12.12.2018 19:35 Uhr - Europameisterschaft - chs

Ungarn mit Derbysieg, Rumänien verliert auch Topstar Neagu

Ungarn konnte Rumänien stoppenUngarn konnte Rumänien stoppen
Quelle: sportseye.de
Ungarn gelang noch einmal ein Erfolgserlebnis. Nach anfänglichen Schwierigkeiten setzte sich das Team von Kim Rasmussen mit 31:29 (17:17) gegen Rumänien durch und sorgt dafür für Spannung in der Gruppe vor dem abschließenden Gruppenspiel zwischen den Niederlanden und Deutschland. Auch das DHB-Team kann mit einem Sieg noch ins Halbfinale einziehen. Ein schwerer Rückschlag für die Rumäninnen war zudem die Verletzung von Topstar Cristina Neagu rund acht Minuten vor dem Ende.

Die Ausgangslage mit Blick auf den Einzug ins Halbfinale war klar - Rumänien reichte bereits ein Remis für das Weiterkommen, Ungarn hingegen konnte nur mit einem Sieg seine Chancen auf das Finalwochenende wahren und der müsste aufgrund der klaren Niederlage gegen Norwegen dann auch noch möglichst hoch ausfallen.

Den besseren Start in die Partie erwischten die etwas befreit aufspielenden Rumäninnen, wo EM-Rekordtorschützin Cristina Neagu gleich den ersten Treffer setzte und Denisa Stefania Dedu mit zwei gehaltenen Siebenmetern gegen Szimonetta Planeta direkt für einen optimalen Beginn sorgte. Rumänien gelang es so wegzuziehen, die frühere THC-Spielerin Crina Pintea erhöhte vom Kreis zum 2:0 (3.) und Cristina Laslo konnte mit einem Gegenstoß per Heber den Ball an Blanka Biro zum 7:4 (9.) verwandeln.


Als dann auch noch Eliza Buceschi zum 10:6 (13.) einnetzte, sah sich Ungarns Trainer Kim Rasmussen zu einer ersten Auszeit veranlasst. Der energische WEckruf des Dänen sollte zunächst noch keine Wirkung entfalten, Neagu konnte sogar auf fünf Tore erhöhen. Dann aber fanden die Ungarinnen über die Abwehr ins Spiel, schafften Balleroberungen und spielten anschließend die Flügelspielerinnen Schatzl und Lukacs frei, um auf zwei Tore (11:9) zu verkürzen.

Ungarn hatte nun seinen Rhythmus gefunden, auch wenn im Rückraum noch nicht alles rund lief. Szimonetta Planeta sollte mit einem kraftvollen Schlagwurf sogar den Anschlusstreffer (12:11) rund sieben Minuten vor der Pause herstellen, lief dann aber nach dem Wurf in eine rumänische Abwehrspielerin hinein und musste die nächsten drei Angriffe mit einem dicken Schädel von der Bank aus verfolgen.

Es war jetzt ein Duell auf Augenhöhe, in dem beide Mannschaften auch gute Chancen liegen ließen und Aniko Kovacsics dann in der zweiten Welle zum 15:15 (29.) ausgleichen konnte. Rumäniens Coach Ambros Martin nahm nun die Auszeit und Ungarns Kim Rasmussen ordnete eine kurze Deckung gegen Cristina Neagu an. Einen großen Effekt hatte diese Maßnahme nicht, am Ende wurden beim Stand von 17:17 die Seiten getauscht.

Mit dem Recht des Wiederanwurfes konnten die Ungarinnen erstmals in die Vorlage gehen - Noemi Hafra konnte von Elena Florica nur auf Kosten eines Siebenmeters und einer Zeitstrafe gestoppt werden und Anna Kovacs verwandelte sicher zum 17:18. Wegziehen konnten die Ungarinnen in der Überzahl aber nicht, vor allem die Anspiele an den Kreis zu Crina Pintea bekam man weiterhin nicht unterbunden. Nachdem aber Nadine Schatzl dann einen Gegenstoß zum 20:22 (39.) einnetzte, sah sich Ambros Martin zur zweiten Auszeit gezwungen.

Doch seine Schützlinge fanden nicht in die Spur, zumal auch die eingewechselte Eva Kiss zwischen den Pfosten nun ein großes Plus für die Ungarinnen war. Das Team von Kim Rasmussen spielte sich frei, Nadine Schatzl konnte nach einem Fehlpass der Rumäninnen zum 20:25 (42.) ins leere Tor treffen. Bei den Rumäninnen rückte nun Denisa Stefania Dedu zwischen die Pfosten, offensiv sollte es weiterhin die Kleingruppe Neagu-Pintea richten.

Zwei Fehlwürfe der Ungarinnen aus durchaus ordentlicher Position brachten aber dann auch wieder Rumänien wieder in die Spur, ein Block von Gabriela Perianu ermöglichte dann den Anschlusstreffer von Cristina Neagu - es war bereits der achte Treffer für die EM-Rekordtorschützin.

Die Intensität nahm zu und Rumänien musste die Schlussphase dann auch ohne Topstar Cristina Neagu bestreiten. Die Rückraumspielerin war beim Stand von 26:27 (52.) quer zur ungarischen Deckung gezogen und hatte sich dann, nachdem Szimonetta Planeta den Kontakt aufgenommen hatte, sich das gegnerentfernte Knie verdreht. Die schwedischen Schiedsrichterinnen zogen den Videobeweis zu Hilfe und entschieden auf keine Bestrafung für die Ungarinnen.

Rumänien gelang zwar noch einmal der Ausgleich durch Ana-Maria Dragut, doch Ungarn hatte nun alle Trümpfe in der Hand, ein Doppelpack von Viktoria Lukacs brachte das Team mit zwei Toren (27:29) in die Vorlage. In Abwesenheit von Neagu musste nun Buceschi die Kohlen aus dem Feuer holen, die ehemalige THC-Spielerin konnte mit einem starken Hüftwurf zum 30:29 (57.) alles offen halten.

Linksaußen Nadine Schatzl sollte dann Ungarn aber wieder auf zwei Tore enteilen lassen und im Gegenzug vergab Routinier Valentina Ardean-Elisei, 2005 immerhin schon Vizeweltmeisterin, einen Siebenmeter leichtfertig. Ungarn ließ aber die Entscheidung aus, Rita Lakatos unterlief ein technischer Fehler und Rumänien hatte noch 29 Sekunden für ein Remis. Mehr als durch Buceschi einen Siebenmeter zu erkämpfen gelang nicht, diesen setzte aber Cristina Laslo acht Sekunden vor dem Ende als Aufsetzer an den Pfosten und die ungarische Deckung sicherte sich den Abpraller.

12.12.2018 - Aktualisierte Lage: Deutschland unter Zugzwang, Fünfervergleich weiter möglich