12.12.2018 22:36 Uhr - Europameisterschaft - cie

Halbfinale gebucht: Frankreich befreit sich kurz vor der Pause

Laura Glauser und Siraba Dembele konnten den Halbfinaleinzug feiernLaura Glauser und Siraba Dembele konnten den Halbfinaleinzug feiern
Quelle: sportseye.de
Im ersten Spiel des Tages hatte die Niederlage Montenegros gegen Dänemark ersten Druck von Frankreich genommen, doch die russische Niederlage gegen Schweden verhinderte dann den vorzeitigen Halbfinaleinzug des Gastgebers der Europameisterschaft. Im abschließenden Spiel gegen Serbien, das sich bereits gestern aus dem Rennen um die Medaillenspiele verabschiedet hatte, war das Verlieren verboten. Lange war Frankreich der Druck anzumerken, doch mit einer Vierer-Serie zum 18:14-Pausenstand löste sich dieser dann - nach vierzig Minuten hieß es 26:16 und danach steuerte der Weltmeister unter dem Jubel der heimischen Fans zu einem 38:28-Erfolg und ins Halbfinale.

Nicht nur die Niederlage des bereits als Halbfinalisten festehenden russischen Teams an sich verstärkte den Druck auf Frankreich, auch die Höhe wirkte sich nachhaltig auf die Ausgangslage für den Gastgeber aus. Mit dem 39:30 war Schweden in der Tordifferenz bis auf ein Tor an Frankreich herangerückt. Bei einer französischen Niederlage wäre beide Teams punktgleich, aufgrund des Unentschiedens im direkten Vergleich würde die Tordifferenz den Ausschlag geben. Sollte Frankreich mit mehr als einem Tor verlieren, würde diese für Schweden sprechen. Bei einer Niederlage mit einem Tor wäre Schweden aufgrund der mehr erzielten Tore im Halbfinale - außer Frankreich erzielt mindestens 41 Treffer.

Auf solche Rechenspiele wollte sich der Gastgeber allerdings nicht einlassen - auch wenn Serbien zunächst zweifach vorlegte. Mit einem Doppelschlag holte Grace Zaadi die Führung beim 3:2 dann aber nach vier Minuten auf die Seite des Weltmeisters. Serbien hielt aber mit, beantwortete die französischen Treffer bis zum 8:8 jeweils umgehend. Die Begegnung lief dabei auch Hochtouren, erst zwölf Minuten waren gespielt und beide Teams lagen somit auf Vierzig-Tore-Kurs.

Doch in der Folge sollten die Deckungsreihen besser ins Spiel finden, nach einem Gegenstoß von Estelle Nze Minko, einer weiteren Parade von Amandine Leynaud und einem erfolgreichen Versuch von Manon Houette stand beim 10:8 nach einer Viertelstunde erstmals ein Zwei-Tore-Abstand auf der Anzeigetafel. Serbien ließ sich aber nicht abschütteln, auch weil Marija Colic im serbischen Tor mehrfach glänzend zur Stelle war. Frankreich verzettelte sich mehrfach in der Offensive, geriet so beim 12:13 und 13:14 sogar wieder in Rückstand.



Olivier Krumbholz reagierte, beorderte für die gut spielende Amandine Leynaud nun Laura Glauser zwischen die Pfosten - und tat damit einen Glücksgriff. Denn in den acht Minuten bis zum Seitenwechsel ließen Glauser und die Deckung nun keinen serbischen Treffer mehr zu. Obschon Frankreich sich in der Offensive weiter schwer tat und auch in einer Überzahlsituation ohne Treffer blieb, beim 14:14 konnte Pauline Coatanea dann ausgleichen. Und nun löste sich der Knoten: Alexandra Lacrabere sorgte für den Führungswechseln und nach drei Gegenstößen hieß es zur Pause dann 18:14.

Mit einer Fünfer-Serie hatte Frankreich das Heft in die Hand bekommen und in den ersten Minuten des zweiten Abschnitts legten die Gastgeberinnen sofort nach. Glauser war erneut auf dem Posten, aus dem 13:14 wurde ein 20:14. Dijana Stevin brachte dann zwar auch Serbien auf die Anzeigetafel, doch der Außenseiter hatte nun nichts mehr entgegenzusetzen.

Das Halbfinale vor Augen öffnete Frankreich die Tür in das Spiel nicht mehr, im Gegenteil: Der Weltmeister drängte auf die Vorentscheidung und nach einer weiteren Fünfer-Serie zum 26:16 konnte nach vierzig Minuten mit den heimischen Fans die Halbfinal-Party gestartet werden. Es blieb unterhaltsam, gab einige sehenswerte Treffer und hieß am Ende 38:28.

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