10.12.2018 19:29 Uhr - Europameisterschaft - cie

Machtdemonstration: Russland wirft sich ins EM-Halbfinale und Dänemark aus dem Medaillenrennen

Anna Vyakhireva erzielte neun TrefferAnna Vyakhireva erzielte neun Treffer
Quelle: Ingrid Anderson-Jensen
Russland steht als erstes Team im Halbfinale der Handball-Europameisterschaft der Frauen. Dänemark, das nach Niederlagen gegen Serbien und Frankreich bereits vier Minuspunkte zu Buche stehen hatte, hingegen hat die letzte Chance auf eine Medaille eingebüßt - auch bei einem Sieg im abschließenden Spiel gegen Montenegro kann die dänische Auswahl keinen der ersten beiden Plätze der Hauptrunde I mehr erreichen. Russland nutzte den ersten Matchball in souveräner Manier: Die Mannschaft von Evgeni Trefilov stand gut in der Deckung, hatte ihn Anna Sedoykina einen erstklassigen Rückhalt und überzeugte im Angriff mit Spielfreude - am Ende sorgte dies für ein deutliches 32:21, eine Machtdemonstration des Olympiasiegers.

Während es für Dänemark ein erstes "Do or Die" Spiel war, hatte Russland seinen ersten Matchball - lediglich einen Punkt benötigte der Olympiasieger aus den verbleibenden zwei Spielen für den Einzug in das Halbfinale. Evgeni Trefilov hatte vor der Partie allerdings erklärt, auf ein Unentschieden könne man nicht spielen und einen klaren Sieg seines Teams gefordert. Die ersten Minuten allerdings gehörten den Däninnen. Sandra Toft war zweifach zur Stelle und Mette Tranborg sorgte beim 1:0 und 2:1 für die Führung.

Nach gut fünf Minuten sollte Russland das Spiel aber in den Griff bekommen. Dänemark trat aggressiv aus der Deckung heraus, doch Russland kombinierte nun schnell und fand so immer wieder Lücken. Anna Vyakhireva sorgte für den zweiten Ausgleich und Daria Samokhina warf den Olympiasieger beim 3:2 erstmals in Vorlage. Die erste Überzahl nutzte der Favorit und baute die Serie auch bei numerischer Gleichzahl dann weiter aus. Nach fünf unbeantworteten russischen Treffer war aus einem 1:2 ein 6:2 geworden und Dänemark griff zur Auszeit.

Ein Treffer Anne Mette Hansen sorgte für etwas Hoffnung, zumal die Rückraumspielerin auch den nächsten russischen Torerfolg beantworten konnte. Doch Russland hielt das Heft in der Hand, auch weil Anna Sedoykina die ersten beiden Siebenmeter der Däninnen parierte.



Die Trefferausbeute sollte auch in der Folge ein Problem der dänischen Auswahl bleiben, allerdings spielte auch das russische Team in dieser Phase nicht fehlerfrei: Nach der ersten Fünf-Tore-Führung beim 9:4 schrumpfte der Abstand beim 10:7 wieder auf drei Tore. Doch in den letzten Minuten vor der Pause setzte sich der Favorit dann wieder ab, beendete den ersten Abschnitt mit einer sehenswerten Kombination, die Maya Petrova zum 14:9-Halbzeitstand abschloss.

Nach Wiederbeginn tilgte Russland die letzten Zweifel am heutigen Sieg. Zwei Ballgewinne in der Deckung wurden mit Gegenstößen abgeschlossen und so stand beim 16:9 erstmals eine Sieben-Tore-Führung zu Buche. Klavs Bruun Jorgensen reagierte auf die Probleme in der Offensive, beorderte eine siebte Feldspielerin auf das Parkett. Die Maßnahme zeigte im ersten Angriff Wirkung, Lotte Griegel holte einen Siebenmeter heraus und verwandelte diesen dann selbst. Doch Russland zeigte sich unbeeindruckt, antwortete umgehend.

Sedoykina, die in dieser Phase über der magischen fünfzig Prozent Marke an abgewehrten Würfen lag, bestrafte nach einer weiteren Parade das Risiko mit einem weiten Wurf in das verwaiste Tor des Gegners. Dänemark ging das Risiko weiter ein, Russland setzte unterdessen - zum sichtlichen Ärger von Evgeni Trefilov einige Versuche neben das leere Gehäuse des Gegners.

Trotz Bedrängnis gelang es der glänzend aufgelegten Anna Vyakhireva dann aber einen Gegenstoß in das ungeschützte Tor des Gegners zu werfen - es war das 22:13, die Vorentscheidung war bereits gefallen. Zwei weitere "Empty-Net-Tore" der Russinnen sorgten beim 29:19 kurz vor Ende dann sogar für eine zweistellige Führung. Mit einer solchen endete das Spiel auch, Russland jubelte über ein 32:21 und das Halbfinale.

Ergebnisse und Tabelle Hauptrunde I




Dänemark  23:29
(11:17)
Frankreich
Schweden  28:30
(14:18)
Montenegro
Schweden  21:21
(14:11)
Frankreich
Serbien  25:29
(13:16)
Russland
Dänemark  21:32
(9:14)
Russland
Serbien  10.12.2018
21:00 Uhr
Montenegro
Dänemark  12.12.2018
15:45 Uhr
Montenegro
Schweden  12.12.2018
18:00 Uhr
Russland
Serbien  12.12.2018
21:00 Uhr
Frankreich


Pl. Team Sp. TD Pkt.
1. Russland 4 19 8:0
2. Frankreich 4 8 5:3
3. Schweden 4 -2 3:5
4. Serbien 3 0 2:4
5. Montenegro 3 -4 2:4
6. Dänemark 4 -21 2:6

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