtlich, Rumänien wirkte müde. Über 5:10 (22.) und 8:15 (29.) setzte sich Holland vor der Pause auf sieben Tore ab.

Die Niederländerinnen gingen mit einem breiten Lächeln in die Kabine. Rumäniens Trainer Ambros Martin blieb erst einmal mit niedergeschlagenem Blick auf der Bank sitzen. Sein Team traf halbzeitübergreifend über zehn Minuten lang nicht. Ein Gegenstoß von Ardean-Elisei brach, nach einem Ballverlust von Polman, beim 9:16 (36.) den Bann. Dass Oranje währenddessen nur dreimal getroffen hatte und insbesondere nach der Pause mehrmals Aluminium touchiert und technische Fehler gemacht hatte, rief kurz darauf Helle Thomsen auf den Plan, die das Spiel unterbrach.

Die Niederländerinnen ließen sich durch Thomsens Worte wecken und wirkten wieder konzentriert. Auf das 11:16 von Chiper (38.) antworteten Malestein und Polman mit je zwei Treffern. Den Rumäninnen konnte man zugutehalten, dass sie sich dennoch nicht geschlagen gaben und immer die Chance auf einen Ballgewinn und einen leichten Torerfolg suchten, wie Ardean-Elisei, die sich beim 15:21 (47.) feiern ließ. Zehn Minuten vor Schluss war der Vorsprung beim Stand von 16:21 wieder auf fünf Tore geschmolzen. Zamfirescu legte das 18:21 (52.) nach. Geiger applaudierte am Spielfeldrand.

Auf der Zielgeraden schien Oranje die Zielstrebigkeit einzubüßen. Inzwischen führten sie sogar mit 14:12 die Ballverluste-Statistik an und hatten einen 5:0-Lauf Rumäniens zugelassen. Denisa Dedu drückte mit inzwischen acht Paraden (44 Prozent) dem Spiel ihren Stempel auf. Polman gelang dann im Nachsetzen das 18:22, ein Torerfolg, der erst nach Videostudium gutgegeben wurde. Als dann 100 Sekunden vor Schluss erst Dragut gegen Wester vergab, deren 14. Parade, und Zamfirescu einen Siebenmeter verursachte, den Groot zum 20:24 nutzte, war die Partie schließlich entschieden.