12.12.2018 17:29 Uhr - Europameisterschaft - cie

Dänemark beendet Montenegros Traum vom Halbfinale

Erneut ein starker Rückhalt: Sandra ToftErneut ein starker Rückhalt: Sandra Toft
Quelle: Michael Schmidt
Mit dem Sieg gegen Serbien hatte sich Montenegro in der Hauptrunde I am Montag die Chance auf das Halbfinale offen gehalten, doch dafür benötigte es zwingend auch heute einen Erfolg gegen Dänemark. Die Däninnen hatten ihre Chancen auf die Medaillenspiele bereits eingebüßt, zeigten aber dennoch eine starke Leistung. Mit dem knappen 24:23 (15:11) Erfolg beendete Dänemark am Ende die Hoffnungen Montenegros auf das Halbfinale. Hinter den bereits qualifizierten Russinnen entscheidet sich das Rennen um das zweite Ticket nun zwischen Gastgeber Frankreich und den zwei Punkte dahinter liegenden Schwedinnen.

Der Tag für Montenegro war klar strukturiert: Erst ein Sieg gegen Dänemark, dann auf Schützenhilfe von Serbien hoffen. Dass der erste Schritt in Richtung Halbfinale allerdings alles andere ein Selbstläufer werden würde, das zeigte sich in den ersten Minuten. Fie Woller, Stine Jorgensen, Lotte Grigel und Anne Mette Hansen sorgten für ein 4:0 bevor Milena Raicevic nach über fünf Minuten der erste Treffer für Montenegro gelang.

Dänemark schien nach dem deutlichen 21:32 gegen Russland um Wiedergutmachung bemüht, zudem könnte ein Sieg das Team mit Schützenhilfe von Russland und Frankreich noch in das Spiel um den fünften Platz bringen - der mit Blick auf den Weg zu den Qualifikationsturnieren für Olympia 2020 noch wichtig werden könnte. Jovanka Radicevic gelang es zwar auf zwei Tore zu verkürzen, doch diese Führung behaupteten die Däninnen zunächst.

Dank der starken Sandra Toft im Tor konnte auch eine Unterzahl und ein vergebener Siebenmeter kompensiert werden, beim 7:3 durch Trine Ostergaard Jensen lagen nach zwölf Minuten wieder vier Treffer zwischen den beiden Teams. Montenegro mühte sich, hatte in einigen Aktionen aber auch nicht das nötige Glück: Beispielsweise als Majda Mehmedovic einen langen Gegenstoßpass sehenswert mit einer Hand in der Drehung mitnahm, dann aber aus schwierigem Winkel nur den Pfosten traf. So blieb es bis zum 10:6 beim Vier-Tore-Abstand.

Mit drei Treffern in Serie schaffte Montenegro beim 10:9 dann aber erstmals den Anschluss, über fünf Minuten waren die Däninnen in dieser Phase ohne eigenen Treffer. Doch der psychologisch wichtige Ausgleich sollte Montenegro nicht gelingen. Im Gegenteil: Das 11:9 von Anne Mette Hansen, das die dänische Durststrecke beendete, war das Startzeichen für eine dänische Serie. Die Nordeuropäerinnen kamen nun immer wieder aus der Nahdistanz zum Erfolg und nach dem Gegenstoß von Fie Woller war der Abstand beim 14:9 auf fünf Tore angewachsen.



Mit einem sehenswerten Heber zum 15:11-Pausenstand konnte Mehmedovic zwar vor dem Seitenwechsel diesen lediglich auf vier Treffer verkürzen - das Gegentor schob dabei die Quote der starken Sandra Toft knapp unter die fünfzig Prozent Marke. Die dänische Torfrau sollte unterdessen auch im zweiten Abschnitt gemeinsam mit der Deckung ein wichtiger Faktor bleiben, am Ende standen 18 abgewehrte Würfe und eine Quote von 44 Prozent für Toft zu Buche - das Plus zwischen den Pfosten lag klar bei Dänemark.

Montenegro sollte im zweiten Abschnitt aber aufkommen, die Deckung zeigte sich verbessert und im Angriff konnte die Fehlerzahl minimiert werden. Mehrfach konnte Sandra Toft den Ausgleich noch verhindern, doch als sie in Unterzahl den Platz zwischen den Pfosten kurzzeitig zu Gunsten einer weiteren Feldspielerin räumte, war es dann so weit: Nach einem dänischen Ballverlust konnte Jovanka Radicevic den Ball in das verwaiste Gehäuse des Gegners setzen. Die erneute Führung durch Trine Ostergaard konnte Montenegro noch beantworten, dann aber setzte sich Dänemark beim 21:18 zehn Minuten vor dem Ende wieder etwas ab.

Mehr und mehr wurde auch die Zeit zu einem Faktor, ein Unentschieden würde Montenegro nicht reichen. Doch in der Hoffnung auf das Halbfinale kämpfte sich die Montenegro wieder heran. Durdina Jaukovic setzte zwei wichtige Treffer - auch den Ausgleich zum 23:23. Binnen drei Minuten war die dänische Drei-Tore-Führung dahin, dann aber gelang Mette Tranborg das 24:23. Montenegro nahm die Auszeit, doch den nächsten Wurf entschärfte Sandra Toft und beendete so die Hoffnungen des Gegners auf das Halbfinale. Auch die Däninnen vergaben den letzten Wurf, doch Montenegro blieb keine Zeit mehr für eine Reaktion: Ein direkter Freiwurf nahe der Mittellinie hätte noch ein Unentschieden bringen können, das aber am Halbfinal-Aus nichts geändert hätte. Jaukovic brachte den Wurf zwar aufs Tor, Sandra Toft hatte aber keinerlei Probleme diesen abzuwehren und ihrem Team den 24:23-Erfolg zu sichern.

» Frauen-EM: Livestream
» Frauen-EM: Spielplan und Tabellen
» Frauen-EM: Übersicht und News